Sturmpfade: Roman

Sturmpfade: Roman

by Nicole Schuhmacher

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Overview

Sturmpfade: Roman by Nicole Schuhmacher

Ein fantastisches Epos um Gefühle, Abenteuer und die Macht der Magie In einer Welt, regiert von Göttern und der Kraft der Magie, ist die junge Rika dazu ausersehen, dem Gott der Sturmkraft zu dienen. Doch Neid und Habgier haben die Magie in Verruf gebracht. Rika findet sich plötzlich inmitten eines Krieges wieder, in dem politische Intrigen und eifersüchtige Götter mit ihrem Schicksal spielen – bis sie beschließt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Damit beginnt für Rika ein Abenteuer voll stürmischer Gefühle und Gefahren ...

Product Details

ISBN-13: 9783641046880
Publisher: Heyne Verlag
Publication date: 08/19/2010
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 493
File size: 643 KB

About the Author

Nicole Schuhmacher, Jahrgang 1966, ist Diplomsoziologin mit Interessenschwerpunkt Militärsoziologie und seit ihrer Kindheit angetan von fantastischer Literatur. Beim gemeinsamen Fabulieren mit Markus Heitz hat sie das Schreiben entdeckt. Sie lebt und arbeitet im Saarland.

Read an Excerpt

Als Vherc der Gründer innehielt, um die Welt zu bewundern, die er erschaffen hatte, strahlte sein metallenes Gesicht vor Freude; vielleicht war es aber auch nur der Glanz der heißen Feuer des Kosmos, die seinen kupfernen Leib umhüllten und sich nun in seinen gläsernen Augen spiegelten.
Sie ist außerordentlich schön!«, sprach der Gründer zu den Herrschern der übrigen Elemente, die sich um ihn geschart hatten. Sein mildes Angesicht, die metallene Maske ewiger Güte, blickte auf die von Blitzen zerklüfteten Gipfel, auf wogende Wasser und Blüten, die vom Wind über die grüne Ebene zu seinen Füßen getrieben wurden. »Die Welt ist zu schön, um nur uns alleine vorbehalten zu bleiben.«
»Und was gedenkt Vherc der Gründer zu tun?«, fragte Aeledd. Vherc wandte dem jüngsten der Götter sein grimmiges Antlitz zu, die metallene Maske ewigen Zorns, aber den eben erst in die Welt getretenen Herrn der Stürme schreckte die stumme Zurechtweisung nicht.
»Mit wie vielen weiteren Elementen gedenkt der Gründer seine Schöpfung noch zu beschenken?«, fuhr er fort. »Wie viele Herren und Herrinnen kann denn Vhercs schöne Welt verkraften?«
Vherc antwortete nicht.
Er ließ seine Blicke über all die schweifen, die ihn umgaben, über die perfekten Leiber und Gesichter der jungen Göttinnen und Götter, und er fand, dass in der Frage des so leicht erregbaren Herrn der Stürme viel Klugheit lag. Selbst die Perlenaugen der lieblichen Sae blickten nun voller Argwohn auf ihre Brüder und Schwestern, als ob sie fürchtete, mit ihnen um einen Teil von Vhercs schöner Schöpfung wetteifern zu müssen.
Und so fasste Vherc den Entschluss, keine weiteren Herren zu erschaffen. Stattdessen wollte er ein Wesen gestalten, das seine Schöpfung beleben sollte, ohne selbst einen Anteil daran zu begehren.
So schuf er ein Erstes Wesen nach seinem Bilde aus Kupfer, Stahl, Kristall und Feuer.
Von den übrigen Göttern erbat er sich das Geschenk ihrer Elemente für sein Erstes Wesen, damit sie die Schönheit seiner Welt in ihrer Ganzheit würdigen könnten. So erfüllte Cyn das Wesen mit der ruhigen Macht der Erde, verlieh Sae ihm die unbändige Kraft des Wassers, teilte Leodun den ewigen Einfluss der Himmel mit ihm und Aeledd die wilde Stärke der Stürme. Aber die rohen Elementargewalten der jungen Gottheiten zerbrachen fast den festen Leib des Ersten Wesens; so erweckte Vherc sie, die er Cerlune nannte, zum Leben, bevor das göttliche Werk vollendet worden war. Nur so konnte er sie vor der sicheren Zerstörung bewahren.
Als das Erste Wesen Cerlune die gläsernen Augen öffnete, verstand sie nicht, was sie sah: Zu fremd war ihr die Welt, die sie umgab. Zwar waren in ihr die Elemente, die Geschenke der Götter, zu einer wundersamen Gabe verschmolzen - aber Bewusstsein hatte sie noch nicht erlangt.
Wie ein staunendes Kind wanderte Cerlune davon, um Vhercs Schöpfung zu erkunden: Das eigenartige Bündnis von Feuer, Erde, Wasser, Himmel und Sturm erregte ihre Wissbegier, ohne dass sie es wirklich verstand.
Vherc grämte sich über den Misserfolg, hatte er doch ein perfektes Wesen erschaffen wollen. So wandte er den anderen Göttern die Maske ewigen Zornes zu.
»Nur eine Gottheit kann dem Ansturm der Elemente widerstehen«, sprach der Gründer mit seinem grimmigen Antlitz. »Wir müssen nachgiebigere Kreaturen schaffen, deren Leib nicht sogleich zerbricht. Und damit ihr ihnen nicht mit eurem frischen Eifer schadet, werdet ihr mir eure Kräfte leihen. So bringen wir Wesen hervor, die den Kosmos und alles, was in ihm ist, verstehen.«
Feuer pulsierte in Vhercs gläsernen Adern, als er sprach, und die Herrinnen und Herren der Elemente senkten zustimmend ihre Häupter. So lieh denn Cyn dem Gründer die ruhige Macht der Erde, Sae die unbändige Kraft des Wassers, Leodun den ewigen Einfluss der Himmel und Aeledd die wilde Stärke der Stürme. Uns so schuf der Gründer die Menschen und die Tiere.
Als Vhercs Tochter Cerlune nun die Welt auf ihrer Suche nach Einsicht durchstreifte, verwirrt, einsam und ungeliebt, da erblickte sie auch die Menschen und Tiere, die der Gründer gestaltet hatte, und sie bewunderte ihre Zartheit und Schönheit.
Schon erfüllte sie der Wunsch danach, gleich dem Vater Wesen zu erschaffen, und so fragte sie ihn um Rat. Durch die Maske ewiger Güte sprach Vherc zu Cerlune: »Weich und nachgiebig muss ein Wesen sein, mein Kind. Und willst du ihm Macht verleihen, so mäßige sie, sonst werden deine Mühen vergebens sein und dein Werk vernichtet werden.«
So zog sich Cerlune in die Berge zurück, dahin, wo sie zuerst in die Welt getreten war, und setzte sich nieder, um ein Wesen hervorzubringen. Auf den Ratschlag des Gründers hörend gab sie ihrer Schöpfung nur einen geringen Teil ihrer Gabe mit.
Als das Wesen erwachte, erfreute es sich zweier Paare starker Gliedmaßen, krallenbewehrter Pranken und eines scharf bezahnten Mauls, und Cerlune war überaus zufrieden mit sich und ihrem Werk. Tränen der Freude rannen über ihre glatten Wangen. Nachdem sie eine Weile mit dem Wesen gespielt hatte, sprach Cerlune durch ihr mildes Angesicht, die metallene Maske ewiger Güte, zu ihm:
»Wisse, dass du mein ungezähmtes Kind bist. Dein Aussehen, deine Umgangsformen mögen grob sein, aber dein Leib ist fest und dein Glaube unerschütterlich. Von nun an sollst du als Jixur bekannt sein, und du sollst Vhercs Schöpfung achten.«
Und Cerlune wanderte weiter.
Als sie die Wüste erreichte, in der sie auf die ersten Menschen getroffen war, setzte sie sich nieder, um ein weiteres Wesen hervorzubringen. Auf den Ratschlag des Gründers hörend gab sie ihrer Schöpfung nur einen geringen Teil ihrer Gabe mit.
Als das Wesen erwachte, erfreute es sich acht kräftiger Gliedmaßen, grimmiger Gesichtszüge und einer rauen, starken Stimme, und Cerlune war überaus zufrieden mit sich und ihrem Werk. Tränen der Freude rannen über ihre glatten Wangen. Nachdem sie eine Weile mit dem Wesen gespielt hatte, sprach Cerlune mit ihrem milden Angesicht, der metallenen Maske ewiger Güte, zu ihm:
»Wisse, dass du mein grimmiges Kind bist. Du magst grob wirken, doch dein Leib ist stark und dein Verstand scharf. Von nun an sollst du als Verjig bekannt sein, und du sollst Vhercs Schöpfung achten.«


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