Teufel in High Heels: Roman

Teufel in High Heels: Roman

by Bridie Clark
     
 
Glamour, Dramen und Skandale – und eine junge Frau auf der Suche nach dem Happy End

Claire Truman könnte die ganze Welt umarmen: Der hinreißende und dazu äußerst wohlhabende Randall Cox hat sich in sie verliebt, ihr Job macht ihr Spaß, und dann bekommt sie auch noch die Gelegenheit, einen großen Karrieresprung zu

Overview

Glamour, Dramen und Skandale – und eine junge Frau auf der Suche nach dem Happy End

Claire Truman könnte die ganze Welt umarmen: Der hinreißende und dazu äußerst wohlhabende Randall Cox hat sich in sie verliebt, ihr Job macht ihr Spaß, und dann bekommt sie auch noch die Gelegenheit, einen großen Karrieresprung zu machen: von ihrem kleine Verlag zu der Besteller-Schmiede der so genialen wie glamourösen New Yorker Verlegerin Vivian Grant. Claire stürzt sich voller Enthusiasmus in ihren neuen Job. Bis sie erkennt, dass sie in der reinsten Schlangengrube gelandet ist …

Product Details

ISBN-13:
9783641026677
Publisher:
E-Books der Verlagsgruppe Random House GmbH
Publication date:
07/27/2009
Sold by:
Barnes & Noble
Format:
NOOK Book
File size:
405 KB

Read an Excerpt

Mein Hochzeitstag. Noch zwei Stunden bis zu dem großen Moment, an dem ich vor den Altar treten soll.
Beatrice, meine beste Freundin, hilft mir, das Kleid über den Kopf zu ziehen, sieht lächelnd zu, wie es unter viel Geraschel an mir herabgleitet, und schließt die schmale Leiste mit den zierlichen Knöpfen am Rücken. Dem Himmel sei Dank für Bea, denke ich - zum zigsten Mal an diesem Tag. Gemeinsam betrachten wir die Braut im Spiegel. Sie sieht exakt so aus, wie Bräute auszusehen haben: das mahagonibraune Haar im Nacken zu einem eleganten Knoten geschlungen, tadellos geschminkt, Porzellanteint, tropfenförmige Brillantanhänger in den Ohrläppchen.
Ich mache eine Drehung, um zu sehen, ob die Braut im Spiegel meinem Beispiel folgt - was sie natürlich brav tut. Um daraufhin die grandiose Schleppe zu mustern (eine Maßanfertigung von Vera Wang höchstpersönlich), die ein Dutzend Näherinnen aus dem Haus Lesage mit klitzekleinen, märchenhaft glitzernden Diamanten bestickt haben.
"Du bist eine Wucht, Claire", sagt Bea - was soll man auch sonst zu einer Frau sagen, die solch ein Wunderwerk trägt. Wir starren mich in dem vergoldeten Spiegel an. Keine von uns beiden kann sich ein Lächeln abringen.
Ein knöchernes Klopfen an der Tür zu meiner Brautsuite reißt uns aus unserem Dämmerzustand.
"Es ist offen", ruft Bea, und hereingeprescht kommt Lucille Cox, meine zukünftige Schwiegermutter - ein Gesicht wie ein ausgezehrter Dobermannpinscher, eine Figur wie ein zaundürres achtjähriges Knäblein.
"Ich überbringe ein Geschenk des Bräutigams!", trompetet sie - was ihr an Statur fehlt, macht sie gern in Dezibeln wieder wett. Heute wirkt sie noch kleiner und lauter als sonst, ertrinkt schier in ihrer scharlachroten Robe von Oscar de la Renta, die unter Garantie drei Mal mehr gekostet hat als das Auto meiner Mutter. Die Aufregungen rund um die Hochzeitsvorbereitung haben ihre ohnehin spartanische Diät auf ein äthiopisches Minimum reduziert. Jede Taube im Central Park ist besser genährt als diese Schnepfe.
"Oh, Claire, Schätzchen, du siehst ..." Offensichtlich in Ermangelung liebenswürdiger Adjektive presst Lucille eine schwer mit Klunkern bestückte Hand auf ihr sommersprossiges knochiges Dekollete. Und führt den Satz zum Sieg: "Du siehst deiner Mutter geradezu zum Verwechseln ähnlich."
Druckerpressen anhalten - hat Lucille dieses eine Mal tatsächlich ins Schwarze getroffen? Es haut mich um: Sie, die mit Vorliebe ins Fettnäpfchen tritt (statt abwechslungshalber mal ein Milligramm Butter zu sich zu nehmen), hat mir mein absolutes Lieblingskompliment gemacht - das im Übrigen, wie ich weiß, das höchste Lob ist, das sie zu vergeben hat. Lucille vergöttert meine Mutter, seit die beiden in Vassar gemeinsam in einem Studentenzimmer gehaust haben.
Mich überkommt so etwas wie Dankbarkeit. Gefühlsduseleien, die Lucille überhaupt nicht abkann. Weshalb sie mir fast schon grob ein Samtkästchen in die Hand drückt.
"Mach es auf!", kommandiert sie.
Ich tue brav wie geheißen - meine neueste schlechte Angewohnheit. Löse die Verschlussspange und stemme das störrische Scharnier des Kästchens auf. Auf einem üppigen schwarzen Samtkissen ruht ein atemberaubendes Diamantcollier - das teuerste Schmuckstück, das ich je in meinem Leben gesehen, geschweige denn in Händen gehalten habe.
"Ach, meine Liebe", schnurrt Lucille mit so verzücktem Blick auf die Kette, als wäre es ihr erstes Enkelkind. "Vintage Bulgari. Eine Wucht." Ich lege sie mir um den Hals, und zu dritt wenden wir uns erneut dem Spiegel zu. Perfekt. Absolut sensationell. Die Sekretärin meines Verlobten hat wirklich einen erlesenen Geschmack.
"Und ich habe einen Vorabdruck der Sonntagsausgabe ergattert", jubiliert Lucille, lässt ihre Handtasche von Judith Leiber aufschnappen und hält mir einen Zeitungsausschnitt hin.
Claire Traman, Randall Pearson Cox III
Claire Truman, Tochter des verstorbenen Charles Truman und seiner Frau Patricia aus Iowa City, Iowa, und Randall Pearson Cox III, Sohn von Lucille und Randall Cox II aus Palm Beach, Florida, gehen am heutigen Tag in der St. James' Episcopal Church in New York City die Ehe ein.
Miss Truman, 27, hat ihr Anglistikstudium in Princeton mit Auszeichnung abgeschlossen und arbeitet derzeit als Lektorin bei Grant Books. Ihre Mutter ist Malerin, ihr verstorbener Vater war Dichter und lehrte als Professor an der University of Iowa.
Mr. Cox, 31, ist leitender Geschäftsführer bei Goldman Sachs, der New Yorker Investmentbank. Nach dem Bachelorabschluss (ebenfalls in Princeton) erwarb er in Harvard sein Diplom in Volkswirtschaft. Seine Mutter ist Vorstandsmitglied des Flagler Museum und der Historischen Vereinigung von Palm Beach. Sein Vater war bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Jahr Vizepräsident von McCowan Trust, wo bereits sein Großvater als Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender wirkte.
"Alles in Ordnung mit dir, Claire?" Lucilles Blick ruht auf meinen Händen, die dermaßen zittern, als hielten sie einen unsichtbaren Presslufthammer umklammert. Zum Glück verfügt Lucille über die Konzentrationsspanne einer Babymücke und wird im nächsten Augenblick durch das Eintreffen unseres Make-up-Künstlers Jacques abgelenkt, der sie zu letzten Korrekturarbeiten auf einen Stuhl dirigiert.
"Wo steckt sie denn, deine Mutter?", ruft sie mir über die Schulter hinweg zu und hält gleichzeitig Ausschau nach dem einzig richtigen burgunderroten Lippenstift in Jacques' Werkzeugkasten.
"Sie wird jede Minute da sein." Ich schaue auf die Uhr, von dem innigen Wunsch beseelt, die Zeit wenigstens eine Sekunde anzuhalten, damit ich wieder zu Atem komme. Funktioniert nicht. Hat den ganzen Monat nicht funktioniert.
"Sie soll mir doch bei den Ohrringen helfen", quengelt Lucille.
Bea sieht ungläubig hoch. Ist aber auch schlicht lachhaft, der Gedanke, dass Lucille - die Grande Dame der Gesellschaft mit Schränken voll nie getragener Couture-Klamott en - meine Späthippiemutter fragt, welches Brillantenensemble von Harry Winston am besten zu der neuesten Pariser Haute-Couture-Robe passt. Meine Mutter, deren einziger Schmuck, solange ich sie kenne, ihr schlichter goldener Ehering ist. Mom, die unter einer dekadenten Verwöhnkur ein heißes Bad und ein Stündchen Aromatherapie bei ihrer besten Freundin in Iowa versteht - einer ebenfalls künstlerisch veranlagten Lesbe, die auf einer Farm ihre eigenen Seifensorten herstellt. Mom, die sich ausschließlich in Flanell-, Jeansund Batikstoffe kleidet.
Schwer vorstellbar, doch anscheinend sind die beiden in Vassar ein Herz und eine Seele gewesen.

Meet the Author

Bridie Clark is a former book and magazine editor who has worked for several major New York publishers. She lives in New York City with her husband. This is her first novel. To learn more about the author, you can visit www.bridieclark.com.

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