Wilhelmstadt. Die Abenteuer der Johanne deJonker. Band 1 - Die Maschinen des Saladin Sansibar

Wilhelmstadt. Die Abenteuer der Johanne deJonker. Band 1 - Die Maschinen des Saladin Sansibar

by Andreas Dresen

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Product Details

ISBN-13: 9783862822768
Publisher: Acabus Verlag
Publication date: 08/06/2014
Sold by: Readbox
Format: NOOK Book
Pages: 264
File size: 2 MB

About the Author

Andreas Dresen, Jahrgang 1975, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Aachen. Schon immer war er von fremden Welten fasziniert - von der wilden Atlantik-Küste Südirlands genauso wie von den Sagen und Legenden seiner Heimat. Bereits in seinem Debütroman 'Ava und die STADT des schwarzen Engels' - ebenfalls im ACABUS Verlag erschienen - findet sich eine fesselnde, gleichsam skurrile und charmante Mischung aus Fantasy-Elementen, klassischer Mythologie und einem scharfen Blick für die Kuriositäten der Gesellschaft und des Alltags. In seinem zweiten Roman 'Das Buch des Hüters' entwirft Andreas Dresen eine post-apokalyptische Welt zwischen seelenloser Industrialisierung und 'Ökofaschismus', in der sich neben Menschen auch Mutanten und gefährliche 'Viecher' tummeln. Ein fantastischer Roman über den verantwortungsvollen Umgang miteinander - spannend, unterhaltsam und außergewöhnlich erzählt. Mit den Abenteuern der Johanne deJonker folgt nun ein mehrteiliges Steampunk-Werk. www.andreas-dresen.de www.epospresse-verlag.de http://stadtroman.wordpress.com/

Read an Excerpt

Dampfend und zischend fuhr der Orient-Express in den Bahnhof von Wilhelmstadt ein. Grauer Qualm sammelte sich unter dem gewölbten Glasdach und trübte die einfallenden Sonnenstrahlen. Der Elefantenkopf der Lokomotive schob sich über die Gleise, wurde immer langsamer und blieb schließlich prustend und hustend am Ende des Bahnsteigs stehen. Die langen, stählernen Stoßzähne wirkten wie zwei Puffer, die alles, was dem Zug in den Weg kam, von den Gleisen fegten. Was den Zähnen entkam, prallte gegen die wuchtige Stirn des eisernen Elefantenbullen, dessen Kopf wie eine Galionsfigur den Zug schmückte. Die Türen des Zuges sprangen auf und die Menschen quollen aus den Waggons. Die einen steuerten auf die großen marmornen Treppen zu, um ihren Geschäften in Wilhelmstadt, die sie so lange vernachlässigt hatten, nachzugehen, andere eilten über den Bahnsteig, um ihren Anschlusszug zu erreichen. Auf dem Nachbargleis wartete bereits der Braune Bär. Dieser Zug würde seine Passagiere von Wilhelmstadt über Frankfurt nach Berlin bringen und von dort aus nach Moskau weiterreisen. "Es war schön, Sie kennengelernt zu haben, Fräulein deJonker." Der junge Mann mit dem Spitzbart verbeugte sich galant vor der jungen Dame, mit der er die letzten Stunden seiner Reise verbracht hatte. "Wenn ich nicht mein Luftschiff, die HRAVictoria, erreichen müsste, wäre es mir eine Freude, sie auch weiterhin in Wilhelmstadt zu begleiten. Aber leider ruft mich die Pflicht und ich reise weiter nach London, wo man mich bereits heute Abend im Club erwartet." "Die Freude wäre ganz meinerseits, Herr Doktor", antwortete Johanne kokett und stellte ihre Handtasche auf den Boden, um ihm die Hand zum Kuss hinzuhalten. Der Doktor ergriff sie und hauchte den Kuss auf ihre Finger. Plötzlich erhielt Johanne einen Stoß in den Rücken und stolperte. Im nächsten Moment war ihre Handtasche verschwunden. "Hey", rief Johanne. "Meine Papiere! Meine Handtasche! Haltet den Dieb!" Sie zeigte auf einen kleinen, dreckigen Jungen, der sich die Beute an die Brust drückte und sofort die Beine in die Hand nahm. "Verdammt, den kriegen sie nicht mehr", sagte der Doktor verdrossen. "Ach, Unsinn." Johanne packte ihren Schirm und rief: "Aus dem Weg!" Dann hob sie die Spitze des Schirms in Richtung des Jungen, der inzwischen den halben Bahnsteig überquert hatte. Johanne zielte, dann drückte sie auf einen versteckten Knopf im Griff des Schirms. Eine Feder löste sich mit einem Knacken und die Streben des Schirms lösten sich und flogen wie eine riesige Spinne durch die Luft. Kurz darauf lag der Junge auf der Erde, seine Beine im Drahtgeflecht des Schirms verheddert. Johanne schnappte sich die Handtasche und schaute dem Jungen in die Augen. Das Gesicht war dreckig, seine Kleidung zerrissen. Aus großen blauen Augen sah er Johanne verzweifelt an. Er wusste, was ihm nun blühte. Wenn er in die Hände der Kaiserlichen Geheimpolizei fiele, käme er erst ins Heim, dann in die Fabrik. Wenn er Glück hatte. Er würde wahrscheinlich schon lange erwachsen sein, bis er wieder frei wäre. Hanne nahm mit einem geschickten Griff die Drahtsperre von seinen Beinen. "Hau bloß ab", zischte sie ihm zu. Der Junge grinste und war schon in der Menge verschwunden, als sich Johanne wieder ihrem Begleiter zuwandte. "Sie sind mir ja ein Kavalier", sagte sie grinsend, doch der Herr Doktor mit dem Bart war fort. "Wahrscheinlich steckte er mit dem Jungen unter einer Decke", sagte ein älterer Mann, der neben Johanne aufgetauchte. "Bitte entschuldigen Sie meine Verspätung, Fräulein Johanne." […]

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