Die Zeitreisende, 13. Teil: Neu Guinea: Die Suche nach den verborgenen Sendern geht weiter

Die Zeitreisende, 13. Teil: Neu Guinea: Die Suche nach den verborgenen Sendern geht weiter

by Hardy Manthey

NOOK Book(eBook)

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Product Details

ISBN-13: 9783863946159
Publisher: EDITION digital
Publication date: 01/01/2014
Sold by: CIANDO
Format: NOOK Book
Pages: 405
File size: 586 KB

About the Author

Ich bin Jahrgang 1955. Meine Heimat war und ist bis heute das kleine mecklenburgische Städtchen Sternberg. Meine glückliche Kindheit teilte ich mit den jüngeren Zwillingen, Bruder und Schwester. Mein Vater war Arzt und hatte deshalb für uns Kinder leider nur wenig Zeit. Als ich neun Jahre alt war, starb er im Alter von 32 Jahren. Für mich endete damals die heile Kinderwelt. Lustlos überstand ich zehn Schuljahre oder wie man heute sagt, die mittlere Reife wurde erreicht. Noch lange nicht für das Leben reif, lernte ich Gärtner. Weil ich mich nach der Lehre weigerte, als Unteroffizier in der NVA zu dienen, musste ich meinen Grundwehrdienst in Berlin beim Wachregiment „Friedrich Engels“ am Kupfergraben ableisten. Das erwies sich als ein großer Glücksfall, denn die Museumsinsel mit dem Pergamonaltar und den anderen archäologischen Schätzen lag direkt vor meiner Kaserne. Schon in der Kindheit faszinierten mich Geschichte und Geschichten aus vergangenen Zeiten. Die Berliner Zeit nutzte ich ausgiebig. Alle Museen und Kunstausstellungen in Berlin waren meine neue Heimat. Viele eindrucksvolle Theatervorstellungen und Konzerte machten die Armeezeit für mich erträglich. Nach der Armeezeit folgte ich dem Angebot, als Angestellter der Kreisverwaltung den Sozialismus zu stärken und trat in die Partei ein. Man wollte mich unter Kontrolle haben, denn ich hatte 1968 Flugblätter mit Aufrufen zum Protest gegen die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ verteilt. Nur dem vollen Einsatz meiner Mutter hatte ich zu verdanken, dass mir Schlimmeres erspart blieb. Ich bin ihr heute noch dafür dankbar. Meine Arbeit war und ist nicht spektakulär. Ein Höhepunkt war lediglich der Einsatz im Winter 1978/79. Meine wirklichen Interessen lagen in einer ganz anderen Richtung. Ich wollte die große weite Welt sehen. Bescheiden ging es erst einmal in Richtung Osten. Nach zwei Reisen nach Prag und Moskau wurde ich als Reiseleiter für „Jugendtourist“ angeworben. Gleich auf der ersten Reise sicherte eine Lebensrettung meine Zukunft als Reiseleiter. Ich beobachtete, wie einer meiner jungen Männer in den Wellen des Schwarzen Meeres verschwand. Als guter Schwimmer und Taucher zog ich den leblosen Mann an den Haaren aus den Tiefen des Meeres hoch. Am Strand konnte er mit vereinten Kräften zurück ins Leben geholt werden. Als er am späten Abend wieder zu Kräften gekommen war, gestand der junge Mann mir, dass er von der Staatssicherheit auf mich angesetzt sei. Meine nicht politisch korrekten Äußerungen auf der Reise würden jetzt natürlich nicht mehr im Bericht stehen. Es kam noch besser für mich. Fortan informierte er mich über meine Stasi–Leute in den Reisegruppen. Diese Menschen habe ich natürlich in Watte gepackt und mir auf diese Weise immer neue Reisen als Reiseleiter gesichert. So führten mich dann viele schöne Reisen in das sogenannte sozialistische Ausland. Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Sowjetunion. Ein besonderer Höhepunkt war die Reise zum Baikalsee. Nach der Wiedervereinigung stand mir nun endlich die ganze Welt offen. Meine Reisen folgten natürlich den Pfaden der Weltgeschichte. Die Erholung kam dabei aber auch nicht zu kurz. So war Kreta mit dem Palast von Kossos ein Muss. Aber auch die westliche Türkei mit den antiken griechischen Städten, wie zum Beispiel Pergamon, gehörte zu meinen vielen Zielen. Nach einem Urlaub in Tunesien folgte dann endlich mein Traumland Ägypten. Ägypten war mir dann auch gleich eine zweite Reise zu den Pyramiden wert. Dort an den Pyramiden wurde ich von der Geschichte der „Zeitreisenden“ heimgesucht. Zurück in der Heimat war es von nun an meine Bestimmung, ihre Geschichte niederzuschreiben. Eine schöne Aufgabe, die mich bis zum heutigen Tag fesselt. In einem lichten Moment zeigte ich damals gleich bei meinem Arbeitgeber meine neue Nebentätigkeit als Schriftsteller an. Ein Glücksfall, wie es sich Jahre später herausstellte. Als ich drei dicke Romane fertig hatte, drängte meine Frau, einen Verlag für meine Geschichten zu suchen. Nach etlichen Hürden konnte ich dann mein dickes Buch „Die Zeitreisende“ veröffentlichen. Allerdings druckte der Verlag, die Deutsche Literaturgesellschaft, die Rohfassung. Damit fing der Ärger für mich erst richtig an. Ich verkündete meinen Kollegen stolz, dass ich ein Buch veröffentlicht habe. Ein Kollege stellte in den Raum, dass ich es am Arbeitsplatz geschrieben hätte. Die ordentliche Kündigung folgte einen Tag später. Erst ein Gerichtsbeschluss rehabilitierte mich und die Kündigung war unwirksam. Zu meinem Recht gekommen, hoffe ich nun, meiner Leidenschaft für spannende Geschichten in Zukunft ungestört nachgehen zu können. Hardy Manthey

Read an Excerpt

Aphrodite will weg von dem geschwätzigen Mann, aber etwas sagt ihr, dass sie bleiben soll.
„Sie haben mich sehr wohl verstanden, junge Frau. Ich weiß, dass Sie Deutsche sind, auch wenn Sie britische Pässe haben!“, behauptet Ingenieur Armin Rohdeck und lächelt sie freundlich an.
Es schlägt bei ihr ein wie Blitz und Donner. Der Mann ist vom deutschen Geheimdienst. Ihre Tarnung ist aufgeflogen, nein, ist nie eine Tarnung gewesen. Die Deutsche Informationsquelle muss direkt bei den Briten im Amt zu finden sein.
Um Fassung bemüht sagt sie: „Schön, dass Sie sich bei mir vorgestellt haben. Die Herren bis Aden waren weniger gesprächig!“
„Das ist ein Kapitel für sich, Frau Güldner. Darum bin ich auch hier. Was Sie den britischen Behörden in Aden an Lügen aufgetischt haben, mag den Eierköpfen dort genügt haben. Mir und meinen Auftraggebern genügt es nicht. Ich möchte, dass unser kleines Gespräch bei mir in der Kabine fortsetzt wird. Sie haben vorerst gar nichts zu befürchten. Ganz entspannt, bei einem Glas Rotwein, dürfen Sie mich aufklären. Übrigens, für Sie habe ich auch noch Neuigkeiten!“, erzählt er höflich, aber aus seinem Mantel lugt eine Pistole hervor.
Aphrodite will wissen, was der Mann noch weiß, ins Jenseits kann sie ihn immer noch schicken und sagt lächelnd: „Wer mich so höflich zu einem Glas Rotwein einlädt, dem kann ich nicht nein sagen.“
Seine Pistole im Rücken geleitet er Aphrodite in seine kleine Kabine. An einem kleinen Klapptisch mit zwei Stühlen nehmen sie beide Platz. Er zaubert eine Flasche Rotwein und zwei Gläser hervor. Der Mann schenkt ein, reicht Aphrodite ein Glas und sagt: „Zum Wohl schöne Frau.“
Aphrodite trinkt erst, als er trinkt und sein Glas in einem Zuge leert.
Ingenieur Armin Rohdeck lächelt, füllt sein Glas neu, trinkt und sagt: „Sie sind doch sonst nicht so misstrauisch. Beim größten Ganoven der arabischen Welt, vielleicht gar des ganzen Empire, haben Sie sich sogar in den Palast gewagt. Dass der alte Betrüger nach langer Zeit wieder eine Frau hinein lässt, verwirrt mich. Dass der alte Knochen auf schöne Frauen steht, sei ihm gestattet. Sie sind wirklich eine sehr schöne Frau!“
„Danke“, erwidert Aphrodite kurz angebunden und fühlt sich nicht wohl. Auch wenn der Mann sich vor ihr recht entspannt und gut gelaunt gibt.
„Vor allem dann, wenn nur Stunden später, natürlich wenn sie schon an Bord und weit weg von Aden sind, Lord Falmouth tot aufgefunden wird. Eine Kugel hat ihn im Gesicht hässlich entstellt!“, setzt der Ingenieur fort.
„Woher wissen Sie das, wenn Sie jetzt mit auf dem Schiff sind? Vom Kapitän können Sie unmöglich solche Nachrichten erfahren haben. Also, woher wollen Sie das wissen?“, fragt Aphrodite verwirrt und glaubt dem Mann. Er wirkt überzeugend. Wie ist es möglich, dass der Lord tot ist?
„Frau Güldner, wir leben in einer schnellen Zeit. Ich bin erst heute in der Früh vom britischen Tamrida (heute Saihüt, Jemen) mit einem Schnellboot auf Ihr Schiff zugestiegen. Alles nur eine Frage des Preises“, berichtet er freimütig, nippt an seinem Wein und erzählt weiter: „Darum weiß ich vom tragischen Ende des alten Gauners. Wir haben auch später erst erfahren, unter welcher neuen Identität Sie auf das Schiff gestiegen sind. Zuerst wurde geglaubt, dass Sie in Aden untertauchen wollten und es auch getan haben. In der Bordliste fehlten Sie. Erst unser Informant in der Polizei hat uns aufgeklärt. Mit einem Flugzeug bin ich von Aden dann nach Tamrida geflogen. Sie sehen, wir kriegen alles heraus. Der Geldgier der Briten sei Dank!“
„Das mit Lord Falmout tut mir unendlich leid!“, behauptet Aphrodite ehrlich betroffen.
„Was hat Sie in den Palast des alten Ganoven geführt? Früher hat er alles, was einen Rock trug, dort gevögelt. Das ist aber schon lange her. Sie waren auch schon lange raus aus dem Palast und auf dem Schiff, als sich der alte Hund in seinen Palast begeben hat. Hat sie das brave Söhnchen gebumst? Was ich nicht recht glauben kann. Wir haben eine unserer schärfsten Mitarbeiterinnen auf ihn angesetzt. Fehlanzeige. Er steht treu zu seiner jungen schönen Frau. Auch wenn Sie ein schweres Kaliber sind. Dennoch, für eine schnelle Nummer hat er Sie bestimmt nicht in den Palast geholt. Das machen weder Vater noch Sohn. Wenn sie Frauen in den Palst ließen, blieben sie oft über Monate dort. Manche Frauen wurden nie mehr gesehen. Was hat der alte Lord oder sein Sohn wirklich von Ihnen gewollt?“
„Mit Faschisten arbeite ich nicht zusammen!“, erwidert Aphrodite schroff. Der Mann ist definitiv der Letzte, der es erfährt.
Armin Rohdeck grinst: „Ich bin Schweizer und arbeite nur für Geld. Für Geld haben wir Schweizer schon an allen Fronten gekämpft, das müssten sie doch auch wissen. Die große Weltpolitik interessiert mich nicht. Allerdings, die Deutschen zahlen gut und pünktlich. Sind Sie eine Kommunistin oder doch Jüdin?“
Aphrodite lächelt zurück und behauptet: „Maria Lindström, Schwedin, ohne Konfession. Spezialisiert auf das Plündern antiker Gräber und Kultstätten. Illegaler Handel mit allem, was antik ist. Die Aphrodite Güldner ist eine der aktuellen Tarnungen, die gut bei Kunstsammlern und Möchtegern-Archäologen ankommt. Der Name Güldner hat einen guten Klang bei Grabräubern und Kunstsammlern!“
„Das wussten die Deutschen noch nicht. Darum der Ehemann, der ein Archäologe gewesen sein soll. Zur Konkurrenz übergewechselt? Allerdings, das erklärt den wahren Grund, warum sie im Palast des Lords waren. Der soll alles mitgehen lassen haben, was er an antikem Kram kriegen konnte!“, ruft der Schweizer erstaunt aus.
„Kann schon sein!“, gibt sich Aphrodite einsilbig.
„Was haben Sie dort gesehen?“, fragt er mit bohrendem Blick.
„Genug, um alles zu riskieren. Ich vermute, dass sein Sohn mir leider nun zuvor kommen wird. Er wird es auch gewesen sein, der den Alten postwendend umgelegt hat!“, klagt Aphrodite. Ade kleines Mammut, stöhnt Aphrodite. Dass ihre freimütige Auskunft über den Wert der Sammlung gleich so blutige Konsequenzen hat, konnte sie wirklich nicht ahnen.
„Sie haben dem Sohn glaubhaft klar gemacht, was für wahre Schätze der Alte angehäuft hat. Das alles in klingende Münze umwandeln, ging natürlich nur, wenn der Alte weg ist. Jetzt passt alles zusammen. Nun fehlt mir nur noch das Mosaiksteinchen, was mir erklärt, wie zwei gut ausgebildete Männer spurlos von einem Schiff verschwinden können?“
„Sie werden es wissen, wenn ich Sie verschwinden lasse!“, erwidert zynisch Aphrodite. Dass der Mann vor Bombay weg muss, ist für sie außer Zweifel.
„Dann sind Sie auch meine erste Zielperson. Schade. Ich hätte Sie wirklich gerne einmal so richtig durchgefickt. Sie sind wirklich ein heißes Teil. Ihr Hintern hat was!“, erwidert Armin Rohdeck bedauernd.
„Darf ich jetzt gehen? Es ist alles gesagt worden. Mein Mann wird mich langsam vermissen. Oder legen Sie mich jetzt gleich um?“, fragt Aphrodite und aktiviert schon ihren Stab.
Ingenieur Rohdeck nickt: „Danke Gnädige Frau, es war alles sehr aufschlussreich. Hat mich wirklich gefreut. Ich weiß, Sie werden nicht die Seite wechseln. Warum auch immer? Aber ich mag Männer und ab heute auch Frauen mit Prinzipien. Darf ich noch eine letzte Frage stellen, bevor Sie gehen?“
„Fragen sie!“
„Sie haben eine blutige Spur durch Ägypten gezogen. Haben Sie die vielen Männer umbringen lassen, oder selbst Hand angelegt? Ich frage nur, weil es mich persönlich interessiert. Es hat nichts mit meinem Auftrag zu tun!“, fragt Rohdeck gelassen und trinkt vom Wein.
„Ich habe nie einen Mann nur so umgebracht. Es war immer Notwehr und das letzte mögliche Mittel, um selbst zu überleben“, behauptet Aphrodite und kann tatsächlich ungehindert die Kabine verlassen.

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Die schwarzen Reiter Suakia, am Roten Meer Der Mann aus Ostpreußen Das Haus Weizmann Jäger und Gejagte Kurz vor acht Uhr morgens Danach, der Kapitän entscheidet! Aden, Polizeihauptquartier Der Kopfgeldjäger Bombay Ankunft in Madras (heute Chennai) Madras, Katholisches Krankenhaus Sankt Anna, zwei Monate später Mit dem holländischen Frachter „Van Imhoff“ von Madras nach Singapur Anche van Brügge Es blinkt ein einsames Segel am Horizont Wie tickt ein Zuhälter? Singapur, das Herz des britischen Imperiums in Südostasien Auf der „Cutty Sark“ SOS Eine namenlose Insel in der Javasee Neu Guinea – Hafenstadt Merauke Der Mönch Das Abendmahl Unbekannte Freunde Aufbruch ins Ungewisse Männer, Alkohol und der Tod Der Morgen danach In der grünen Hölle Neu Guineas Die Goldsucher Zwei Tage später Im Baliem – Tal Tod und Verderben Sender Nummer 2

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