Jetzt bin ich hier

Jetzt bin ich hier

by Maria Braig, Todor Todorovic

NOOK Book(eBook)

$5.99

Available on Compatible NOOK Devices and the free NOOK Apps.
WANT A NOOK?  Explore Now
LEND ME® See Details

Product Details

ISBN-13: 9783956671357
Publisher: Verlag 3.0 Zsolt Majsai
Publication date: 06/23/2015
Series: Ubuntu - Außenseiterthemen, die alle angehen
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 244
File size: 7 MB
Age Range: 13 - 18 Years

About the Author

Maria Braig, Jahrgang 1957, lebt in Osnabrück. Sie studierte Germanistik, Theaterwissenschaft, Geschichte und Empirische Kulturwissenschaft. Sie engagiert sich sozialpolitisch (Umwelt- und Freidenspolitik, Asyl- und Menschenrechtsarbeit), so auch für 'One Billion Rising' - Rising for Justice - Aufstehen für das Recht - Aufstehen für Gerechtigkeit.

Read an Excerpt

Patience aus Simbabwe: Ich bin hier

Ich bin hier

Manchmal frage ich mich WARUM

Ich weiß nicht warum

Aber ich bin hier

Ich konnte nicht ein Wort sagen

Aber heute kann ich tausend Worte sagen

Ich bin zwischen fremden Menschen

Ich versuche einen Weg zu finden

Aber es ist schwer

Tag für Tag versuche ich es

Es ist schwer aber es wird besser

Ich bin hier

Ich habe viel erlebt

Hab' so viel gelernt

Unterschiedliche Menschen getroffen

Und auch etwas mitgenommen

Ich habe etwas Neues gesehen

Ein neues Leben angefangen

Es ist nicht einfach

Aber ich bin hier

© Patience

Table of Contents

Todor "Toscho" Todorovic, Vorwort 3 Maria Braig, Zur Entstehung der Anthologie 6 Ali Gharagozlou, Brief an einen Toten 9 Marina Maggio, Flucht zweier Frauen 15 Anna Mwangi, Die Reise 23 Nejad, Land der Zärtlichkeit 29 Emmanuel Ndahayo, Glauben in einer modernen Gesellschaft 32 Maria-Jolanda Boselli: - erzählt von Gezim und Floransa Krasniqi, „Auf der Höhe von Salzburg fange ich wieder an zu atmen“ 57 Maria-Jolanda Boselli: - erzählt von Katarina, Verlier den Himmel nicht, Katarina! 65 Kamber, Selvinaz Entscheidung 74 Mariam Demir, Dieser eine Tag 79 Waheed Tajik, Waheeds Geschichte 87 Sasha Naydenova Kartchev, Flugangst 90 Sasha Naydenova Kartchev, Die Sitzbank 97 Kocero, Eine Reise zur Liebe 103 Ruth Boketta: Texte aus der Schreibwerkstatt 116 Ich heiße Abdullah und komme aus Tadschikistan 117 Ankunft 119 Das Leben ist nur ein Spiel 121 Das war der schönste Tag in meinem Leben 125 Deutschland und ich 126 Exodus 128 Gedichte 139 Die ersten Tage in diesem Land werde ich nie vergessen 157 Meine Geschichte 159

Preface

Ich bin ein D.P., eine "Displaced Person"! So wurden nach dem 2. Weltkrieg Menschen genannt, die aus verschiedensten Gründen in Deutschland gestrandet waren und unter dem Schutz des UNHCR standen. Das waren in erster Linie Flüchtlinge aus kommunistischen Staaten, aber auch ehemalige Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Soldaten, z.B. die einer polnischen Armee, die auf Seiten der Alliierten gegen Hitlerdeutschland gekämpft hatten und, genau wie alle Anderen, nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten, weil sie von den dortigen kommunistischen Machthabern verfolgt worden wären. Geboren 1951 lebte ich also mit Menschen aus vielen osteuropäischen Staaten zusammen in einem sog. DP-Camp in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne in Lingen/Ems. Wir Kinder unterhielten uns – übrigens problemlos – in einer eigenen Mischung aus Polnisch, Russisch und Serbokroatisch. Deutsch habe ich erst später im Kindergarten und in der Schule gelernt. In den 50er und 60er Jahren waren wir die absolute Minderheit in der deutschen Gesellschaft. Man muss sich immer vor Augen halten: der Krieg war erst ein paar Jahre vorbei, viele unserer Lehrer und viele Väter unserer Schulfreunde waren immer noch Nazis. Schimpfwörter wie „Knoblauchfresser“ waren an der Tagesordnung. Auch unsere Eltern hatten es nicht leicht: sie mussten eine neue Sprache lernen und konnten häufig ihre erlernten Berufe nicht ausüben. Ich kann mich z. B. an einen (jugoslawischen Theologie-) Professor erinnern, der als Berufskraftfahrer seine Familie ernährt hat. Diese erste Flüchtlingsgeneration hat es sicherlich nicht leicht gehabt, aber ihre Kinder haben sich vollständig integriert. Sie sind zur Schule gegangen, haben Berufe gelernt, studiert, haben die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und unterscheiden sich von den Deutschen heute nur noch durch andere Religionszugehörigkeiten und so seltsamen Nachnamen wie „Todorovic „…. Vielleicht waren es diese positiven Erfahrungen, die ich als DP hier in Deutschland gemacht habe, die mich sensibilisiert haben, als die unsäglichen Diskussionen über „Wirtschaftsflüchtlinge„ und Slogans wie „Kinder statt Inder„ aufkamen. Vielleicht habe ich deshalb Mitleid und große Sympathien mit Menschen, die ihre Heimat, ihre Familien, ihre gewohnte Sprache und Umgebung, die alles aufgeben, um hier in Deutschland ein besseres Leben zu suchen. Deutschland ist ein großes, ein reiches Land. Es ist nach dem 2. Weltkrieg erfolgreich wieder aufgebaut worden. Es hat Millionen von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Gebieten und auch aus Osteuropa erfolgreich integriert, auch die Wiedervereinigung ist eine Erfolgsgeschichte. Wer etwas erfahren will, warum Menschen aus fremden Ländern nach Deutschland kommen und wie es ihnen hier ergeht, kann es in diesem Buch lesen. Deswegen empfehle ich allen geneigten Lesern diese Anthologie. Osnabrück, im März 2013-03-09 Todor Todorovic Bandleader der Bluescompany Gitarrenlehrer an der Musik und Kunstschule Dozent am Institut für Musik Träger der Osnabrücker Bürgermedaille Kulturpreisträger des Landschaftsverbandes Osnabrück Ex Displaced Person !

Customer Reviews

Most Helpful Customer Reviews

See All Customer Reviews