Die Sonnenprinzessin

Die Sonnenprinzessin

by Michael Sagenhorn

NOOK Book(eBook)

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Overview

Folgen Sie uns auf die Welt Avalgaron. Dort träumt der junge Bauer Invero von einem aufregenden Leben voller Abenteuer. Er kann nicht ahnen, dass sich seine Wünsche schon bald erfüllen, denn auf der Welt der Götter herrscht Migrapai, die Sonnenprinzessin. Ihre Schönheit wird nur von ihrer Grausamkeit übertoffen. Eine ihrer liebsten Beschäftigungen ist es Sterbliche in ihren Bann zu ziehen, um sie gegeneinander auszuspielen. Unter Migrapais Einfluss werden aus treuen Freunden Totfeinde, gehen Reiche durch grausame Kriege zugrunde. Als Invero auf die Sonnenprinzessin trifft, muss er über sich selbst hinauswachsen, wenn er an dieser Begegnung nicht verzweifeln will.

Product Details

ISBN-13: 9783955271046
Publisher: Club der Sinne
Publication date: 09/22/2013
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 70
File size: 326 KB

Read an Excerpt

Der Schlachtenlärm schallte zu den weit entfernten Wänden der Gebirgsmassive, und sein Echo brüllte gegen den tobenden Himmel. Das Wutgeschrei der Kämpfer vereinte sich mit den grässlichen Rufen sterbender Soldaten. Ein Regen aus Wasser, Blut und Pfeilen strömte den gepanzerten Leibern auf beiden Seiten entgegen. Schwerter krachten aufeinander, Rösser donnerten gegen hölzerne Kriegsmaschinen. Die Soldaten rutschten über Matsch und aufgebrochene Körper, über Gliedmaßen und verloren gegangene Schilde. Migrapais Gehör war so fein, dass sie Beschimpfungen und Flüche aus dem Kampfgeheul ausmachen konnte. Ein junger Soldat lag in seinem Urin und flehte nach seiner Mutter, bevor ein Gegner seinen Schädel mit einem Morgenstern zertrümmerte. Ein anderer, von einer Lanze aufgespießt, wimmerte den Namen seiner Frau, während er elend zugrunde ging. Die beiden Parteien, die verfeindeten Herzogtümern der Menschen angehörten, zerfleischten sich gegenseitig, doch einen Sieger gab es nicht. Dennoch lächelte Migrapai still und besah mit kalten Augen das Geschehen von sicherer Entfernung aus, auf dem Balkon ihres Palastes, den Gottkaiser Loor auf ihre Bitte hin hat errichten lassen. "Zählst du schon wieder die Leichen derer, die zu deinem Vergnügen ihr Leben gelassen haben?", kam es leise von hinten. Migrapai schwang sanft herum. Ihr Lächeln erstarb, doch sie erwiderte den Blick des Störenfriedes ohne Groll. "Jaron! Zur Zeit ist dein Erscheinen nicht günstig, lieber Bruder! Hat Vater dich geschickt?" Der jung wirkende Mann senkte den Blick, um seine Trauer zu verbergen. "Vater spricht nicht sehr oft über dich. Vielleicht hat er es aufgegeben, dich ändern zu wollen." "Dann ist es ja gut!" Damit wandte sie sich wieder dem Schauspiel zu. "Warum dieser Hass, Migrapai?" "Du ermüdest mich!" "Du bist eine Sonnenprinzessin ..." "Und du ein Sonnenprinz. Und jetzt lass mich in Ruhe! Ich habe die Belehrungen meiner Geschwister ebenso satt wie die unseres Vaters." "Es gab eine Zeit, da warst du anders. Erinnerst du dich noch, als wir den See von Sinaryen ..." "Erspare mir deine Anekdoten über unsere Kindheit, Jaron." Migrapai wirbelte wieder herum und funkelte Jaron voller Abscheu an. "Das Mädchen von einst wusste nichts! Das Mädchen wusste nicht, was es bedeutet, ein Kind des Gottes Loor zu sein. Es wusste nichts von der Macht über sterbliche Kreaturen, nichts von der Schönheit jenes Leibes, den es einst als Frau besitzen würde, den es zu gebrauchen verstehen würde, Sterbliche an sich zu fesseln." Migrapai streckte ihre Hand der Schlacht entgegen. "Sieh sie dir an, Bruder. Wie sie über sich herfallen, nur um sich meiner Gunst zu versichern. Armselige, traurige Geschöpfe!" "Auch unsere Mütter waren sterblich. Vergiss das nicht! Wir sind keine Götter. Zum Teil gehören wir ihnen an." Jaron warf einen verbitterten Blick auf die kämpfenden Horden, dann ging er ohne ein weiteres Wort.

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