Die Grenze der Vertragstreue von (Krisen-)Staaten: Zur Einrede des Staatsnotstands gegenuber privaten Anleiheglaubigern

Die Grenze der Vertragstreue von (Krisen-)Staaten: Zur Einrede des Staatsnotstands gegenuber privaten Anleiheglaubigern

by Marc-Philippe Weller
     
 

In der gegenwartigen Staatsschuldenkrise stellt sich die Frage, ob ein Schuldnerstaat seinen privaten Anleiheglaubigern die Einrede des Staatsnotstandes entgegenhalten kann. Die herrschende Meinung lehnt dies ab.Dabei ist die Einrede des Staatsnotstands Ausdruck einer fundamentalen Rechtsguter- und Pflichtenkollision: Auf der einen Seite steht der Anleihevertrag,… See more details below

Overview

In der gegenwartigen Staatsschuldenkrise stellt sich die Frage, ob ein Schuldnerstaat seinen privaten Anleiheglaubigern die Einrede des Staatsnotstandes entgegenhalten kann. Die herrschende Meinung lehnt dies ab.Dabei ist die Einrede des Staatsnotstands Ausdruck einer fundamentalen Rechtsguter- und Pflichtenkollision: Auf der einen Seite steht der Anleihevertrag, die Bindung an das Wort, das Sich-Gebunden-Fuhlen an seine Erklarung, kurz: die Vertragstreue. Diese konfligiert mit der Pflicht des Staates zur Existenzsicherung gegenuber der eigenen Bevolkerung. Zugespitzt formuliert: Die Zahlungspflicht "nach aussen" steht in Antinomie zur Existenzsicherungspflicht "nach innen" - das Privatrecht kollidiert mit dem Staats- und Volkerrecht, der contrat prive mit dem contrat social .In einer solchen Kollisionslage - so die These dieser Studie - kann sich ein Staat auf ein temporares Leistungsverweigerungsrecht wegen Pflichtenkollision analog 275 Abs. 3 BGB berufen.

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Product Details

ISBN-13:
9783161529160
Publisher:
Mohr Siebeck
Publication date:
01/10/2013
Pages:
93

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