Im Schloss zu Mecklenburg und anderswo: Storys von gestern und heute

Im Schloss zu Mecklenburg und anderswo: Storys von gestern und heute

by Walter Kaufmann

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Product Details

ISBN-13: 9783863945732
Publisher: EDITION digital
Publication date: 01/01/2013
Sold by: CIANDO
Format: NOOK Book
Pages: 187
File size: 611 KB

About the Author

Walter Kaufmann (eigentlich Jizchak Schmeidler) wurde 1924 in Berlin als Sohn einer jüdischen Verkäuferin geboren und 1926 von einem jüdischen Anwaltsehepaar adoptiert. Er wuchs in Duisburg auf und besuchte dort das Gymnasium. Seine Adoptiveltern wurden nach der Reichskristallnacht verhaftet, kamen ins KZ Theresienstadt und wurden im KZ Auschwitz ermordet. Ihm gelang 1939 mit einem Kindertransport die Flucht über die Niederlande nach Großbritannien. Dort wurde er interniert und 1940 mit dem Schiff nach Australien gebracht. Anfangs arbeitete er als Landarbeiter und Obstpflücker und diente als Freiwilliger vier Jahre in der Australischen Armee. Nach 1945 verdiente er seinen Lebensunterhalt als Straßenfotograf, auf einer Werft, im Schlachthof und als Seemann der Handelsmarine. 1949 begann er seinen ersten Roman, der 1953 in Melbourne erschien. 1957 übersiedelte er in die DDR, behielt jedoch die australische Staatsbürgerschaft. Seit Ende der 1950er Jahre ist Walter Kaufmann freischaffender Schriftsteller. Ab 1955 gehörte er dem Deutschen Schriftstellerverband und ab 1975 der PEN-Zentrum der DDR, dessen Generalsekretär er von 1985 bis 1993 war. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Walter Kaufmann war außerdem in mehreren DEFA-Filmen als Darsteller tätig, teilweise unter dem Pseudonym John Mercator. Auszeichnungen 1959: Mary Gilmore Award 1961, 1964: Theodor-Fontane-Preis des Bezirkes Potsdam 1967: Heinrich-Mann-Preis 1993: Literaturpreis Ruhrgebiet Bibliografie Werke in englischer Sprache Voices in the storm. Australian Book Society, Melbourne 1953. The curse of Maralinga and other stories. Seven Seas Publishers, Berlin 1959. American encounter. Seven Seas Publishers, Berlin 1966. Beyond the green world of childhood. Seven Seas Publishers, Berlin 1972. Werke in deutscher Sprache Wohin der Mensch gehört. Verlag Neues Leben, Berlin 1957. Der Fluch von Maralinga. Aus dem Englischen übersetzt von Johannes Schellenberger. Verlag Neues Leben, Berlin 1958. Ruf der Inseln. Aus dem Englischen übersetzt von Hannelore Sanguinette und Elga Abramowitz. Verlag Volk und Welt, Berlin 1960. Feuer am Suvastrand. Aus dem Englischen übersetzt von Hannelore Sanguinette, Bernd Hanisch und Elga Abramowitz. Aufbau-Verlag, Berlin 1961. Kreuzwege. Verlag Neues Leben, Berlin 1961. Die Erschaffung des Richard Hamilton. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1964. Begegnung mit Amerika heute. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1965. Unter australischer Sonne. Deutscher Militärverlag, Berlin 1965. Hoffnung unter Glas. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1966. Stefan – Mosaik einer Kindheit. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. Edition Holz im Kinderbuchverlag, Berlin 1966. Unter dem wechselnden Mond. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1968. Gerücht vom Ende der Welt. Aus dem Englischen übersetzt von Wilhelm Vietinghoff. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1969. Unterwegs zu Angela. Aus dem Englischen übersetzt von Olga Fetter und Erich Fetter. Verlag der Nation, Berlin 1973. Das verschwundene Hotel. Aus dem Englischen übersetzt von Olga Fetter und Erich Fetter. Verlag Junge Welt, Berlin 1973. Am Kai der Hoffnung. Aus dem Englischen übersetzt von Elga Abramowitz u. a. Verlag der Nation, Berlin 1974. Entführung in Manhattan. Aus dem Englischen übersetzt von Olga Fetter und Erich Fetter. Kinderbuchverlag, Berlin 1975. Patrick. Verlag Junge Welt, Berlin 1977. Stimmen im Sturm. Aus dem Englischen übersetzt. Verlag der Nation, Berlin 1977. Wir lachen, weil wir weinen. F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1977. Irische Reise. Kinderbuchverlag, Berlin 1979. Drei Reisen ins gelobte Land. Brockhaus, Leipzig 1980. Kauf mir doch ein Krokodil. Edition Holz, Berlin 1982. Flucht. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Leipzig 1984. Jenseits der Kindheit. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. Kinderbuchverlag, Berlin 1985. Manhattan-Sinfonie. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik und Wilhelm Vietinghoff. Militärverlag der DDR, Berlin 1987. Tod in Fremantle. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Leipzig 1987. Die Zeit berühren. Berlin 1992. Ein jegliches hat seine Zeit. Berlin 1994. Im Schloss zu Mecklenburg und anderswo. Dietz Verlag, Berlin 1997. Über eine Liebe in Deutschland. Dietz Verlag, Berlin 1998. Gelebtes Leben. Dietz Verlag, Berlin 2000. Amerika. BS Verlag, Rostock 2003. Die Welt des Markus Epstein. ddp goldenbogen, Dresden 2004. Im Fluss der Zeit. Ditrich Verlag, Berlin 2010.

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Regen in Rio
Rio de Janeiro, Brasilien
November 1992
Draußen fließt der Regen von den Sonnenschirmen über die Tische vor dem Restaurant, klatscht windgepeitscht aufs Pflaster, rauscht in die Gossen. Schon als das Wetter umschlug, hatte ich gespürt, dies würde keiner von den warmen Regen werden, jenen schnell wieder endenden Tropengüssen, wie ich sie vor Jahren in Rio erlebt hatte.
Der Dauerregen hatte die Straßenhändler mit ihren Lederwaren, Heiligenbildern, Puppen, Masken unter die Markisen der Läden getrieben, hatte die Bettler von den Straßen geschwemmt. Obdachlose, die anfangs unter den Palmen am Strand Schutz gesucht hatten, sehe ich mit durchnässten Lumpen die Häuserwände entlangstreichen, ankämpfend gegen den Wind, der den Regen schräg vom Meer über die Autos fegt, die mit zischenden Reifen, Wasser sprühend, die Avenida Atlantico entlangrasen.
Ein Junge in Fetzen, die ihm nass auf Brust, Schultern und an den Beinen kleben, huscht barfüßig über den Mittelstreifen und zwischen den Autos hindurch zum Gehsteig. Augenblicke später presst er das blasse Gesicht an das Fenster des Restaurants, in dem ich Zuflucht gesucht habe. Er hält fünf Fingerspitzen an die Lippen. Seine dunklen Augen flehen und blicken dann stumpf, als drinnen der Kellner sich dem Fenster nähert. Er weicht zurück in den Regen. Bald aber zeigt er sich mit der gleichen Geste wieder, wortlos flehend, und verschwindet erst, als der Kellner ihm droht.
Ich verliere ihn aus den Augen, glaube, dass er fort ist und sehe plötzlich, wie sich ein langstieliger Löffel durch den Spalt der nur angelehnten Restauranttür schiebt. Von unsichtbarer Hand bewegt, schlägt der Löffel so lange scheppernd auf den Boden, bis der Kellner sich erbarmt, von einem Teller, den er gerade abgeräumt hat, eine Kartoffel nimmt und sie in den Löffel tut. Sofort verschwindet der Löffel nach draußen. Der Kellner schließt heftig die Tür, aber das Rauschen des Regens ist noch immer zu hören.

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Am Hafentor Requiem Russisches Tagebuch Die Worte des Barden Auf dem Prüfstand Der Sieger Die Eine und die Andere Wandlungen Sehnsucht Pro Patria Patricia Daley Lockruf der Werbung Landfall Schwedisches Intermezzo Einsicht in die Notwendigkeit Damals in San Francisco Entscheidungen in Vietnam Die Frau des Piloten Fünf Schritte zu viel Zwei Maler Haus am Bodden Irische Reise Im Paradies Lokalreporter Irisches Intermezzo Indiz Manna des Westens Gewitter Jericho und zurück Aufbruch vom Darß Damals vor vierzig Jahren Im Wilden Westen Meine Stadt Fernöstliches Kaleidoskop Abschied Hinter Glas gemalt Idylle Greenhorn on Times Square Mitleid-Liebe Für Evita Ein Sheriff in Bermudas Senor Enricos Ford Rückkehr ins Paradies Glücksgroschen Anonymes Bekenntnis Londoner Reminiszenz Schreck im Zirkus Regen in Rio Im Schloss zu Mecklenburg Buchenwaldreise Fahrkartenkontrolle Windschutzverleih Unternehmer Fluchtpunkt Antipoden Menetekel The Old Fart Kameraauge Miracle Rallye Taxifahrt Oskar aus Hamburg Tod eines V-Manns Der lange Schatten

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