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Geleitwort des Herausgebers


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Grundgedanken über Krieg

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Geleitwort des Herausgebers


Das Buch *Vom Kriege*, das Buch aller Bücher über den Krieg, dem die
nachfolgenden Sätze in der Hauptsache entnommen sind, ist im Jahre 1832
erschienen, also erst nach dem -- am 16. November 1831 erfolgten -- Tode
des Verfassers, des preußischen Generalmajors Karl von Clausewitz. Wie
so viele Werke großer Geister ist auch dieses, das Hauptwerk des größten
Theoretikers der Kriegskunst, ein Fragment. Eine Sammlung von
Werkstücken, Hauptlineamente hat der Verfasser selbst sie genannt. Zur
letzten Durcharbeitung, Sichtung und Zusammenfassung ist er nicht
gekommen. Ursprünglich hatte Clausewitz auch gar nicht die Absicht, ein
vollständiges, einheitliches Buch über den Lieblingsgegenstand der
Gedankenarbeit seines ganzen Lebens zu schreiben. Er wollte zunächst
nichts, als ihn »in ganz kurzen, präzisen, gedrungenen Sentenzen, nach
der Art Montesquieus« behandeln. Diese *Körner* -- wie er sie einmal
bezeichnet -- sollten »schon mit der Sache bekannte geistvolle Menschen
anziehen, ebensosehr durch das, was weiter aus ihnen entwickelt werden
könnte, als durch das, was sie feststellen«. Ein System ist erst
allmählich, sozusagen gegen den Willen des Schreibenden, in seine
»Materialien« gekommen.

Diese erste Absicht, in Aphorismen zu sprechen, gestattet es ohne
Zweifel, einmal die Grundgedanken als *Körner* auf einer besonderen
Schale zu reichen. Der Berufssoldat, der das ganze Werk kennt und liebt,
wird durch sie gewiß von neuem zu ihm hingezogen, während wohl mancher
Nichtsoldat zumal in einer Zeit, in der das Gesamtleben Deutschlands nur
noch die Achse des Krieges hat, es sich nun nicht länger versagen wird,
einem Geistesmonument nahezutreten, das er längst hätte besitzen sollen,
denn Clausewitz gehört zu den großen Erziehern der Deutschen.

Auf das Leben und die Persönlichkeit des Generals kann hier aus
Raummangel nicht eingegangen werden. Es müßte ausführlich geschehen, und
dies soll in der Inselausgabe des Buches Vom Kriege erfolgen, die in
Vorbereitung ist. Ebenda wird über die Bedeutung und die Nachwirkung
seiner Lehren das Nötige dargelegt werden. Hier sei nur kurz berichtet,
daß der am 1. Juni 1780 in Burg bei Magdeburg geborene Karl von
Clausewitz als junger Soldat den Rheinfeldzug mitmachte. Nach der
Schlacht bei Jena geriet er dann als Bataillonsadjutant in französische
Gefangenschaft. Später wirkte er im Sinne Scharnhorsts und Gneisenaus,
vor allem aber als der Theoretiker des meisterlichsten aller Praktiker,
Napoleons, an der Kriegsakademie zu Berlin. 1812 trat er in russische
Dienste, erlebte im Hauptquartier den Feldzug von 1812 und kämpfte des
weiteren während der Befreiungskriege im Stabe Blüchers.

Die Schicksale der Großen Armee in Rußland haben den tiefsten Eindruck
auf Clausewitz und seine strategischen Erkenntnisse hinterlassen. Dem
Mißerfolg des genialen Eroberers wissenschaftlich nachzuspüren, ist er
in den letzten zwanzig Jahren seines Lebens nicht müde geworden, und es
zeugt von der hohen geistigen Überlegenheit dieses preußischen
Offiziers, daß er bei all seiner glühenden Vaterlandsliebe sein Leben
lang der gerechteste Verehrer Napoleons blieb. Unberührt vom blinden
Hasse der Zeit, lag es Clausewitz ob, weiter als die Menschen von damals
zu blicken und dadurch für die Zukunft seines zu einem weltmächtigen
Deutschen Kaiserreiche erweiterten Vaterlandes Dauerndes zu schaffen.

Kaum geht man wohl fehl, wenn man die berühmteste These im Buche Vom
Kriege: Die Verteidigung sei die an sich stärkere Form der Kriegführung
-- vor allem auf die unmittelbaren Erfahrungen des Generals im
russischen Feldzuge zurückführt. Dieser auffälligen Lehre gebühren
selbst im Rahmen dieser knappen Vorrede ein paar Worte. Jedermann in der
Welt weiß, daß unsere Armee den Geist der Offensive über alles hochhält
und bis ins kleinste zu betätigen strebt. Um so fremder erscheint uns
die Verherrlichung der Verteidigungstheorie bei Clausewitz, der die
Offensive erst aus vorheriger Defensive, aus dem Abwarten heraus
entwickelt. So sehr unsere Heerführer bis auf den heutigen Tag von dem
stählernen Kern der Lehren des Generals von Clausewitz, dem
Vernichtungsgedanken, überzeugt sind: in dem einen Problem ist er
vielumstritten worden, noch kurz vor dem groß
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Product Details

  • BN ID: 2940013616233
  • Publisher: SAP
  • Publication date: 7/17/2011
  • Language: German
  • Sold by: Barnes & Noble
  • Format: eBook
  • File size: 67 KB

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