The One Real Man

The One Real Man

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Overview

Der perfekte Mann ist der Mann, den ich am meisten hasse? Träum weiter.   Dating ist hart. Dating in den 30ern ist härter. Dating in Chicago ist am härtesten. Ich habe nicht aufgegeben, mein Happy End zu suchen, aber in den Zeiten von Tinder, Netflix und "chill mal" frage ich mich, ob alles so vorübergehend ist, wie es meine Ehe war. Die Wahrheit ist, es gibt einen Mann, an den ich nicht aufhören kann zu denken. Ich würde gern meine Finger durch Roarke Baldwins Haare gleiten lassen, ich bin sicher, dass er unter seinem Anzug ein Sixpack verbirgt und ich habe mich immer gefragt, wie seine Bartstoppeln sich zwischen meinen Beinen anfühlen würden. Das Problem? Er ist der eine Mann, den ich mehr hasse als meinen Exmann. Sein Scheidungsanwalt.   Von Piper Rayne sind bei Forever by Ullstein erschienen: The Bartender (San Francisco Hearts 1) The Boxer (San Francisco Hearts 2) The Banker (San Francisco Hearts 3) The One Best Man (Love and Order 1) The One Right Man (Love and Order 2) The One Real Man (Love and Order 3)

Product Details

ISBN-13: 9783958183384
Publisher: Forever
Publication date: 06/03/2019
Series: Love and Order , #3
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 264
Sales rank: 927,707
File size: 3 MB

About the Author

Piper Rayne ist das Pseudonym zweier USA Today Bestseller Autorinnen. Mehr als alles andere lieben sie sexy Helden, unkonventionelle Heldinnen, die sie zum Lachen bringen, und viel heiße Action. Und sie hoffen, du liebst das auch!

Read an Excerpt

CHAPTER 1

Was ist abgesehen von »Wir müssen reden« der allerschlimmste Satz, den man zu hören kriegen kann? Genau. »Wir sind überbucht – Sie sind raus.«

Und ganz besonders, wenn es nur noch sechs Wochen bis zur Gala sind, bei der man eigentlich die Korken knallen lassen wollte, weil man gerade eine Wohltätigkeitsorganisation gegründet hat.

Normalerweise hätte der Alkohol meine Stimmung gehoben oder mir in dieser beschissenen Situation wenigstens einen Funken Optimismus verliehen. Wir leben in einer der größten Städte Amerikas. Hier muss es irgendwo einen Veranstaltungsort geben, der auch kurzfristig freie Termine hat. Hochzeiten werden doch ständig abgesagt. Nicht, dass ich mir wünschen würde, dass irgendjemandem das Herz gebrochen wird, nur damit ich meine Location bekomme. Und ich will auch nicht zynisch klingen, aber ich spreche aus Erfahrung. Es ist besser, niemals »Ja, ich will« zu sagen, als im Scheidungskrieg der Hälfte seiner irdischen Besitztümer beraubt zu werden.

Seien wir mal ehrlich. Liebe vernebelt die Sinne mehr als eine ganze Flasche Tequila am Strand von Mexiko. In einem Moment ist man noch himmelhoch jauchzend, leckt sich am Pool unter provisorischen TikiHütten das Salz von der Hand und saugt an Zitronenscheiben. Im nächsten klammert man sich kotzend an eine Palme.

Mit der Liebe ist es genau das Gleiche. Nur dass die Reue nicht immer am selben Abend kommt. Manchmal schleicht sie sich an wie eine lange Nacht mit teurem Champagner. Man denkt, man hätte eine gute Zeit, trinkt in Maßen und hält sich von dem harten Zeug fern. Und dann verliert man auf dem Nachhauseweg das Bewusstsein, wacht irgendwo auf und fragt sich, was zum Teufel man getrieben hat und wo die verdammten Kopfschmerztabletten sind.

So sind jedenfalls meine Erfahrungen mit der Ehe.

Ich kenne Todd schon mein ganzes Leben. Wir lernten uns in der ersten Woche auf der Montessori-Schule kennen und wuchsen zusammen auf. Er jagte mich über den Spielplatz. In der ersten Klasse schenkte er mir ein Medaillon, und in der dritten Klasse fragte er mich, ob ich ihn zum Jahrmarkt begleiten würde. Das zwischen uns war nicht unbedingt Schicksal. Die halbe Zeit war ich von ihm genervt, aber er war liebenswürdig und aufmerksam. Ein guter Kerl. Bevor ich den Gang zum Altar antrat, habe ich mir eingeredet, dass Leidenschaft und Spontanität völlig überbewertet werden.

Die Tatsache, dass ich den Moment seines Heiratsantrags auf den Monat genau vorhergesagt hatte, machte mir bewusst, dass ich ihm immer eine Nasenlänge voraus war. Wäre sein untreuer Schwanz nicht gewesen, würde ich heute vielleicht glauben, die Ehe wäre langweilig und überflüssig.

»Noch eine Runde, die Damen.« Lincoln, der Kellner, der uns üblicherweise in der Speakeasy-Bar Torrios Tisch – wo ich Mitglied bin – bedient, serviert meinen zwei Mitarbeiterinnen und mir unsere Drinks.

»Ich weiß, er ist jung, aber hey ...« Chelseas Blick liegt auf seinem Hintern, während er sich entfernt.

Auch ich schmachte ihm hinterher, denn Lincoln ist wirklich ein Augenschmaus. Nicht mal eine Nonne könnte das leugnen.

»Darüber ist Dean sicher erfreut.«

Chelsea lächelt Victoria zuckersüß an. »Tu ruhig so, als würdest du nicht hinsehen, du Heilige. Aber mir kannst du nichts vormachen. Und nur, weil ich ihm hinterhergaffe, heißt das nicht, dass er meinem Kerl das Wasser reichen kann.«

Beide haben seit Kurzem einen neuen Mann in ihrem Leben. Sie haben sich dazu entschlossen, der Liebe noch eine Chance zu geben und glauben daran, dass das Schicksalsnavi sie bei ihrer ersten Ehe einfach in die falsche Richtung geschickt hat. Na ja, was Chelsea angeht, der Weg hat sie zu ihrem Ex-Mann zurückgeführt.

Sind sie glücklich?

Auf jeden Fall.

Wird es diesmal klappen?

Ich weiß es nicht.

Ich hoffe es.

Aber ich war auch mal da, wo sie jetzt sind. Sex bis zum Morgengrauen und Frühstück im Bett. Und schwups, masturbiert man stattdessen und schnappt sich zum Frühstück eine Banane, während man auf seinen Starbucks-Kaffee wartet. Beängstigend, wie schnell sich die Dinge ändern können.

Ich wünsche ihnen wirklich ein Happy End, aber jetzt müssen sie kurz von Wolke sieben absteigen und mir helfen, einen neuen Veranstaltungsort zu finden.

»Ich habe keine Ahnung, was wir jetzt machen sollen. Es ist Juli. Die Einladungskarten sind bereits gedruckt, was bedeutet, dass ich neue machen lassen muss, aber ich habe nicht mal eine Adresse. Mädels, wir müssen brainstormen.« Ich drehe den Stiel meines Glases zwischen Daumen und Zeigefinger.

»Uns wird schon etwas einfallen.« Victoria sieht mich ermutigend an.

Die Tür zum Separee geht auf, und herein kommt mein größter Albtraum mit einem arroganten Grinsen auf den Lippen. »Das hat gerade noch gefehlt.«

Chelsea entdeckt den Kerl, von dem sie denkt, er würde mir seit Monaten feuchte Träume bescheren, und dreht sich grinsend zu mir.

»Ignorier ihn.« Victoria drückt meinen Unterarm. Zum Glück ist wenigstens sie noch bei klarem Verstand.

Roarke Baldwin schlendert durch den Raum, nickt und winkt den anderen Gästen zu, als würde er für den verdammten Kongress kandidieren. Ich warte immer noch auf eine Antwort vom Geschäftsführer, wie er es geschafft hat, bei Torrios Mitglied zu werden. Vor meiner Scheidung ist er nie hier gewesen.

Während er unseren Tisch passiert, hält er den Blick die ganze Zeit auf mich gerichtet.

Ich halte die Luft an, bis er aus meinem Sichtfeld verschwindet. Doch dann nehme ich in der Sitzecke hinter uns eine Bewegung wahr. Er will uns belauschen! Chelseas Augen sind auf seinen Hinterkopf gerichtet, was meine Vermutung bestätigt.

»Ich bin sicher, wir werden eine Lösung finden.« Ich spiele die Sache herunter, weil ich nicht will, dass der Typ von meinem Problem erfährt.

»Wir werden einen neuen Veranstaltungsort auftreiben. Mach dir keine Sorgen«, platzt es aus Chelsea heraus. Ich hoffe wirklich, es liegt an den Hormonen, dass sie nicht gemerkt hat, dass ich nicht mehr über das Thema sprechen will. »Wie kann es bitte sein, dass sie den Termin doppelt vergeben haben und es erst sechs Wochen vor der Veranstaltung merken?«

Ich fahre mit dem Zeigefinger über meinen Hals.

»Da gebe ich dir völlig recht. Ich hätte ihnen auch am liebsten die Kehle durchgeschnitten, als sie angerufen haben. Zum Glück geht es dir auch so. Ich dachte schon, es läge an den Schwangerschaftshormonen. Gestern Abend war ich so sauer auf Dean, weil er Grover nicht die Pfoten abgewischt hat, als sie vom Gassi gehen zurückgekommen sind«, plappert Chelsea munter weiter.

»Chels.« Victoria reißt die Augen auf und neigt den Kopf in Roarkes Richtung.

»Oh«, flüstert sie und krümmt sich. »Sorry«, flüstert sie erneut und beißt sich auf die Unterlippe.

Ich schließe die Augen, und hinter mir bewegt sich jemand.

Bitte hol dir einen Drink. Lincoln hat auf der anderen Seite der Bar alle Hände voll zu tun, würde also Sinn ergeben, wenn Roarke zur Bar ginge.

Chelseas Blick folgt ihm. Ich muss ihr nur ins Gesicht sehen, um genau zu wissen, wo er ist. Sogar Victoria beobachtet ihn. Jetzt steht er anscheinend an der Bar. Zum Glück.

Keine Sekunde später reißen sie die Augen auf und werden ganz bleich. Ihre wortlosen Reaktionen lösen meinen inneren Alarm aus, der mich darauf hinweist, dass er sich nähert. Wie eine Schlange wickelt sich der Moschusduft seines Parfums um unsere Sitzecke. Kein Wunder, schließlich ist er eine Viper.

Als er uns in seinen Fängen hat, beäugt er den freien Platz neben Chelsea.

Aus mir unerfindlichen Gründen rutscht sie rüber und rückt näher an Victoria heran.

Er schiebt sich in unsere Sitzecke, das Glas fest im Griff, den Blick ausschließlich auf mich gerichtet. »Ms. Crowley, ich habe zufällig mitbekommen, dass Sie auf der Suche nach einem Veranstaltungsort sind.« Sein perfekt gestyltes, grau meliertes Haar ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass er gefährlich ist. Es lässt darauf schließen, dass er älter und erfahrener ist als ich. Er hat jahrelange Erfahrung darin, das Leben anderer zu zerstören – wahrscheinlich nicht nur beruflich. Der liebe Gott weiß, dass seine Karriere von seiner Fähigkeit abhängt, einem das Wort im Mund umzudrehen und Zweifel zu säen.

Als er seinen Drink auf den Tisch stellt, schlägt ein großer Eiswürfel gegen das Glas und lässt die bernsteinfarbene Flüssigkeit umherschwappen.

»Kein Interesse.« Ich nippe an meinem Drink, presse absichtlich die Lippen gegen das Glas und hoffe, dass ich ihn genauso um den Verstand bringe wie er mich.

»Was, wenn ich Ihnen eine Location sichern kann?«

Seine Arroganz überrascht mich immer wieder. Als wäre ich eine Dame in Nöten, und er käme auf seinem weißen Pferd in die Stadt geritten, um mich zu retten. Nein, danke.

Die Mädels starren mich an, als würden sie sich gerade das neueste Drama ansehen und die Protagonistin hätte eben verkündet, dass sie schwanger ist. Vielleicht sollte ich ihnen noch einen Eimer Popcorn hinstellen, damit ihnen die Münder nicht sperrangelweit offen stehen.

»Ich bin sicher, der Preis übersteigt unser Budget.« Ich versuche, meine Gefühle im Zaum zu halten, meine irrationale Seite, die am liebsten über den Tisch greifen und ihn so lange würgen würde, bis er knallrot anläuft.

»Oh, Ms. Crowley, da haben Sie wohl etwas falsch verstanden. Sie wissen genauso gut wie ich, dass die Kunst des Verhandelns relativ simpel ist. Ich gebe Ihnen etwas, das Sie wollen, und im Gegenzug bekomme ich etwas, das ich will.«

Ich drehe mein Glas zwischen den Fingern, die Flüssigkeit darin schwappt hin und her.

Frag nicht. Schütte ihm einfach deinen Drink ins Gesicht.

Leider wurde ich dazu erzogen, mir meine Gefühlsregungen nicht allzu sehr anmerken zu lassen.

»Reiß dich am Riemen«, höre ich die Stimme meines Vaters in meinem Kopf. »Zeig ihnen nicht, was du fühlst. Unter gar keinen Umständen.«

Ich setze ein kleines Lächeln auf. »Und was wollen Sie, Mr. Baldwin?«

Ich blicke ihm in die Augen. Vielleicht hat er ebenfalls von meinem Vater gelernt, denn in seinem Gesicht ist nicht die kleinste Unsicherheit abzulesen.

»Sie.«

Plötzlich habe ich mindestens eine Million Schmetterlinge im Bauch. Manche sterben und fallen zu Boden, während die anderen wild umherflattern und genau wissen wollen, was er mit mir vorhat.

CHAPTER 2

»Oh, Mr. Baldwin ...«

»Nennen Sie mich doch Roarke.« Über den Rand seines Glases hinweg spiegelt sich Arroganz in seinen Augen wider. Sein Adamsapfel hüpft, und ich spüre, wie sich zwischen meinen Brüsten Schweißperlen bilden.

»Lieber nicht.« Ich nippe an meinem kühlen Drink, denn ich muss unbedingt meinen eisigen Hass zurückerlangen, um mit diesem Aasgeier fertigzuwerden.

»Warum nicht?«

Chelsea macht ein quietschendes Geräusch. Victoria greift zu ihr hinüber und drückt ihr Knie.

»Was meinen Sie?«, frage ich vollkommen emotionslos.

»Warum wollen Sie mich nicht Roarke nennen?« Wieder klirrt das Eis gegen das Glas, als er es abstellt, und mein Blick fällt auf seine teure Armbanduhr. Unter seinem dunklen Anzug blitzen die Ärmel seines weißen Hemds hervor. In seiner Brusttasche steckt sogar ein karminrotes Taschentuch, was ihn von allen anderen Anzugträgern hier unterscheidet.

Wie passend, schließlich stolziert er herum, als wäre er der verdammte König von England.

»Würde ich Sie Roarke nennen, würde dies implizieren, dass ich Sie mag. Und das tue ich nicht.«

Er legt die Hand an seine Brust und sieht meine beiden Freundinnen an. »Ist sie immer so direkt?«

Die zwei Frauen, die ich aufgrund ihrer scharfen Zungen und ihrer Intelligenz eingestellt habe, sehen im Moment eher aus wie liebeskranke Teenager.

Roarke wartet nicht auf eine Antwort. Wahrscheinlich interessiert ihn die Meinung anderer ohnehin nicht. »Ihre Worte schmerzen mich, Ms. Crowley. Ich habe nichts getan, was so viel Hass rechtfertigen würde.«

Ich lege den Kopf schief, atme lange und tief ein und gebe mir größte Mühe, mein Temperament im Zaum zu halten.

Eins ... zwei ... drei.

Tja, das hat wohl nicht funktioniert.

»Sie haben mir so viel genommen. Gestohlen. Dinge, die ihm nicht zustanden.« Ich verziehe keine Miene, um meine Wut zu verbergen.

»Aber, aber. Mein Klient hat mich für meine Dienste bezahlt. Ich habe nur meine Arbeit getan.«

Ich schnaube, reiße mich aber sofort wieder zusammen und richte mich gerade auf. »Ihr Klient hat für dieses Geld nicht gearbeitet. Und auch nicht für das Ferienhaus. Für nichts musste er selbst schwitzen. Sein Chirurgengehalt blieb unsere gesamte Ehe über so gut wie unberührt.«

Warum habe ich plötzlich das Gefühl, wir wären wieder mitten im Schlichtungsverfahren?

Bevor er etwas erwidern kann, hebe ich die Hand. »Wissen Sie was? Es ist egal. Die Scheidung ist vollzogen, und ich bin den Namen endlich los. Es ist, wie es ist. Aber eines kann ich Ihnen versichern, Mr. Baldwin. Ich brauche weder jetzt noch in Zukunft Ihre Hilfe. Vielen Dank für das nette Angebot, aber wir kommen auch so klar.«

Der verdammte Mistkerl grinst, als hätte ich ihm gerade einen runtergeholt und sein Sperma würde wie geschmolzenes Eis über meine Finger laufen.

»Na schön. Sie werden bestimmt eine Lösung finden.« Er erhebt sich mit einer Eleganz, als würde er sich niemals tollpatschig anstellen.

»Einen schönen Abend, Mr. Baldwin.«

»Han ... Ms. Crowley.« Er klopft auf die hölzerne Tischplatte, während er mich noch immer mit seinen Augen verschlingt.

Ich habe so viel Spucke im Mund, aber ich weigere mich zu schlucken. Niemals würde ich ihm zeigen, dass ich mich körperlich zu ihm hingezogen fühle.

»Sonst noch was, Mr. Baldwin?« Ich blicke ihm in die Augen, und das Ziehen zwischen meinen Schenkeln wird immer stärker.

»Falls Sie es sich doch anders überlegen, wissen Sie ja, wo Sie mich finden.« Er zwinkert, und Chelsea sieht ihm kurz nach. Da sich in der Sitzecke hinter mir nichts bewegt, nehme ich an, dass er nun anderen mit seiner Anwesenheit auf die Nerven geht.

Nachdem ich meine Scheidung nun noch einmal mit dem Mann, der maßgeblich daran beteiligt war, durchlebt habe, würde ich am liebsten laut fluchen und noch einen Drink kippen. Aber ich muss den Mädels beweisen, dass ihre Chefin mit arroganten Typen umgehen kann, die sich wie ein edler Ritter in glänzender Rüstung aufführen.

»Heilige Scheiße«, sagt Chelsea und greift sich an den Bauch, als müsste sie sich übergeben. »Und ich dachte, zwischen Dean und mir würde es zur Sache gehen. Aber ihr zwei ...«

»Chels«, sage ich in strengem Ton.

»Gut gemacht, Hannah. Er kann uns mal.« Victoria leert den Rest ihres Vespers.

Ich lächle sie an. Chelsea ist immer noch wie vom Donner gerührt und kann es nicht lassen, immer wieder zu Roarke hinüberzuschielen.

»Er ist einfach so ...«, plappert Chelsea weiter. Sie scheint es nicht zu kapieren. » ... fordernd.« Sie sieht uns an. »Als wollte er unanständige Sachen mit dir anstellen. Doch ich bin sicher, es würde dir gefallen. Und am Ende würdest du ihn anbetteln weiterzumachen.«

Da kann ich Chelsea nicht widersprechen. Roarke Baldwin schreit förmlich nach: »Fessle mich ans Bett und zeig mir, wie es ein richtiger Mann macht.« Nicht, dass ich so etwas jemals sagen würde.

Nein, ich würde auf die Knie gehen und ihn in einen Mann verwandeln, der mir am nächsten Morgen Frühstück serviert. Würde ich jedoch nur einen Zeh ins Wasser stecken, würde er mich sicherlich verschlingen wie ein hungriges Krokodil. Deshalb habe ich zwischen uns einen Elektrozaun errichtet. Damit ich jedes Mal, wenn meine weiblichen Geschlechtsteile ihm zu nahekommen, einen Stromschlag bekomme.

»Chels. Dean?« Victoria erinnert sie an ihren Verlobten.

Chelsea winkt ab und verdreht die Augen. »Ich bitte dich. Dean weiß genau, dass er der Einzige für mich ist. Wenn ich nach Hause komme, werde ich ihm von Roarke Baldwin erzählen. Wahrscheinlich ist er heute Nacht dann besonders dominant, um mir zu beweisen, dass er der einzige richtige Mann ist.« Sie ist schon jetzt total aufgedreht, wenn sie nur daran denkt. Ihre Wangen werden rosa, als würde sie sich gerade vorstellen, was er später mit ihr anstellt. »Aber alle Achtung, Hannah. Ich hätte nachgegeben. Dabei bin ich schwer zu knacken.«

»Chelsea, alles, was Dean tun musste, war, dich in sein Büro zu locken«, erwidert Victoria.

Nun erröten ihre Wangen noch mehr.

Manchmal frage ich mich, was wäre, wenn. Was wäre, wenn ich mich damals nicht für Todd entschieden hätte? Was hätte das Schicksal für mich bereitgehalten, wenn ich Single geblieben wäre?

Roarke Baldwin?

Ich glaube, ich muss dringend ein Wörtchen mit meinem Unterbewusstsein reden.

»Chelsea, mir ist ganz egal, was du tun musst. Ich zahle, was auch immer es kosten mag. Aber finde eine Location für mich«, sage ich und lenke das Gespräch zurück zum Geschäftlichen.

Chelsea nickt. Sie merkt, dass es langsam an der Zeit ist, nach Hause zu gehen.

(Continues…)


Excerpted from "The One Real Man"
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