Die 7. Prüfung

Die 7. Prüfung

by Joan Lennon, Gerold Anrich
     
 
Drei furchtlose Helden unterwegs durch Raum und Zeit

Ein verträumter Gestaltwandler namens Eo, ein naiver Novize aus dem Mittelalter und ein rebellisches Mädchen aus der Zukunft. Was die drei miteinander verbindet? Sie bestreiten gemeinsam das gefährlichste Abenteuer ihres Lebens. Ein gewaltiger Fehler von Eo katapultiert sie auf eine wilde Reise

Overview

Drei furchtlose Helden unterwegs durch Raum und Zeit

Ein verträumter Gestaltwandler namens Eo, ein naiver Novize aus dem Mittelalter und ein rebellisches Mädchen aus der Zukunft. Was die drei miteinander verbindet? Sie bestreiten gemeinsam das gefährlichste Abenteuer ihres Lebens. Ein gewaltiger Fehler von Eo katapultiert sie auf eine wilde Reise durch Zeit und Raum. Sechs Zeitreisen müssen sie meistern, nur dann werden sie die alles entscheidende 7. Prüfung bestehen. Scheitern sie jedoch, fällt Eos Heimat an die seelenverschlingenden Meerwesen. Aber die drei sind bereit, sich der Herausforderung zu stellen … hoffen sie jedenfalls.

• 7 rasante Zeitreisen – 3 faszinierende Helden – 1 gefährliche Prüfung

• Action, Tempo und funkelnder Witz – eine unwiderstehliche Mischung


Product Details

ISBN-13:
9783641036072
Publisher:
cbj
Publication date:
11/20/2009
Sold by:
Barnes & Noble
Format:
NOOK Book
File size:
4 MB

Read an Excerpt

Es gibt Gegenden, die Schwellenregionen genannt werden. Dort sind die Übergänge zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft fließender, als das normalerweise der Fall ist. Sogar die Abgrenzungen zwischen den Universen lassen manchmal zu wünschen übrig. Die Dinge verschwimmen und sickern ineinander in solchen Gegenden. Zwischen Menschen und Zeiten entstehen Verbindungen, die gegen jede Regel sind. Dinge . .. brechen durch. Gute Dinge manchmal, doch nicht immer. Manchmal sind sie böse und erbarmungslos, angetrieben von einem schrecklichen Hunger.
Die schottischen Hebriden sind solch eine Gegend.
Dunkle Welten, helle Welten, Welten (wie unsere eigene menschliche), die eine spezielle Kombination von beidem sind - so viele Wirklichkeiten enthält diese Region von Inseln, Meer und Himmel: in einem Augenblick herzerweichend schön und tödlich im nächsten, voller Sanftheit und Härte und Schrecken, mit Hunderten Schattierungen von Rot und Grün, Blau und Grau.
Im sechsten Jahrhundert gab es auf der Insel Iona einen Jungen mit Namen Adom. Im vierundzwanzigsten Jahrhundert wird es in den Vorstädten von Greater Glasgow ein Mädchen mit dem Namen Jay geben. Und im Universum der G gibt es Eo, einen jungen Gestaltwandler, der noch in der Ausbildung ist. Man sollte denken, es könnte keine unterschiedlicheren Arten von Leben geben als diese drei. Und doch haben sie zwei Dinge gemeinsam.
Erstens: Sie leben alle in derselben Region, in dieser Landschaft von Möglichkeiten und Wandel, wo die Gezeiten machtvoll sind und außergewöhnlich.
Und zweitens: Sie passen nicht immer auf.

Eo

Grundsätzlich ist die menschliche Gestalt die Standarderscheinung der G. Genauer gesagt: Menschenform ist die einzige Gestalt, die die G annehmen können, bevor sie zu voll ausgebildeten Erwachsenen werden. So war es nicht weiter überraschend, dass Eo wie ein Junge aussah. Schließlich würde seine Ausbildung noch ziemlich lange dauern. (Sein vollständiger Name war Eo Gofer-Baroque, doch das ist eine andere Geschichte.) Nach Meinung seines augenblicklichen Lehrers, Professor Pinkerton Hurple, rückte der Zeitpunkt, an dem Eo seine Ausbildung beenden würde, eher weiter in die Ferne, als dass er näher kam.
»Es ist kaum zu fassen, dass irgendjemand am Ende des Unterrichts weniger weiß als zu Beginn, aber du schaffst das. Wenn es nicht so ÄRGERLICH wäre, könnte das eine interessante Erscheinung sein.«
Mit fünfzehn machte Eo den Eindruck, unglaublich selbstbewusst und gleichzeitig stinkfaul zu sein. Er behauptete, dass er sich oft vornähme, von nun an wirklich aufzupassen. Doch dann vergaß er das auf halbem Weg wieder. Die Dinge, die sich in seinem Kopf abspielten, waren einfach viel interessanter.
Irgendwelche Selbstzweifel, die er möglicherweise hatte, hielt er gut verborgen. Wenn die Arbeit schwierig zu werden drohte, wartete er nicht, ob sich das bestätigte, sondern entzog sich diesen Anforderungen so geschickt wie möglich mit Charme und der für ihn typischen Geschmeidigkeit.
Immer mal wieder tat Eo so, als wäre er dümmer, als es tatsächlich der Fall war, einfach nur so aus Spaß und ganz speziell im Unterricht von Professor Hurple. Er hatte seine wahre Freude daran, zu beobachten, wie das Fell des Professors sich vor Ärger aufplusterte. Der Professor war ein Frettchen und seine Gefühle zeigten sich deutlich im Zustand seines Pelzes. Man konnte sich zu Beginn des Unterrichts kaum ein gepflegteres Tier vorstellen, doch am Ende war Professor Hurple völlig zerzaust und kurz vor dem Ausrasten - und Eo hatte sich einen vergnüglichen Nachmittag gemacht und nicht das kleinste bisschen gelernt.
Seltsamerweise war Professor Hurple kein G. Er konnte die Gestalt nicht wechseln. Er war einfach ein Frettchen, wenn auch - wie er immer betonte - ein außerordentlich intelligentes Frettchen. Ursprünglich stammte er aus dem Schottland der Menschen des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Wie es überhaupt dazu gekommen war, dass er sich im Universum der G befand, ist eine Geschichte für sich, jedoch keine, die Eo ihm bisher hatte abbetteln können. (Natürlich sind alle Frettchen gut darin, sich durch die winzigsten Spalten oder kaum erkennbare Löcher zu quetschen, und da alle Frettchen enorm neugierig sind, ist es für sie keine solche Herausforderung wie für andere Lebewesen, einen Weg von einem Universum ins andere zu finden.) Und obwohl Professor Hurple nie Mensch gewesen war, hatte er, wie es sich halt so traf, mehr Zeit in ihrer Gesellschaft verbracht als jeder G.
Er hatte außerdem sehr viel gelesen, was enorm half.
Nun mag man sich fragen, warum die G überhaupt eine Ausbildung brauchen. Schließlich müssen sie sich nur in etwas anderes verwandeln, um von innen heraus zu erkennen, wie dieses andere ist und fühlt. So könnte man denken. Doch tatsächlich ist es genau umgekehrt. Bevor sich ein G verwandeln kann, muss er so viel wie möglich über die Lebensform wissen, in die er sich verwandelt.
Zum Beispiel kann ein G keine essbare Muschel werden (jedenfalls nicht für lange), ohne etwas über Muschelräuber zu wissen oder darüber, was zu tun ist, wenn die Ebbe einsetzt, oder auch (wenn man dazu neigt), wie sich Mädchenmuscheln von Jungenmuscheln unterscheiden. Doch die einzelnen G fühlen sich, was ja keineswegs überraschen dürfte, in bestimmten Gestalten wohler als in anderen. Und je mehr Zeit sie in einer Gestalt verbringen, desto mehr lernen sie und desto tiefer wird ihr Verständnis. Dann geben sie ihr Wissen an die Auszubildenden weiter. Zum Beispiel war Eo in Rudelverhalten, darin, wie man eine Herde zusammenhielt, und in den Freuden des Buddelns von Hibernatia Gladrag unterrichtet worden, dem gegenwärtigen Oberhaupt der G, die die meiste Zeit eine besonders schöne Border-Collie-Hündin war. (Bei diesem Unterricht passte Eo genau auf, nicht nur, weil er davon schwärmte, sich in einen Hund zu wandeln, sondern auch, weil die Lehrerin ständig lächelte und ihn dadurch daran erinnerte, dass sie in der Lage war, ihm die Kehle aufzureißen.)
Nur wenige der erwachsenen G entschlossen sich, einige Zeit als Mensch zu verbringen. Das konnte daran liegen, dass sie während ihrer Kindheit, in der sie nichts als die Menschengestalt beherrschten, genug davon bekommen hatten. Oder es konnte daran liegen, dass sie als Spezies Spaß als das höchste Ziel einstuften, und ein Mensch zu sein, war oft nicht besonders spaßig.


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