Grenzlande 2: Die Königstreuen

Grenzlande 2: Die Königstreuen

by Lorna Freeman, Wolfgang Thon
     
 

Wahre Helden geben niemals auf!

Eigentlich will Hase – einer der mächtigsten Magier von Iversterre und Thronerbe des Reiches – nur ein einfacher Soldat sein. Doch als schwarze Hexer einem alles verschlingenden Dämon Zugang in die Welt der Menschen ermöglichen, bleibt Hase keine Wahl. Gemeinsam mit der Leibgarde des…  See more details below

Overview

Wahre Helden geben niemals auf!

Eigentlich will Hase – einer der mächtigsten Magier von Iversterre und Thronerbe des Reiches – nur ein einfacher Soldat sein. Doch als schwarze Hexer einem alles verschlingenden Dämon Zugang in die Welt der Menschen ermöglichen, bleibt Hase keine Wahl. Gemeinsam mit der Leibgarde des Königs nimmt er den Kampf gegen dunkle Magie, Verschwörungen und selbst gegen die Macht der Unterwelt auf.

Die Grenzlande gehören zu den fantasievollsten Welten, die je erdacht wurden!


Product Details

ISBN-13:
9783641037635
Publisher:
Blanvalet Taschenbuch Verlag
Publication date:
11/26/2009
Series:
Grenzlande
Sold by:
Barnes & Noble
Format:
NOOK Book
Pages:
480
File size:
551 KB

Related Subjects

Read an Excerpt

Als ich noch ein Kind war, wurde mein Vater gebeten, den Vorsitz des Handelskonzils in unserem Weiler zu übernehmen - eine große Ehre, da man allen Menschen in den Grenzlanden mit beträchtlichem Argwohn begegnete. Man hielt uns für diebisch, da wir bereits ein ganzes Königreich ausgeplündert hatten. Trotz gewisser Rückschläge gelang es Pa jedoch nicht nur, das Konzil dazu zu bringen, einen gut durchdachten Plan zu entwickeln, sondern ihn auch auf eine vernünftige Weise in die Tat umzusetzen, zum Wohle aller im Weiler. Da sich das Forstkonzil gewöhnlich sehr schwertat, irgendwelche Entschlüsse zu fassen, wurde das als ein gewaltiger Erfolg gefeiert.
Pas Belohnung bestand in der Teilnahme an weiteren Konzilien.

»Ach weh!«, rief Lady Alys. Ihre langen blonden Zöpfe wirbelten um ihren Kopf, als sie sich vom Spiegel abwandte und auf die Ottomane warf. Ihre Zofe drängte sich hastig an dem Herold vorbei, kniete sich neben sie und streichelte ihre Hand. »Weh und ach!«, rief Alys erneut und ließ den Brief, den sie gerade erhalten hatte, aus der anderen Hand gleiten. Der Herold schwankte unter dem Stoß, den die Zofe ihm versetzt hatte, und ließ seine Botentasche los, die mit einem lauten Geräusch zu Boden fiel und klirrend ihren Inhalt preisgab. Er ließ sich auf Hände und Knie hinunter und sammelte alles wieder auf, wobei er den Hintern hoch in die Luft reckte.
Alys setzte noch einmal an, mit erhobener Stimme. »Oh weh! Mein süßer Dillem folgt dem Ruf seines Lehnsherrn, um ihm im Kampf gegen den verruchten Lord Morul beizustehen!«
Die Zofe bearbeitete weiter Alys' Hand, beugte sich vor und murmelte ihr beruhigend zu, welch große Fortschritte die Kampfkünste des süßen Dillem gemacht hätten und dass er zweifellos schon bald gesund zurückkehren und »M'lady heiraten« würde.
»Nein, nein!«, seufzte Alys laut und rückte ein Stück zur Seite, um an ihrer Zofe vorbeizublicken. »Das verstehst du nicht.« Sie versuchte die Hand zu heben, aber die Zofe massierte sie immer noch. Nach kurzem Kampf gelang es Alys, ihre Hand zurückzuerobern, und presste sie gegen ihre Stirn. »Morul hat die Nördliche Dunkelheit aufgerufen ...«
Die Zuschauer, die die improvisierte Bühne des Straßentheaters umringten, wurden unruhig und warfen unbehagliche Blicke in unsere Richtung. Lady Alys spürte, dass sie ihre Zuschauer zu verlieren drohte, und hob die Stimme.

»Die Nördliche Dunkelheit, geboren aus Mythen, Magie und Zauber, mit Blut und Glocke, Kerze und Buch bindet sie die Hölle an den, der sie ruft...«

Lady Alys brach mitten in ihrer Deklamation ab, als die Menge sich teilte und sich eine Gasse zwischen uns und ihr bildete. Ihr Blick glitt über die beiden Reiter Jeffen und Arlis, die beide eher gewöhnlich aussahen, leuchtete auf, als er mein Wams mit den brandneuen Leutnantsabzeichen streifte, wanderte weiter, über meinen hüftlangen Zopf mit der eingeflochtenen Feder und die Schmetterlinge auf meiner Schulter, bis er sich schließlich auf den schlichten langen Eschenstab in meiner Hand richtete. Das alles roch nach Mythen, Magie und Zauber, durch die sich das Königreich von Iversterres nördlichem Nachbarn, den Grenzlanden, auszeichnete. Der Wind wollte unbedingt mitmachen, liebkoste mich und spielte mit der Feder und den Flügeln der Schmetterlinge.
Das Leben eines fahrenden Schauspielers ist hart. Abgesehen von der ständigen Bedrohung, Bekanntschaft mit überreifem Gemüse und kleinen toten Tieren zu machen, war auch die Duldung durch die Behörden eine höchst unsichere Angelegenheit. Außerdem war es sehr gefährlich, die Machthaber zu beleidigen. Alys zuckte auf ihrer Ottomane zurück, während Herold und Zofe zu dem Schluss kamen, dass sie nichts mehr auf der Bühne zu suchen hätten, weil das ja nun wirklich M'ladys Szene war. Sie gingen hastig nach links ab. Einen Moment später rauschte der Vorhang herunter, und eine Stimme dahinter verkündete, dass aufgrund unvorhersehbarer Geschehnisse der Rest der Morgenvorstellung abgesagt wäre.
»Leutnant Lord Hase«, seufzte Jeffen. »Dramenfluch und Spielverderber.« Er zog seinen Umhang fester um sich und wandte sich von der Bühne ab. Arlis und ich folgten ihm zu einer der Straßen, die vom Theaterplatz - so hatten ihn die Ratsherren der Stadt in einem Anfall von Großmannssucht genannt - wegführten; immerhin konnte er sich eines Schauspielhauses rühmen.
Ich sagte nichts, weil ich mir mehr Sorgen darüber machte, welches neue Gerede durch diesen Vorfall über die Tausende Gerüchte hinaus, die bereits in Freston kursierten, entstehen würde. Wir waren gestern Nachmittag von den Grenzlanden gekommen, in Begleitung von Leuten, die nach Meinung der meisten Menschen von Iversterre nur in Kindermärchen und Theaterstücken wie dem existierten, das eben so abrupt beendet wurde. Nahm man dann noch die Ankunft König Jussons IV. dazu und sein Vorhaben, sich länger hier aufzuhalten, war klar, dass es in der Stadt kochte wie in einem der Feuerschlünde der Oberen Reiche.
Der Wind umwehte mich und trug den Duft der Ernte heran. Es würde eine gute Ernte werden; die Felder quollen über, und an den Bäumen hing prall das Obst des Herbstes. Das Erntefest nahte, die Feier der letzten großen Versammlung des Jahres. Der Wind murmelte und raunte mir Geschichten von Eichelsammlern und Zugvögeln zu, die nach Süden aufbrachen; dann sauste er davon, ließ die Bänder an den Laternenpfosten flattern und fuhr zwischen die Menschen auf dem Platz. Ich lächelte, während ich ihm zusah und den vertrauten Anblick, die vertrauten Geräusche und Gerüche aufsog.
Zu Hause.
Das heißt, mein Zuhause während der letzten fünf Jahre.
Geboren und aufgewachsen war ich in den Grenzlanden, einer lockeren Allianz aus Faena, fantastischen Bestien und ähnlichen Lebewesen, die friedlich und zufrieden im Norden des Königreichs Iversterre hausten. Einst hatte sich das Volk, wie sie sich nannten, bis zu den Südlichen Seen in einem Netzwerk aus Stadtstaaten, kleinen Lehnsgütern, Domänen, Splittergruppen, Stämmen und Clans ausgebreitet, die sich alle fröhlich betrogen und hintergingen, während sie die Faena-Version von Jeder gegen Jeden spielten. Es war das goldene Zeitalter der wechselnden Allianzen, des Verrats und Betrugs gewesen. Dann tauchten eines Tages die Menschen auf und begannen ihre eigenen Machtspiele, manchmal mit List, ein andermal mit blutiger Gewalt.


Read More

Customer Reviews

Average Review:

Write a Review

and post it to your social network

     

Most Helpful Customer Reviews

See all customer reviews >