Abiszett - König der Wörter: Geschichten und Spiele mit Buchstaben und Wörtern

Abiszett - König der Wörter: Geschichten und Spiele mit Buchstaben und Wörtern

by Claudia Gürtler

NOOK Book(eBook)

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Product Details

ISBN-13: 9783943199772
Publisher: edition zweihorn
Publication date: 05/04/2013
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 84
File size: 1 MB

About the Author

Claudia Gürtler Zuerst wollte es ja niemand glauben! Aber es hat sich gezeigt, dass es doch so ist: eigens zum Geschichten erzählen bin ich am 26. April 1954 in Basel zur Welt gekommen. Ausgerechnet mir stossen nämlich immer die seltsamsten Geschichten zu. Ich bin selten pünktlich, denn ich sitze stets in dem Zug, der nicht weiterfährt. Zeit für die Reisenden, mir ihre Geschichten zu erzählen. Immer suche ich mir die kleine Gasse aus, in der ein Clochard sein kleines Leben - und seine Geschichte, die erzählt werden muss - in Plastiktüten mit sich herumträgt. Und ich komme auf demselben Flughafen an wie das Paar, das sich vor dreissig Jahren aus den Augen verloren hat. In einer winzigen Dorfschule im Kanton Baselland, wo noch fünf Klassen im selben Schulzimmer sassen, habe ich lesen gelernt. Ich hatte sechs Klassenkameraden. Der Urs war mir der liebste, und mit Marie-Louise verbrachte ich die freien Nachmittage im Wald und auf der Burgruine. Mit den Zahlen stand ich stets auf Kriegsfuss, zum Entsetzen meiner naturwissenschaftlich orientierten Familie. Buchstaben hingegen waren von Anfang an meine Freunde. Lesen wurde schnell das Wichtigste im Leben, und Gutenberg ist der grösste Held der Weltgeschichte. Meine jüngere Schwester und ich sorgten in der Schule dafür, dass die Geschichten nie ausgingen. Und mein Bruder schrieb nach einem Fussballnachmittag "Vier zu vier gewann ich" in sein Tagebuch. Sobald ein paar Buchstaben ganz mir gehörten, begann ich, Geschichten aufzuschreiben. Sie handelten, klischeehaft, von Indianern, wilden Pferden und treuen Hunden. Und natürlich vom Zaubern mit allen Mitteln. Vom Leben, das in allen Dingen ist. Was ich nicht schreiben konnte, zeichnete ich. Mein Vater besorgte stets grosszügig Papier. 1974, nach der Matura (= Schweizer Abitur), wurde ich eine sehr unglückliche und schlechte Buchhändlerin, der es nie gelingen wollte, das Buch als blosse Ware zu sehen. Ich rettete meine Seele, indem ich mich nebenher vergnügte; als Rezensentin, Radiomitarbeiterin und - Geschichtenschreiberin. Eine Welt ohne Geschichten kann ich mir nun einmal nicht vorstellen. Das, was man "Erfolg" nennt, ist weitgehend ausgeblieben. Auch wenn ein paar Kinderbücher und viele Zeitungsartikel veröffentlicht und einige Radiomanuskripte gesendet wurden, ist der grösste Wunsch, die Veröffentlichung von Geschichten für Erwachsene, noch offen. Auch eine Verlagsheimat hat sich bis heute nicht gefunden. Zum Glück bin ich im Hoffen ein Naturtalent. Inzwischen bin ich drei Tage die Woche als Bibliothekarin tätig. Da treffe ich mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern zusammen und höre mir ihre Geschichten an. Auch in meinem Haus draussen auf dem Land hocken die Geschichten in den Ecken. Frühmorgens, wenn der Tag still und frisch ist, werden sie lebendig. Seit ich alleine lebe - mein Mann starb 1984 bei einem Bergunfall, und die drei erwachsenen Kinder sind eines nach dem anderen ausgezogen - sind es mehr geworden. Die besten Geschichten erlebe ich aber noch immer mit meinen beiden Töchtern, dem Sohn, mit unseren Ponys und Katzen. Mein ältestes Kind ist übrigens auch an einem 26. April zur Welt gekommen. Wahrscheinlich eigens zum Geschichten erzählen. Aber das glaubt mir ja doch keiner.

Read an Excerpt

"Darf ich mich vorstellen?", fragte das nur zwei Hände große und spindeldürre Männchen auf dem Fenstersims. "Ich bin Abiszett der Hundertneunundzwanzigste, König der Wörter." Er verneigte sich höflich und die Krone rutschte ihm auf die Nase. Marea unterdrückte ein Kichern und sagte: "Vielen Dank für deinen aufmunternden Besuch, spindeldürrer König der Wörter!" "Oh ja", sagte Abiszett erfreut und schnalzte genüsslich mit der Zunge, "ich sehe, du verfügst über große Schätze. 'Aufmunternd' und 'spindeldürr' sind seltene, aber sehr brauchbare und interessante Wörter. Doch, doch, du hast ganz schön viel Material gestapelt." Marea guckte unters Bett, wo nur ein paar Flusen lagen, und fragte verdutzt: "Was für Material meinst du? Und von was für Schätzen sprichst du?" "Nun, von Buchstaben und Wörtern natürlich, mit denen man spielen und Spaß haben kann, weil man aus ihnen Sätze und ganze Geschichten oder sogar lange Romane bauen kann." "Puh!", empörte sich Marea. "Hat dir niemand gesagt, dass wir Ferien haben? Ich meine, wo denkst du denn, dass wir hier sind? In der Schule etwa?" "Nein", rief Abiszett, dessen Begeisterung offenbar durch nichts zu dämpfen war, "wir sind auf dem größten Spielplatz der Welt. Du hast sechsundzwanzig Buchstaben, aus denen du Tausende von Wörtern machen kannst, gewöhnliche und ernste und lustige und ausgefallene. Und aus den vielen, vielen Wörtern kannst du Sätze machen und aus den Sätzen ..." Marea versuchte vergebens, ein gewaltiges Gähnen zu unterdrücken. König Abiszett sah sie strafend an und schlenkerte aufgebracht mit den kurzen Beinen. "Weißt du, was ich denke?", schnappte er wütend. "Ich denke, dass es wahrhaftig eine Sünde ist, sich zu langweilen, wenn einem solche Schätze zu Füßen liegen. Es ist ein ... ein ..." "Verbrechen?", half Marea freundlich nach. "Genau", bestätigte König Abiszett. "Oh", wunderte sich Marea. "Und was genau sollte ich deiner Meinung nach spielen auf dem größten Spielplatz der Welt? Noch dazu ganz allein?" "Jetzt bin ich ja da", tröstete Abiszett, der offenbar schnell zu versöhnen war. Er versuchte, vom Fenstersims direkt aufs Bett zu springen. Er verhedderte sich aber im Vorhang, der einen kleinen Riss bekam, und plumpste unsanft auf sein Hinterteil. "Oje", sagte Marea. "Rabauz", ergänzte der König. "Rums", sagte Marea. "Plumps", sagte der König. Dann besah er sich den Riss im Vorhang und sagte besorgt: "Ratsch!" "Ritsch!", fügte Marea hinzu. Abiszett kletterte mit einiger Mühe aufs Bett. Marea zog an seinen dünnen Armen. "Wir könnten das A-wie-Ananas-Spiel spielen", schlug der König vor, kaum dass er bequem saß. "Du wirst sehen, es ist kein bisschen langweilig", versprach der König. "Außerdem kannst du ein gestreiftes Bonbon gewinnen." "Ist es ein schwieriges Spiel?", fragte Marea, die vom Kranksein müde war. "Überhaupt nicht", versicherte der König munter. "Du musst dir nur von A bis Z besonders besondere Wörter ausdenken. Derjenige von uns beiden, der das lustigere Wort gefunden hat, bekommt einen Punkt. Und wer am Ende am meisten Punkte hat, bekommt das gestreifte Bonbon." Marea nickte verstehend und rief sogleich: "Achtung, fertig, los!" "Ananastorte", sagte der König. "Ananastortenfabrik", konterte Marea. "Anzugsreinigung." "Autobuswettrennen", sagte Marea. "Sehr witzig", lobte der König und Marea bekam einen Punkt für dieses Wort.

Table of Contents

1. Königlicher Besuch und die lustigsten Wörter des Alphabets 2. Ein Besuch beim Tierarzt 3. Ausflug mit Angel 4. Lehrerinnen, Blumentöpfe und andere gar nicht langweilige Sachen 5. Eine halbe Zeitreise 6. 0 bis 1000 Punkte für den König! 7. Rudolf hat Angst! 8. Ein Häuptling bittet den König der Buchstaben um Hilfe 9. "Trödelfritze" und andere schrecklich schöne Schimpfwörter machen sich selbstständig 10. Jede Menge komische Zoobewohner, oder: Das glaubt nur, wer's selbst gezeichnet hat 11. Durcheinander im Blumengarten - Pflanzen und ihre "Kinder" 12. Was genau ist das denn?! 13. Nixe, Troll, ET, Gremlin und Co. Unsere Welt ist bevölkerter, als wir denken 14 Abschiedstanz und Lorbeerkranz - Wir dichten!

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