Rätselkrimis: Ein Kommissar für jede Jahreszeit

Rätselkrimis: Ein Kommissar für jede Jahreszeit

by Steffen Mohr

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Overview

Rätselkrimis: Ein Kommissar für jede Jahreszeit by Steffen Mohr

Wer hat den Tod des Artisten verschuldet? Womit verrät sich der Mörder des Postboten? Warum ist die Trauer der Öko-Bäuerin über den Tod ihrer Schwester geheuchelt? Wer wollte das Auto der Schlagersängerin in die Luft sprengen? Kommissar Gustav Merks ist den Tätern auf der Spur. Seinen legendären Ruf verdankt der gemütliche Sachse einer wirkungsvollen Waffe - seinen kleinen grauen Zellen. Wer die eigenen kriminalistischen Fähigkeiten unter Beweis stellen will, hat hier Gelegenheit: 77 Rätselkrimis versprechen Spaß und Spannung beim Lesen und Lösen. Wer aufgibt oder den falschen Täter dingfest macht, kann sich am Ende die Ermittlungsergebnisse des Gustav Merks ansehen. LESEPROBE: 46. ENGLISCHER NEBEL Dichter Nebel hatte sich über die Stadt gelegt. Bereits am späten Abend war er über Gebäude und Fahrbahnen gekrochen. Er hatte über Nacht zugenommen und am Morgen so gut wie jeden Verkehr lahmgelegt. Überfüllte Straßenbahnen schoben sich an diesem Montag im Schneckentempo vorwärts. Die meisten Leute hatten ihren Wagen vor der Tür stehen gelassen. Kommissar Gustav Merks war aus der Sechzehn ausgestiegen. Nun wartete er in einem Schub Studenten, die der Uni zustrebten, dass die Fußgängerampel auf Grün schaltete. Es war eine normale innerstädtische Straße, dreispurig. Doch die Ampel auf der gegenüberliegenden Seite war schon nicht mehr zu erkennen. An genau einer solchen Kreuzung lag die Wohnung des Verdächtigen. Nachdem der Kommissar fünf Minuten gelaufen war, fand er die Straße und Hausnummer. Da die Mietertabelle von innen erleuchtet war, drückte er auf die richtige Namenstaste und klingelte Sturm. Merks wusste, dass Dennis Hubel in den Morgenstunden zu Bett ging. Schließlich musste er sich von seinem Job als Nachtbarkeeper erholen. Deshalb drückte er wiederholt auf die Klingel. Es tröpfelte ihm unangenehm in den Mantelkragen. In die ungewöhnliche Stille der Hauptstraße hinein ertönte plötzlich ein fröhlicher Guten-Morgen-Gruß. Hubel war es, der wie aus dem Boden gewachsen neben ihm auftauchte und gleich die Haustür aufschloss. Der einem Laufstegmodel für exquisite Herrenkleidung ähnelnde Keeper roch nach seinem Arbeitsplatz und einem aggressiven Haargel. Merks kannte ihn von einer Razzia in seinem Club. »Nun, ohne Wagen vom Dienst zurück?«, wunderte sich der Polizist. »Den habe ich lieber stehen lassen. Bin die zwanzig Minuten gelaufen. Kein Problem für einen jungen, dynamischen Mann wie mich.«

Steffen Mohr wurde am 24. Juli 1942 in Leipzig geboren, wo er auch aufgewachsen und bis heute geblieben ist. Nach dem Abitur studierte er sowohl (katholische) Theologie als auch Theaterwissenschaften, welche er 1966 mit einem Diplom abschloss. Nach seiner Ausbildung am Leipziger Literaturinstitut kam 1975 ein zweites Diplom hinzu. Davor hatte Mohr unter anderem als Hilfsarbeiter und Hilfsschauspieler, als elektrischer Prüfer und als Redakteur beim 'Sächsischen Tageblatt' sowie als Regieassistent beim Jugendtheater und als Dramaturg beim DDR-Fernsehen (Krimi-Genre), aber auch als Briefträger und Leiter wilder Theatergruppen gearbeitet. Seine erste Kriminalstory hatte Mohr 1966 unter dem Pseudonym 'Harald Eger' in der bekannten 'Blaulicht'-Reihe veröffentlicht - 'weil mir sonst als Student das Honorar vom Stipendium abgezogen worden wäre'. Weitere Bücher folgten und schließlich 1989 gemeinsam mit dem West-Berliner Autor -ky (Hinter diesem Kürzel verbirgt sich der erfolgreiche Kriminalschriftsteller und Soziologieprofessor Dr. Horst Bosetzky, Jahrgang 1938) der erste und zugleich letzte deutsch-deutsche Krimi 'Schau nicht hin, schau nicht her' - erschienen zwei Monate vor dem Mauerfall. Eine literarische Spezialität des Leipziger Künstlers, der auch als Dozent für kreatives Schreiben tätig ist und der Freien Literaturgesellschaft Leipzig e.V. vorsteht, sind seine Rätselkrimis, die bundesweit in Zeitungen mit einer wöchentlichen Auflage von etwa 1 Million Exemplaren veröffentlicht werden. Darin lässt Mohr nicht nur den Leipziger Kommissar Gustav Merks ermitteln, sondern vor allem seine kriminalistisch veranlagten Leserinnen und Leser.

Product Details

ISBN-13: 9783863946760
Publisher: EDITION digital
Publication date: 01/01/2012
Sold by: CIANDO
Format: NOOK Book
Pages: 244
File size: 746 KB

About the Author

Steffen Mohr geboren in Leipzig, diplomierter Theaterwissenschaftler. Vorsitzender der Freien Literaturgesellschaft Leipzig e. V. Veröffentlichungen (Auswahl): Bücher: Nachts sind alle Enten grau, Kriminalnovelle, 1966 Verhör ohne Auftrag, Kriminalnovelle, Verlag Das Neue Berlin 1966 Andi, gib den Ton uns an! Deutscher Verlag für Musik 1975 Am Anfang dieser Reise. Eine Liebesgeschichte, Union Verlag Berlin 1975 Ein Tag voll Musik. Beschäftigungsbuch für Kinder, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1976 Ich morde heute 10 nach 12. Kriminalnovelle, Verlag Das Neue Berlin 1980 Die merkwürdigen Fälle des Hauptmann Merks. Kriminalerzählungen, Verlag Das Neue Berlin 1980 Blumen von der Himmelswiese, Verlag Das Neue Berlin 1982 Klammerfrosch, Kriminalnovelle,1989 Schau nicht hin, schau nicht her, mit Horst Bosetzky alias –ky, Rowohlt 1989, Jaron Verlag 2010 Die Leiche im Affenbrotbaum, Heyne Verlag 1992 Mord im Wunderland, Nouvelle Alliance 1995 Mo(h)ritaten. Lieder eines Galgenvogels und andere schwarze Gesänge, Buch & Media 1996 Ich und die Frauen. Memoiren eines Heiratsschwindlers, 2000 Rätselkrimis für Kinder, Loewe Verlag 2002 Mörderischer Wirrwarr. Pferdekrimi,2009 Die Tränen des Tscherkessen. Knastnovelle, 2010 Im Auftrag des Herrn, 45 Rätselkrimis, St. Benno Verlag 2010 Ein Kommissar für jede Jahreszeit. 77 Rätselkrimis, Eulenspiegelverlag 2011 Ziehvater, Jugendkrimi, 2011/12 Dramatik: Sprengstoff für die Unikirche, Funkfeature, 1992 Kinder an die Macht, Fernsehfilm, 1996 Blaue Blusen an die Laterne!, Hörbild, 1996 Der ermordete Zwilling, Kriminal-Kammerspiel mit Musik, 1999 Der Esel von Bethlehem, alljährlich in Bibel-TV Puppenkabarett, 2001 Lieder, Kabarett: Lieder vor und hinter der Mauer, Kabarettprogramm mit Gitarre Heiße Liebesgrüße aus dem Osten, Sketchrevue mit der Diseuse Anne Mertelsmann

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46. ENGLISCHER NEBEL
Dichter Nebel hatte sich über die Stadt gelegt. Bereits am späten Abend war er über Gebäude und Fahrbahnen gekrochen. Er hatte über Nacht zugenommen und am Morgen so gut wie jeden Verkehr lahmgelegt. Überfüllte Straßenbahnen schoben sich an diesem Montag im Schneckentempo vorwärts. Die meisten Leute hatten ihren Wagen vor der Tür stehen gelassen.
Kommissar Gustav Merks war aus der Sechzehn ausgestiegen. Nun wartete er in einem Schub Studenten, die der Uni zustrebten, dass die Fußgängerampel auf Grün schaltete. Es war eine normale innerstädtische Straße, dreispurig. Doch die Ampel auf der gegenüberliegenden Seite war schon nicht mehr zu erkennen. An genau einer solchen Kreuzung lag die Wohnung des Verdächtigen. Nachdem der Kommissar fünf Minuten gelaufen war, fand er die Straße und Hausnummer. Da die Mietertabelle von innen erleuchtet war, drückte er auf die richtige Namenstaste und klingelte Sturm. Merks wusste, dass Dennis Hubel in den Morgenstunden zu Bett ging. Schließlich musste er sich von seinem Job als Nachtbarkeeper erholen. Deshalb drückte er wiederholt auf die Klingel. Es tröpfelte ihm unangenehm in den Mantelkragen. In die ungewöhnliche Stille der Hauptstraße hinein ertönte plötzlich ein fröhlicher Guten-Morgen-Gruß. Hubel war es, der wie aus dem Boden gewachsen neben ihm auftauchte und gleich die Haustür aufschloss.
Der einem Laufstegmodel für exquisite Herrenkleidung ähnelnde Keeper roch nach seinem Arbeitsplatz und einem aggressiven Haargel. Merks kannte ihn von einer Razzia in seinem Club.
»Nun, ohne Wagen vom Dienst zurück?«, wunderte sich der Polizist.
»Den habe ich lieber stehen lassen. Bin die zwanzig Minuten gelaufen. Kein Problem für einen jungen, dynamischen Mann wie mich.« Er lachte und zeigte dabei im grellen Licht des Hausflurs blendend weiße Zähne. Sie bestiegen den Lift.
»Wir müssten uns Ihr Fahrzeug gleich mal ansehen«, bemerkte der Kommissar im behaglich eingerichteten Dachappartement. »Vor Ihrer Bar parkt es?« Merks griff zum Telefon, um seine Leute dorthin zu schicken.
»Halt! Genauer gesagt steht es dort nicht mehr. Ich hatte heute früh einen Werkstatttermin. Habe den Wagen gerade zum Kumpel um die Ecke geschoben.«
»Und jetzt«, stellte Merks lakonisch fest, »bügelt der feine Kumpel die Lackkratzer aus, nicht? Denn Sie haben gestern auf dem Weg zur Piccolo-Bar einen alten Mann umgefahren. Auffälligerweise handelt es sich dabei um Günthi. Also um den Ganoven, mit dem Sie wegen Ihrer kriminellen Deals um eingeschleuste Begleitdamen öfter schon Differenzen hatten.«
Der Kommissar zog die frische Morgenzeitung aus der Tasche. Günthis Foto prangte darauf und die dicke Schlagzeile: WARUM? MORD IM ROTLICHTMILIEU.
»Die Schlagzeile habe ich soeben auch gesehen«, erklärte Hubel rasch. »Der Zeitungskiosk befindet sich ja genau schräg gegenüber von meiner Wohnung. Ich bin dann aber doch nicht über die Straße gelaufen, um mir das Schwindelblatt zu kaufen. Man weiß ja nie, ob einen dabei ein durch den Nebel schleichendes Polizeiauto anfährt ...« Er zeigte wieder sein Reklamelächeln. »Oder sind Sie etwa zu Fuß gekommen, Kommissar?«
»Diese Frage muss ich Ihnen nicht beantworten.« Merks ließ die Handschellen klicken. »Aber Sie werden mir bald einige Antworten geben. Denn Ihr Wissen um Günthis Tod haben Sie garantiert nicht aus der Zeitung.« -
Womit verriet sich der Barkeeper?

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