Marzipaneier

Marzipaneier

by Manuel Maier

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Overview

Marzipaneier by Manuel Maier

Dennis, Oberstufenschüler, muss wegen seiner schlechten Noten Nachhilfe bekommen - bei dem Bruder seines Vaters, Ben. Ben, das schwarze Schaf der Familie, war einige Jahre im Ausland und dessen Verhältnis zu Dennis' Vater ist recht gespannt - warum weiß Dennis allerdings noch nicht. Dennis, der längst erkannt hat, dass er schwul ist, aber noch ungeoutet und auf der Suche nach 'dem ersten Mal', verliebt sich in seinen sechs Jahre älteren Onkel. Es beginnt eine für Dennis recht turbulente Zeit, denn obwohl Ben verheiratet ist und Zwillinge unterwegs sind, spürt er, dass sein Verlangen nicht unbeantwortet bleibt. Marzipaneier, die sein Onkel ihm schon als kleines Kind mitgebracht hat, und die Dennis liebt, spielen beim Show-down eine ganz entscheidende Rolle. Manuel Maier wurde 1983 geboren und studiert in Stuttgart Deutsch und Geschichte. Er schreibt leidenschaftlich gerne, egal ob Gedichte, Songtexte, Prosa und ist als Kolumnist für die deutschsprachige Internetseite einer internationalen Entertainerin tätig.

Product Details

ISBN-13: 9783863612351
Publisher: Himmelstürmer Verlag
Publication date: 01/01/2012
Sold by: CIANDO
Format: NOOK Book
Pages: 174
File size: 390 KB
Age Range: 14 - 18 Years

Read an Excerpt

„Weißt du, du bist die Person, der ich das am Liebsten anvertraue. Du musst mir versprechen, dass du jedes Wort, das ich dir sagen werde, für dich behalten wirst. Kein Wort davon zu Iris oder sonst jemandem. Verstanden?“„Na klar, Junior! Hab ich dich jemals verraten? Also!“, zischt es ihr aus den Mundwinkeln. „Alles was nur mir anvertraut wird, kommt niemals wieder über diese Lippen. Versprochen. Schieß endlich los!“Cora hat die Wichtigkeit meiner Bitte erkannt. Das kann ich an ihrer Miene ablesen, da sie mittlerweile ihre Sonnenbrille in ihr Haar geklemmt hat. Eine Mischung aus Spannung, Neugierde und Vorfreude sitzt mir gegenüber. Sie lächelt gespannt, reißt ihre Augen weit auf und beugt sich zu mir vor, nachdem ich ihr gesagt habe, nicht laut reden zu wollen. Verständlicherweise, sonst könnte ich mich gleich mit einem Redakteur der FAZ treffen. Zugegeben, ich habe mir an einem solch schönen Sommertag nicht unbedingt den besten Ort zum Reden ausgesucht. Ein Cafè! Und das auch noch auf einer viel besuchten Einkaufsmeile. Aber es ist besser als zu Hause, wo jeder ausgerechnet das hört, was nicht für seine Ohren bestimmt ist. „Ich habe mich verknallt und es ist nicht Lena“, stammle ich vor mich hin.„Oopsi! Das hört sich stark nach Trennung an. Aber, what’s the matter? C’est la vie! Wir beide wissen ja, dass du kein Unschuldslamm bist.“„Ich bin ja noch nicht fertig. Wart’s ab. Ob ich mich von Lena trenne, steht noch in den Sternen. Ganz zu Beginn dachte ich, dass das nur eine Phase ist, die jeder Junge in meinem Alter mal durchmacht. Leider habe ich den Eindruck, dass es keine Phase mehr, sondern inzwischen ein fester Zustand ist. Purer Ernst. Zweifellos.“„Mein Gott, jetzt mach‘s doch nicht so spannend. Komm zur Sache, Mann!“ Sie ist neugierig. Ich habe noch nicht ganz den Mut, es ihr zu sagen. Andrerseits will ich es jemandem erzählen, sonst platze ich. „Ich muss so beginnen. Damit du den Zusammenhang verstehen wirst. Es ist sehr kompliziert.“„Ich hoffe, du hast Lena nicht betrogen, sonst hast du schneller als dir lieb ist, einen Milchshake im Gesicht. Und zwar deinen! Verlass dich drauf.“„Ach Quatsch. Ich habe sie nicht betrogen. Es ist nur. ich komm damit nicht klar. Ich muss es jemandem erzählen. Sonst gibt’s eine gewaltige Katastrophe. Dir kann ich vertrauen und auf deine guten Ratschläge hoffen.“„Ich würde dir gerne zur Seite stehen. Allerdings musst du mir auf die Sprünge helfen. Weil, für mich ist die Sache relativ einfach. Wenn du das Mädchen mehr liebst als Lena, machst du besser Schluss. Falls du dir nicht sicher bist, finde raus, welche der beiden dir mehr bedeutet. Wichtig ist, dass du eine Entscheidung fällst, alles andere ist unfair.“ Ich sage es ganz trocken heraus, wie schlecht auswendig gelernt. „Es ist kein anderes Mädchen. Es ist Ben!“ Jetzt ist es endlich raus. Ich bin erleichtert. Das war schon lange fällig. Cora hat das nicht erwartet. Geschockt bringt sie nur ein leises, aber verwundertes „Wow“ aus ihrem offenen Mund. Es wäre interessant zu wissen, was in diesem Moment in ihrem Kopf alles vor sich geht. Die Rädchen unter ihrer Mähne scheinen sich unaufhaltsam in sämtliche Richtungen zu drehen und bringen das Uhrwerk fast zum Einsturz. Auffällig ist lediglich, dass ihre Augen im Sekundentakt hin und her flackern und ihr Mund so weit offen steht, als wolle sie den Kaiser von China persönlich an einem Stück verschlingen. Nur langsam findet sie sich in ihrem wirren Buchstabensalat wieder zurecht. „Das ist der Hammer! Mein schwulenfeindlicher Bruder hat sich in einen Kerl verguckt. Ich glaub’s nicht! Ha! Ich brauch einen Schnaps!“ Ich habe sie aus dem Konzept gebracht. Irgendwie cool. Ich bin sogar ein bisschen stolz. „Wie., ich meine, wie um alles in der Welt kommst du ausgerechnet auf Ben? Ich meine, er ist süß, das stimmt. Aber das kannst du dir abschminken! Der hat seine Bianka und ist obendrein dein Onkel, Brüderchen!“

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