Transformation 3.0: Raus aus der Wachstumsfalle by Michael Müller, Johano Strasser | | NOOK Book (eBook) | Barnes & Noble
Transformation 3.0: Raus aus der Wachstumsfalle

Transformation 3.0: Raus aus der Wachstumsfalle

by Michael Müller, Johano Strasser
     
 
Kraftvolle Anti-Atom-Demonstrationen national und lebensbedrohliche Unfälle in Atomkraftwerken international beleben die Debatte um globale gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen. Die Menschheit erreicht die Grenzen des bisherigen Wachstums. Wachstum als Heilsbotschaft des letzten Jahrhunderts und Sinnbild für eine gute Zukunft hat

Overview

Kraftvolle Anti-Atom-Demonstrationen national und lebensbedrohliche Unfälle in Atomkraftwerken international beleben die Debatte um globale gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen. Die Menschheit erreicht die Grenzen des bisherigen Wachstums. Wachstum als Heilsbotschaft des letzten Jahrhunderts und Sinnbild für eine gute Zukunft hat politisch ausgedient: ökologisch ganz sicher - wie die konkreten Gefahren einer Klimakatastrophe zeigen; ökonomisch immer deutlicher - wie die Folgen der Finanzmarktkrise veranschaulichen. Michael Müller und Johano Strasser sind sich sicher: Ohne einen neuen Fortschritt geraten wir immer tiefer in die Geiselhaft von Wachstum. Die Alternative heißt Nachhaltigkeit. Die Autoren fordern eine offensive politische Diskussion jenseits der klassischen Wachstumsdoktrin. Sie entwerfen eine konkrete Vision, um den globalen Kapitalismus sozialökologisch zu bändigen: hin zu angepasster Mobilität, dezentraler Energieversorgung und effektivem Weltfinanzsystem; hin zu humanen Maßstäben für Wirtschaft und Lebensqualität.

Product Details

ISBN-13:
9783866025356
Publisher:
vorwärts buch
Publication date:
07/19/2012
Sold by:
Bookwire
Format:
NOOK Book
Pages:
130
File size:
276 KB

Read an Excerpt

Die Antwort auf die Globalisierung Die Leitidee der Nachhaltigkeit entstand noch in der zweigeteilten, auch ideologisch polarisierten Welt. Das erklärt, warum sie in den 1990er-Jahren zwar als ein Relikt aus einer untergegangenen Zeit hochgehalten, aber nicht wirklich ernst genommen wurde. Der Westen hatte zwar gewonnen, den Zusammenbruch der staatswirtschaftlichen Länder aber nicht als Schuss auch vor den eigenen Bug verstanden. Es blieb bei weitgehend folgenlosen Absichtserklärungen. Mit der rasant fortschreitenden Globalisierung traten dann die Probleme, die durch die Systemkonkurrenz zum Teil überdeckt worden waren, immer deutlicher hervor. Vor allem die heute nicht mehr zu leugnende Zerstörung der Biosphäre, am deutlichsten wahrnehmbar in der schnell fortschreitenden Erderwärmung, zwingt zum Umdenken. Die Folgewirkungen unseres Tuns, die wir meinten, in eine vage Zukunft verschieben zu können, ballen sich zu einer gegenwärtigen Bedrohung zusammen. Und dann kam 2008 auch noch der "schwarze September", die schwerste Wirtschaftskrise seit 1929, ausgelöst durch spekulative Blasen und grenzenlose Finanzgier. Auf einmal war überall die Forderung nach Nachhaltigkeit zu hören. Die Grenzen des Wachstums sind heute keine abstraktes Thema mehr, sondern in vielen Bereichen harte Wirklichkeit. Wir können nicht mehr warten und erst dann reagieren, wenn die ökologische Katastrophe eingetreten ist. Zwei Beispiele machen das deutlich: Der Klimawandel hat einen zeitlichen Vorlauf von vier bis fünf Jahrzehnten. Die Folgen, die wir in dem verstärkten Auftreten von Dürren, Überschwemmungen und Tornados bereits spüren, sind verursacht durch die anthropogene Anreicherung der Treibhausgase bis Ende der 1960er-Jahre. Die Emissionen der Jahre danach wirken sich erst im künftigen Klimawandel aus. Anders gesagt: Ein weiterer Anstieg der Erderwärmung kann für die nächsten fünf Jahrzehnte schon nicht mehr verhindert werden. Auch bei der Reichweite der Ölvorräte wäre es eine gefährliche Illusion zu glauben, wir könnten bis zum letzten Tropfen weitermachen und abwarten, ob uns inzwischen eine Alternative einfällt. Das geht schon deshalb nicht, weil die Nachfrage durch die nachholende Industrialisierung der großen Schwellenländer viel schneller als erwartet steigt, und damit schon jetzt, auf dem Höhepunkt der Ölförderung, harte Verteilungskämpfe beginnen, die von Jahr zu Jahr härter zu werden drohen. Heute wird uns die Rechnung für eine Wirtschafts- und Lebensweise präsentiert, die aus Gier und um des Augenblicksvorteils willen die Zukunft aufs Spiel setzt. Der bisher so erfolgreiche Weg der Industriegesellschaften kann, wie wir heute erkennen, in den Zusammenbruch führen - mit unübersehbaren Folgen für Demokratie, Wohlstand und das Zusammenleben der Völker. Die Abkehr vom überholten Wachstumsparadigma ist überfällig, die klassischen Steuerungsinstrumente Markt und Staat müssen neu justiert, die Dominanz der Finanzinstitute gebrochen und der Primat der Politik wiederhergestellt werden.

Meet the Author

Michael Müller ist Bundesvorsitzender der Naturfreunde und war zuletzt Parlamentarischer Staatssekretär im Bundes-umweltministerium. Johano Strasser ist Professor für Politikwissenschaft und Schriftsteller. Er zählt zu den wichtigsten Ideengebern einer modernen Reformpolitik.

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