Geiseldrama in Dribbdebach

Geiseldrama in Dribbdebach

by Frank Demant

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Product Details

ISBN-13: 9783940908926
Publisher: Röschen Verlag
Publication date: 09/25/2012
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 180
File size: 1 MB

About the Author

Frank Demant, geboren 1959 in Frankfurt/Main, aufgewachsen im Stadtteil Fechenheim. Besuchte das Helmholtz-Gymnasium in Bornheim. Von 1984 bis 2005 Taxifahrer in Frankfurt. Seit Mai 2005 ist Demant freier Schriftsteller. Lebt abwechselnd in Frankfurt und Costa Rica.

Read an Excerpt

Früher war Herr Schweitzer jünger. Heutzutage wurde er von Einkaufswägelchen ziehenden Greisen aus den diversen Sachsenhäuser Altersheimen links und rechts überholt. Strenggenommen war er mit seinem schlurfenden Gang ein Verkehrshindernis. Dabei war er erst siebenundvierzig. Irgendwie mußte der Prozeß zur Langsamkeit hin schleichend gewesen sein, der, und daran glaubte Simon Schweitzer ganz feste, etwas mit dem Fehlen jedweden Stresses in seinem Leben zu tun haben mußte. Vor drei Jahren hatte er seinen Job als Straßenbahnfahrer geschmissen und lebte nun ganz prima von Mieteinnahmen, Erbschaft und nicht unerheblichem Börsengewinn. Nicht daß sein Leben vollkommen sorgenfrei gewesen wäre, aber so doch annähernd. Bis auf die nun schon seit Anfang Februar andauernde regnerische Gräue und die kleine Mißstimmung mit seiner Liebsten Maria von der Heide war eigentlich alles im Lot. Es gab einfach keinen Grund zur Eile. Er würde seine Bank schon noch früh genug erreichen, um diesen Arschlöchern mal ordentlich die Meinung zu geigen. Hatten die doch einen Überweisungsauftrag wegen einer Unterdeckung von läppischen zwölf Euro zurückgewiesen und ihm dafür sechs Euro an Gebühren abgeknöpft. Und das, obwohl er bei einer Tochterfirma der Teutonischen Staatsbank ein immenses Aktienpaket deponiert hatte. Ja, wenn einer Geld leihen möchte, bedarf es eines Anrufs bei der Schufa, um dessen Bonität zu überprüfen, aber andererseits stellen sie sich blöd, wenn es gilt, mal kurz in der eigenen Firma nachzuforschen, nur um wieder einmal ein paar Euro an Gebühren kassieren zu können. Die Masse macht's halt, überlegte Herr Schweitzer, und das Kreditinstitut wechseln machte auch keinen Sinn, da in dieser Hinsicht eh alle gleich waren. Als er mit der Brötchentüte in der Hand aus der Bäckerei herauskam, wäre Simon Schweitzer um ein Haar mit dem Nackten Jörg zusammengestoßen. "Entschuldigung." Der Nackte Jörg nickte freundlich und ging seines Weges, wie immer lediglich mit Walkman und Badelatschen, Firma Adidas, bekleidet. In Sachsenhausen war er eine Berühmtheit ...

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