Petermännchen, der Poltergeist

Petermännchen, der Poltergeist

by Erika Borchardt

NOOK Book(eBook)

$6.88

Available on Compatible NOOK Devices and the free NOOK Apps.
WANT A NOOK?  Explore Now

Product Details

ISBN-13: 9783863940348
Publisher: EDITION digital
Publication date: 01/01/1992
Sold by: CIANDO
Format: NOOK Book
Pages: 66
File size: 502 KB
Age Range: 6 - 18 Years

Read an Excerpt

Puck als Klosterknecht
Nach einiger Zeit, die Sonne stand schon hoch am Himmel, hatten der Guardian und seine Gefährten Schwerin erreicht und näherten sich dem Kloster. Ihre List und ihr Hoffen waren vergeblich gewesen, wie sie nun sahen. Der Poltergeist begrüßte sie am Tor mit zwei kupfernen Kannen voll berauschendem Weine als Willkommenstrunk. Der Guardian wehrte ab: &quo;Ich habe noch nichts gegessen, mir beliebet nicht zu trinken.“ Er hütete sich wohl, den unberechenbaren Geist zu verärgern. Da ließ dieser denn auch von ihm ab.
Kaum hatten die Mönche zu Mittag gespeist, erschien Puck erneut und sprach zu den Herren: &quo;Sehet, ihr habt mir für meine Dienste einen Rock von allerhand Farben und Glocken versprochen. Nun bitte ich derowegen, dass ihr denselben ohne Verzug anfertigen lasset und in einer hölzernen Truhe aufbewahret, bis ich meinen Lohn begehre.“
Die Mönche, schon wieder schläfrig vom Essen und vom Wein, nickten nur ein wenig. Was interessierte sie jetzt, wo sie müde waren, ein bunter Rock. Da setzte Puck hinzu: &quo;Tuet ihr es nicht, so werdet ihr allezeit keinen Frieden mit mir haben.“
Als die Mönche diese Rede vernahmen, wurden sie mit einem Schlag putzmunter und vor Schreck blass. Die eine Nacht in Unfrieden mit dem Poltergeist auf dem Hofe Klein Brütz hatte ihnen gereicht. Sie versprachen hoch und heilig, den Rock sofort in Auftrag zu geben und taten es auch.
Nun der Geist seinen Lohn gesichert sah, fragte er, welche Dienste er zu verrichten hätte. Vertrag ist Vertrag. Der Guardian, dem im Moment nichts Besseres einfiel, sagte: &quo;Du sollst die Klosterbrüder bei Nachtzeit zum Gebet wecken. Aber“, fügte er schnell hinzu, &quo;du darfst ihnen nichts Böses tun.“ Das versprach Puck. Ihm sollte es ein leichtes sein, die Nacht über zu wachen, denn er selbst brauchte keinen Schlaf, weder bei Tag noch bei Nacht. Deshalb betrachtete er diesen für ihn geringen Dienst nicht als Arbeit, und so fragte er: &quo;Und was soll ich noch tun?“
Da war guter Rat teuer, die Mönche wollten ihn möglichst nicht in ihrer Nähe haben, aber wegschicken konnten sie ihn ebenfalls nicht, so kamen sie auf den Einfall, ihn in der Küche dienen zu lassen. Dort gab es von morgens bis abends viel zu tun, dass der Geist nicht mal Zeit haben würde, auch nur die Nasenspitze aus der Tür zu stecken. Deshalb sagte der Guardian: &quo;Du sollst das Amt einer Wäscherin in der Küche verrichten, das Küchengerät und die Schüsseln waschen, die Töpfe säubern, das Gemüse putzen und was sonst alles anfällt leisten.“
Puck, der nicht ahnte, in welchem Maße die Mönche für ihr leibliches Wohl sorgen ließen, fragte nach weiteren Diensten. Da hatte der Guardian eine famose Idee. Er befahl dem Geist: &quo;Ich will, dass du jedem Klosterbruder getreulich jeden Wunsch erfüllst. Sollte nur einer der Brüder durch dich Schaden erleiden, so ist unser Vertrag hinfällig, und den bunten Rock mit den vielen Glöckchen bekommst du dann auch nicht.“ Nun wurde es gar dem Poltergeist ein bisschen unheimlich. Trotzdem gelobte er, dies alles zu tun. Zu dem Edelmann von Halberstadt und dessen Saufkumpanen wollte er nicht zurück. Dass ihn die Mönche ihren Bruder genannt hatten, vergaß er nicht, und der schöne Rock lockte gar sehr. So diente Puck also den Klosterbrüdern nach besten Kräften. Niemand brauchte sich über ihn zu beklagen. Es war wirklich erstaunlich, wie sich der Geist gewandelt hatte und wie fleißig er geworden war. Nicht einmal des Nachts polterte er, und wenn er es doch einmal tat, dann bloß ein kleines bisschen, und nur, wenn es niemand sah und hörte.
Keiner der Mönche wurde durch ihn im Schlaft gestört. Und diese hüteten sich, ihn auch nur ein einziges Mal zu necken oder zu beschimpfen. Es hatte sich in Windeseile herumgesprochen, wie Puck die Klosterbrüder in Klein Brütz bestraft hatte, weil sie ihn in seiner Kammer störten. Niemanden gelüstete danach, ähnliches zu erleben. Puck bekam ein Zimmerchen ganz für sich allein. Endlich hatte er wieder sein eigenes Reich, und bald fühlte er sich in den altehrwürdigen Klostermauern heimisch.

Table of Contents

Wie Puck die Mönche foppt Puck als Klosterknecht Wie Puck einem Edelmann zum Paradies verhilft Warum Puck das Kloster verlässt Puck zieht ins Schloss Puck erlebt eine bescheidene Fürstenhochzeit und erhält einen neuen Namen Wie der Schlossgeist einen Feldgherrn vertreibt Aufregung im Schloss - Wer ist der Zwerg? Ein unerhörtes Ereignis

Customer Reviews

Most Helpful Customer Reviews

See All Customer Reviews