Zum besseren Verständnis dieser Dokumentation ist es notwendig, die politische Vorkriegssituation ein wenig zu betrachten, welche die Odyssee von so vielen Menschen des Baltikums einleitete: Der Nichtangriffvertrag zwischen Deutschland und der Sowjetunion, der die zukünftige Gestaltung der gegenseitigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern regeln sollte, wurde am 23.8.1939 unterzeichnet. Macht- und Einflusssphären wurden schriftlich fixiert und Landesgrenzen festgelegt. ...
Zum besseren Verständnis dieser Dokumentation ist es notwendig, die politische Vorkriegssituation ein wenig zu betrachten, welche die Odyssee von so vielen Menschen des Baltikums einleitete:
Der Nichtangriffvertrag zwischen Deutschland und der Sowjetunion, der die zukünftige Gestaltung der gegenseitigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern regeln sollte, wurde am 23.8.1939 unterzeichnet. Macht- und Einflusssphären wurden schriftlich fixiert und Landesgrenzen festgelegt. Zwischen dem sowjetischen Entwurf vom 20. August 1939 und dem unterzeichneten Vertrag, drei Tage später, gab es inhaltlich kaum Unterschiede.
Im geheimen Zusatzprotokoll wurde die zukünftige Abgrenzung der Interessenssphären in Osteuropa festgeschrieben. Die Regelung galt für den Fall einer “territorial-politischen Umgestaltung“ des polnischen Staates und der zu den baltischen Staaten Finnland, Estland, Lettland und Litauen gehörenden Gebieten. Die Abgrenzung der Interessensphären zwischen Deutschland und der Sowjetunion bei der Aufteilung Polens sollte durch die Flüsse Pisa, Narew, Weichsel und San erfolgen. Die Frage nach der Existenz bzw. nach der eindeutigen Abgrenzung eines polnischen Reststaates wurde bewusst offen gelassen und sollte erst im Laufe der nächsten politischen Ereignisse auf “freundschaftlichem Wege“ festgelegt werden. Als deutsche Grenze für den Fall einer “territorial politischen Umgestaltung“ der baltischen Staaten wurde die nördli-che Grenze Litauens genannt. Durch Vereinbarungen im geheimen Zusatzprotokoll wurden Finnland, das Baltikum, die östliche Hälfte Polens und darüber hinaus Bessarabien der Sowjetunion zugesprochen. Ende September 1939 nahmen die Vertragspartner Veränderungen im Geheimprotokoll hinsichtlich des litauischen Gebietes zugunsten der Sowjetunion vor.
Nach dem Einmarsch der Russen fliehen die Litauer, weil sie wissen, dass es um ihr Leben geht. Sie kommen nach Deutschland und werden zunächst in unterschiedlichen Lagern untergebracht, bis die Familie nach Greven kommt. Im Displaces Persons Distrikt können alle ein wenig ausruhen, aber der Krieg und seine Folgen treffen auch die Flüchtlinge. Ende des Krieges haben sie die Möglichkeit gefunden, nach Amerika auszuwandern, denn zurück können die Litauer nicht mehr.
Im weiteren Part werden vier Auszüge von Tagebuchnotizen einer Grevenerin aus dieser Zeit veröffentlicht, die deutlich werden lassen, dass die Zeit schwer ertragen werden musste. Der Überfall auf die Gronenburg bildet dann den Abschluss dieser Berichte.
Nach der Geschichte der L.R.Kazakaitis schließen Veröffentlichungen aus den heutigen Tagen an, die die Geschichte in Kurzform als Erinnerungsbrücke aufrollen. Sie sind ein Teil unserer Historie geworden und werden noch vielen in Erinnerung bleiben.
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Der Nichtangriffvertrag zwischen Deutschland und der Sowjetunion, der die zukünftige Gestaltung der gegenseitigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern regeln sollte, wurde am 23.8.1939 unterzeichnet. Macht- und Einflusssphären wurden schriftlich fixiert und Landesgrenzen festgelegt. ...