Arbeit, Arbeitsmarkt und Betriebe

Arbeit, Arbeitsmarkt und Betriebe

Paperback(1996)

$69.99
Eligible for FREE SHIPPING
  • Want it by Tuesday, October 23?   Order by 12:00 PM Eastern and choose Expedited Shipping at checkout.

Overview

Arbeit, Arbeitsmarkt und Betriebe by Burkart Lutz, Hildegard M. Nickel, Rudi Schmidt, Arndt Sorge

Burkart Lutz 1. Schwächen und Verkürzungen der frühen Transformationsforschung Die tiefgreifenden Veränderungen in den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen Ostdeutschlands und in den Lebensbedingungen und Lebens­ chancen der ostdeutschen Bevölkerung, die im Gefolge der deutschen Einheit vonstatten gingen, lösten - unterstützt durch eine größere Zahl von Förder­ programmen - einen regelrechten Boom an Untersuchungen aus, für die sich sehr schnell der Oberbegriff der "Transformationsforschung" durchsetzte. Ih­ ren Fragestellungen und den Analysen und Interpretationen der Veröffentli­ chungen, die aus ihnen hervorgingen, lag nahezu durchgängig eine Argumen­ tationsfigur zugrunde, die weit über die Wissenschaft hinaus die öffentliche Diskussion bestimmte und die man geradezu als Paradigma der frühen Trans­ formationsforschung bezeichnen kann. Sie läßt sich ohne unzulässige Verein­ fachung in zwei Thesen zusammenfassen: 1. Der rasche Transfer der westdeutschen Institutionen in die ostdeutsche Wirtschaft und Gesellschaft löste Anpassungsprozesse in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen aus, die früher oder später - spontan oder mit Unterstützung staatlicher Hilfsprogramme - in einer weitgehenden Angleichung an die Verhältnisse münden werden, die sich in West­ deutschland (wie in allen anderen westlichen Industrienationen) seit dem zweiten Weltkrieg herausgebildet haben. 2. Die westlichen Verhältnisse liefern demzufolge die adäquate Folie und die zu ihrer Analyse entwickelten Konzepte und Methoden das geeignete Instrument zur Untersuchung der transformationsbedingten Veränderun­ gen.

Product Details

ISBN-13: 9783810016362
Publisher: VS Verlag f�r Sozialwissenschaften
Publication date: 06/12/2012
Edition description: 1996
Pages: 422
Product dimensions: 0.00(w) x 0.00(h) x 0.04(d)

Table of Contents

1. Schwächen und Verkürzungen der frühen Transformationsforschung.- 2. Ein neues Bild der Transformation von Arbeit und Beschäftigung: Drei Thesen.- 2.1 Strukturen und Prägungen aus der DDR-Zeit wirken fort.- 2.2 Die marktwirtschaftliche „Sanierung“ der DDR-Wirtschaft mündet in einer möglicherweise dauerhaften industriellen Verödung durch beschleunigte Tertiarisierung.- 2.3 Es gab nach der deutschen Einheit nur ein schmales Zeitfenster der Neuverteilung von Chancen.- 3. Zur Entstehungsgeschichte und Struktur des Berichtes.- 3.1 Der Berichtsauftrag.- 3.2 Eine Zeitfalle.- 3.3 Zur Struktur des Berichtsbandes.- A Arbeitsmarkt, Beschäftigung und Erwerbsverläufe.- 1. Kapitel Das Beschäftigungssystem der DDR.- 1. Einige konzeptionelle Überlegungen.- 1.1 Die Theorie der Arbeitsmarktsegmentation.- 1.2 Die Regulationstheorie.- 2. Die Herausbildung des DDR-Beschäftigungssystems vor dem Hintergrund einer vorwiegend extensiven Wachstumsstrategie.- 2.1 Grundzüge des Beschäftigungssystems.- 2.2 Relative Erfolge des DDR-Beschäftigungssystems.- 2.3 Ungereimtheiten und Widersprüche des in der Phase überwiegend extensiven Wachstums entstandenen Beschäftigungssystems.- 3. Die Tendenz zu immer engerer Betriebsbindung d er „Werktätigen“.- 3.1 Der Diskurs: Schlüsselrolle der Stammbelegschaft und negative Bewertung von Fluktuation.- 3.2 Zielsetzungen und Instrumente betrieblicher Arbeitskräftepolitik.- 3.3 Fluktuation und Betriebszugehörigkeit.- 4. Der mißlungene Übergang zu intensivem Wachstum — zunehmende Dysfunktionalitäten im Beschäftigungssystem.- 4.1 Intensives Wachstum und die Notwendigkeit der Reallokation von Arbeitskraft.- 4.2 Die neue Lage der 80er Jahre: Kaum noch zusätzliche Arbeitskräfte mobilisierbar.- 4.3 Geringer Erfolg von Kampagnen zur „Freisetzung für neue Aufgaben“.- 4.4 Zunehmende Blockierungen seit dem Beginn der 80er Jahre.- 4.5 Ausblick.- 2. Kapitel Der Zerfall der Beschäftigungsstrukturen der DDR 1989–1993.- 1. Allgemeine Tendenzen.- 1.1 Der Beschäftigungseinbruch als beherrschendes Ereignis der Jahre 1989/92.- 1.2 Arbeitsplatzabbau als sektorales Phänomen.- 1.3 Exkurs: Methodische Überlegungen und Entscheidungen.- 1.4 Betroffenheit und Arbeitsmarktchancen als individuelles Schicksal.- 1.5 Der Einfluß des Arbeitsplatzes von 1990.- 2. Der Zusammenbruch der Industrie.- 2.1 Die Rolle der Treuhandanstalt.- 2.2 Starke Differenzen in Umfang und Tempo des Personalabbaus zwischen Industriezweigen.- 2.3 Was wurde aus den Industriebeschäftigten des Jahres 1990?.- 3. Der Umbruch in der Landwirtschaft.- 3.1 Das „Landwirtschaftsanpassungsgesetz“ und der Zwang zu rascher, radikaler Veränderung der Betriebsstrukturen.- 3.2 Die Herausbildung einer neuen Agrarstruktur und die Überlebenskraft vieler LPG-Nachfolger.- 3.3 Was wurde aus den Arbeitskräften?.- 4. Zwischenbilanz und offene Fragen.- 4.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Industrie und Landwirtschaft.- 4.2 Was geschah im Handel?.- 4.3 Welche Rolle spielte die Arbeitsmarktpolitik?.- 4.4 Welche Bedeutung hatten Regionaleffekte der Beschäftigungsentwicklung?.- 3. Kapitel Die mühsame Herausbildung neuer Beschäftigungsstrukturen.- Vorbemerkungen.- 1. Die Beschäftigungsentwicklung seit 1989/90: Sprung in die Dienstleistungsgesellschaft oder industrielle Verödung?.- 1.1 Die Erwartung beschleunigter Anpassung an die westlichen Verhältnisse.- 1.2 ... war wenig realistisch.- 1.3 Die massive „Verkleinbetrieblichung“ des produzierenden Gewerbes.- 1.4 Die Entwicklung der Dienstleistungsbeschäftigung 1989 – 1994.- 1.5 Weiterhin sehr hohe Abhängigkeit der ostdeutschen Beschäftigung von Transferleistungen aus dem Westen.- 2. Wer blieb und wer ist neu dazugekommen? — Die Konstituierung neuer Personalstrukturen.- 2.1 Stabilität und Mobilität zwischen 1990 und 1994.- 2.2 Große Unterschiede zwischen den Beschäftigungsbereichen.- 2.3 Alte und neue Segmentationslinien.- 2.4 Inkonsistente Politiken und instabile Strukturen.- 3. Neue Problemlagen.- 3.1 Der Fortbestand stark betriebszentrierter Strukturen und der „Filmriß“ demographischer Reproduktion.- 3.2 Der Widerspruch zwischen Verkleinbetrieblichung und der Schwäche berufsfachlicher Arbeitsmärkte.- 3.3 Tendenzen zur Verfestigung eines Segments instabiler, prekärer Beschäftigung.- 3.4 Abschließende Bemerkungen: Arbeitslosigkeit als dauerhaftes Arbeitsmarktsegment?.- 4. Kapitel Berufsverläufe und Erwerbsschicksale.- 1. Veränderung der Erwerbspositionen seit 1989.- 2. Erwerbsverläufe im Transformationsprozeß.- 3. Berufsmobilität im Transformationsprozeß.- 3.1 Branchenumbau und berufsstrukturelle Veränderungen.- 3.2 Pfade beruflicher Mobilitätsprozesse.- 3.3 Mobilitätschancen und -risiken.- 4. Selektionsmuster und Allokationskriterien.- 5. Schlußbemerkungen.- B Der Umbruch der ostdeutschen Industrie.- 5. Kapitel Management in Ostdeutschland und die Gestaltung des wirtschaftlichen und sozialen Wandels.- 1. Sozialwissenschaftliche Herausforderungen — Der Beitrag des Managements zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung.- 2. Die Tradition — Manager im Sozialismus.- 3. Treuhandanstalt und Management: Anmerkungen zur unmittelbaren Zeit nach der Vereinigung.- 4. Struktureller Umbruch und personelle Kontinuität? Die These der ,Elitenreproduktion‘.- 5. Krise, Manager und Ingenieurskulturen.- 6. Die manageriale Rekonstruktion des Betriebes.- 6.1 West und Ost: Anmerkungen zur gegenseitigen Einschätzung des Managements.- 6.2. Innovationsfähigkeit am Beispiel neuer Organisations- und Managementkonzepte.- 6.3 Autorität, Herrschaft und die Frage der Partizipation.- 6.4 Die Funktion des Betriebsrats im betrieblichen Management.- 7. Die manageriale Rekonstruktion der Umwelt: Absatzmärkte und technikorientierte Produktpolitiken.- 8. Die Restrukturierung der Betriebs- und Wirtschaftsstruktur in der Krise: Ein Resümee zum Beitrag des Managements in Ostdeutschland.- 6. Kapitel Restrukturierung und Modernisierung der industriellen Produktion.- 1. Einleitung.- 1.1 Zur Forschungslage.- 2. Zur ökonomischen Restrukturierung der ostdeutschen Industrie.- 3. Von der Sanierung zur Modernisierung der Betriebe.- 3.1 Die Treuhandanstalt zwischen Auktionsbörse und Industrieministerium.- 3.2 Exkurs: Das Kombinatserbe.- 3.3 Die Phase der Grundsanierung.- 3.4 Zu den betrieblichen Modernisierungsproblemen.- 7. Kapitel Industrielle Beziehungen in Ostdeutschland: Transferierte Institutionen im Deindustrialisierungsprozeß.- 1. Strukturentscheidungen der Einigungspolitik.- 2. Ausgangsbedingungen des Institutionen-Transfers.- 2.1 Divergenzen: ostdeutsche Erfahrungen — westdeutsche Institutionen.- 2.2 Der Transfer der Tarifverbände.- 2.3 Neubildung von Belegschaftsvertretungen.- 3. Tarifpolitik jenseits der Betriebe.- 4. Die Phase der Treuhandverwaltung: Betriebsräte in Koalition mit dem Management.- 5. Nach der Privatisierung: Betriebsräte zwischen Kooperation und alternativloser Anpassung.- 6. Gewerkschaften zwischen Mitgliederzuwachs und organisatorischer Schwäche.- 7. Resümee: Die unvollkommene Implementierung der Industriellen Beziehungen und defizitäre Sozialintegration.- C Neue Beschäftigungsfelder: Strukturen und Akteure.- 8. Kapitel Großbetriebliche Dienstleistungen. Rascher Aufbau und harte Konsolidierung.- O. Vorbemerkung.- Drei Ausgangsthesen:.- 1. Mythos Dienstleistung. Umbruch und Neustrukturierung.- 1.1 Säkularer Strukturwandel: Auch in den neuen Bundesländern?.- 1.2 Heterogenität des Umbaus.- 1.3 Tertiarisierung: Hoffnungsträger für Beschäftigung?.- 2. Führungskräfte: Gestaltungschancen und Handlungsgrenzen.- 2.1. Die Zeitachse als Gelegenheitsstruktur.- 2.2. Führungskräfte Ost und Management West in der „Wende“.- 2.2.2 Absetzung der ostdeutschen Führung.- 2.2.3 Ein- und Aufstiege ostdeutscher Führungskräfte.- 2.2.4 Rückwirkungen: „Freiräume Ost gegen Verkrustung West“?.- 3. Frauenbeschäftigung: Neue Verteilungskämpfe.- 3.1 Verdrängung und Behauptung.- 3.2 Subtile Differenzierungen.- 4. Das Fazit: Eine Zwischenbilanz.- 9. Kapitel Kleinbetriebe: Entstehung, Bestandsbedingungen und Entwicklungspotentiale.- 1. Einleitung: Der Stellenwert von Kleinbetrieben in Ostdeutschland.- 2. Kleinbetriebe — Quantitative Verschiebungen im Transformationsprozeß.- 2.1 Kleinbetriebe in der DDR.- 2.2 Entwicklung von Kleinbetrieben nach 1989.- 2.3 Fazit: Fortwirkende Traditionen in der neuen ostdeutschen Kleinbetriebsökonomie.- 3. Wirtschaftliche Situation und Beschäftigungsentwicklung ostdeutscher Kleinbetriebe.- 3.1 Strategie und Umwelt als Eckpunkte einer Kleinbetriebstypologie.- 3.2 Bestandsbedingungen von Kleinbetrieben.- 3.3 Fazit: Entwicklungspotentiale von Kleinbetrieben.- 4. Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen in ostdeutschen Kleinbetrieben.- 4.1 Die Beschäftigtenstruktur, Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen.- 4.2 Prekarisierung von Beschäftigungsverhältnissen und Reaktion auf Flexibilitätserfordernisse.- 4.3 Diffenzierte Muster des Personaleinsatzes.- 4.4 Fazit: Heterogenität im Personaleinsatz als Ergebnis von Enstehungshintergrund, Umweltanpassung und strategischer Entscheidung.- 5. Die „neuen“ Netze — Leistungsverflechtung und Kooperationsbeziehungen.- 5.1 Leistungsverflechtung ostdeutscher Kleinbetriebe.- 5.2 Kooperationsbeziehungen.- 5.3 Formen der Kooperation.- 5.4 Fazit: Kooperation als Mittel zur Überwindung von Ressourcenengpässen.- 6. Schlußbemerkungen: Kleinbetriebe als Hoffnungsträger oder Lückenbüßer?.- Literatur.- Autoren.

Customer Reviews

Most Helpful Customer Reviews

See All Customer Reviews