ISBN-10:
3959679939
ISBN-13:
9783959679930
Pub. Date:
Publisher:
Der Monarch: Thriller

Der Monarch: Thriller

by Jack Soren, Marco Mewes

NOOK Book1. Auflage (eBook - 1. Auflage)

$5.99

Available on Compatible NOOK Devices and the free NOOK Apps.
WANT A NOOK?  Explore Now
LEND ME® See Details

Overview

Der Monarch ist berüchtigt: bei kriminellen Kunstsammlern, denen er ihre illegalen Kunstwerke stiehlt, und Museen, von denen er immense Summen für die Rückführung verlangt. Doch Jonathan Hall hat seine Karriere als internationaler Kunstdieb jüngst beendet. Da wird New York von einer grausamen Mordserie erschüttert: Der Killer ritzt seinen Opfern die Umrisse eines Schmetterlings in die Brust – das Markenzeichen des Monarch! Ehe Jonathan sich versieht, ist er in einem tödlichen Spiel gefangen …



Related collections and offers

Product Details

ISBN-13: 9783959679930
Publisher: HarperCollins Publishers
Publication date: 12/10/2015
Series: Hall & Katschbrow , #1
Sold by: Readbox
Format: NOOK Book
Pages: 400
File size: 1 MB

About the Author

Jack Soren lebt in Toronto. Bevor er sich einen Namen als Thrillerautor machte, schrieb er Software-Handbücher, kellnerte, fuhr Taxi und versuchte sich sechs Monate lang erfolglos als Privatdetektiv. Sein Debüt Roman Der Monarch wurde für den Kobo Emerging Writer Award und den Silver Falchion Reader’s Choice Award nominiert.

Read an Excerpt

CHAPTER 1

The Cloisters Museum New York City 19:30 Uhr Ortszeit

Joe Wagner blätterte lautstark durch seinen Notizblock. Er suchte darin keine Hinweise, sondern wollte nur den Museumsverwalter ablenken, der immer wieder über die Schulter zur Leiche hinüberblickte.

Obwohl er bereits sein ganzes Leben in New York wohnte, hatte Wagner es erst vor zwei Jahren zum ersten Mal ins The Cloisters Museum geschafft. Das Gelände lag im Stadtteil Washington Heights an der Nordspitze von Manhattan. Damals hatte er seinen Sohn auf dem Schulausflug hierher begleiten müssen.

Am Ende hatte ihm der Trip sogar Spaß gebracht, dabei hatte er nicht mal gewusst, was ein "Cloister" überhaupt sein sollte. Es hatte ihn überrascht, dass es sich um einen simplen Kreuzgang handelte, einen besonders reich verzierten Klostergarten. Die Architektur hatte ihn zutiefst fasziniert, und er war erstaunt gewesen, als er erfuhr, dass jeder einzelne Stein noch vor dem Ersten Weltkrieg aus Frankreich hierher transportiert worden war. Auch deshalb hatte die Anlage auf ihn eher wie eine europäische Burg gewirkt als wie ein Museum.

Aber heute war er nicht Joe Wagner, der zwangsverpflichtete Aufpasser einer Horde unbändiger Teenager, sondern Joseph Wagner, Special Agent in Charge des FBI, der eine Ermittlungsgruppe von Bundesbeamten anführte. Und das tat er schon seit sechs Wochen. Seit die erste Leiche gefunden worden war.

Heute Nacht war der eierbecherförmige Springbrunnen aus beigefarbenem Kalkstein, der die Mitte des Klostergartens beherrschte, mit Blut gefüllt. Es triefte über den Rand, auf den jemand die halb nackte Leiche eines verstümmelten Mannes gelegt hatte. Irgendwann einmal hatten sich an dieser Stelle friedliebende Mönche über den Stein gebeugt, um ihren Durst zu stillen.

Heute Nacht wurde Wagner von dem ganzen Fluss aus Scheiße, in den er geraten war, mitgerissen, und der einzige Baum, an dem er sich vielleicht hätte festhalten können, drohte umzustürzen und ihn und seine ganze Karriere unter sich zu begraben.

"Wer hat die Leiche gefunden?", fragte Wagner seinen Zeugen, den Kurator des Museums, Roger Benoit. Er war ein kleiner, blasser, femininer Kerl, der nach Babypuder roch.

Wagners Team stellte den restlichen Museumsangestellten gerade dieselbe Frage, was im Grunde sinnlos war, aber sie hatten Vorschriften, an die sie sich halten mussten. Dazu gehörte der exakt ausgearbeitete Fragenkatalog. Sollte Benoit sich unangemessen behandelt fühlen, würde die Beschwerde in Windeseile bei Wagners Vorgesetzten landen, und das konnte er im Augenblick überhaupt nicht gebrauchen.

"Äh, Connie. Connie Baker", antwortete Benoit. Er hatte einen hauchfeinen europäischen Akzent. Wagner konnte nicht mit Sicherheit sagen, zu welcher Sprache er gehörte oder ob er überhaupt echt war.

"War sie allein?"

"Ich glaube schon, ja. Sie war auf dem Weg zur Westterrasse, als sie sich wunderte, wieso das Plätschern des Springbrunnens so dumpf klang. Dann haben wir sie schreien gehört und sind herausgelaufen, um nachzusehen, was passiert ist. Die Arme wäre beinahe umgekippt. Aber kann man es ihr verübeln?" Benoit tupfte sich unentwegt mit einem Stofftaschentuch die Stirn ab, eine Geste, die nur noch hektischer wurde, nachdem er Connie Baker erwähnt hatte.

Wagner glaubte zwar nicht, dass der Mann etwas mit dem Mord zu tun hatte, aber irgendwas stimmte mit ihm nicht.

"Wann war das?", fragte er und kritzelte in seinem Notizblock herum.

"Ach herrje, warten Sie. Das muss so eine Stunde her sein. Um halb sieben, schätze ich."

"Und weshalb war sie allein auf dem Weg zur Westterrasse?"

"Ist das wirklich wichtig für Ihre Untersuchung?"

"Wir versuchen nur, alle Angestellten auszuschließen. Sicherzustellen, dass keiner von ihnen in die Sache verwickelt ist."

"Verwickelt? Gütiger Himmel, natürlich ist sie nicht in die Sache verwickelt."

"Nun, weshalb war sie dann alleine unterwegs?"

"Sie ..." Benoit lehnte sich ein wenig vor, damit er die Stimme senken konnte. "Sie war unterwegs, um eine Zigarette zu rauchen."

"Hmm. Verstehe."

Wagner stellte noch ein paar weitere sinnlose Fragen und dankte dem Kurator dann für seine Zeit. Niemand der hier Angestellten hatte irgendetwas mit dem Mord zu tun, das stand außer Frage, aber bei diesem speziellen Fall mussten sie sehr gründlich arbeiten und wirklich jede Eventualität ausschließen.

Er machte sich noch einige Notizen und ging dann hinüber zu seinem Kollegen, Special Agent Mike Evans, der neben der Leiche auf ihn wartete.

"Irgendetwas Hilfreiches?", fragte Wagner, steckte seinen Notizblock weg und knöpfte seine Jacke zu, um sich gegen die abendliche Aprilkälte zu schützen.

"Nichts", erwiderte Evans. Er war etwas kleiner als Wagner, aber sein Bürstenschnitt stand akkurat in die Höhe und glich den Größenunterschied wieder aus. "Sie werden ein paar Sitzungen beim Therapeuten brauchen, aber keiner von ihnen hat was damit zu tun. Die Hälfte hat Mühe, nicht ohnmächtig zu werden. Die wollen einfach nur nach Hause." Evans lieferte ziemlich genau die Zusammenfassung, die Wagner erwartet hatte.

"Gib ihnen Bescheid, dass sie vorher noch in die Zentrale kommen müssen, damit wir ihre Aussage aufnehmen können. Na ja, du weißt ja, wie es läuft." Wagner drehte sich um und wollte gehen.

"Hör mal, wir haben ein Problem."

"Was du nicht sagst", erwiderte Wagner in einem Anflug von Ärger.

"Das New Yorker Police Department flippt total aus."

"Haben die schon eine Verbindung zu den anderen Morden hergestellt?"

"Das ist auch so eine Sache. Die Presse war noch vor uns hier."

"Bitte was?"

"Als Duke und ich hier ankamen, waren sie gerade dabei, das Tor zu stürmen. Wir mussten die Hälfte von ihnen erst mal wieder vom Gelände jagen."

"Woher ..."

Evans hielt ihm einen dicken, braunen Briefumschlag hin. Wagner öffnete ihn und zog den Inhalt heraus. Es war ein unbeschrifteter Aktenordner und ein Taschenbuch mit dem Titel Die Herrschaft des Monarchen. Wagners Magen zog sich schmerzhaft zusammen, als er einen Blick auf das Cover des Buchs warf. Das schwarze Schmetterlingssymbol, das den glänzenden weißen Einband schmückte, sah genauso aus wie der blutige Schmetterling, den jemand in die Brust der Leiche geritzt hatte, die nur wenige Schritte entfernt lag.

Er blätterte durch den Aktenordner. Polizeireporte, FBI- Akten und äußerst blutige Tatortfotos der ersten beiden Morde. In nur sechs Wochen waren bereits drei Morde auf dem Schreibtisch von Wagners Einheit gelandet, und alle waren von bizarren post mortem durchgeführten Verstümmelungen begleitet.

"Jesus."

"Ja. Das wurde heute Morgen an so ziemlich jede Redaktion der Stadt geliefert. Wir versuchen, es zurückzuverfolgen, aber bisher ist da nichts zu holen. Keine Poststempel, keine Fingerabdrücke."

"Wann zur Hölle ist das hier rausgekommen?", fragte Wagner und blätterte durch die ersten paar Seiten des Taschenbuchs.

"Vor ein paar Jahren. Über die Morde steht da nichts drin. Aber die Autorin, Emily Burrows, lebt hier in Washington Heights. Eine Engländerin mit Arbeitsvisum."

"Warum wussten wir nichts davon? Ach, vergiss es. Das Police Department braucht Beschäftigung? Sag ihnen, sie sollen diese Autorin herbringen, bevor irgendwelche Reporter auf die Idee kommen, sie ausfindig zu machen. Falls sie das nicht längst getan haben."

"Das bezweifle ich. Ihre Nummer ist nirgendwo registriert. Wir haben ihre Adresse nur über das Visum herausgefunden. Ein Glückstreffer."

"Ja, wir sind heute wirklich mit Glück gesegnet."

"Dabei kennst du die schlechten Neuigkeiten noch gar nicht."

"Wusst' ich's doch."

"Der Direktor ist auf dem Weg hierher."

Wagner verzog das Gesicht, als hätte er körperliche Schmerzen. "Großartig. Wir stecken ziemlich in der Scheiße. Nicht nur deswegen." Er wedelte mit dem Umschlag. "Hast du dir die Leiche schon mal angesehen?"

"Nein, wieso?"

"Sieh ihr mal ins Gesicht", meinte Wagner und führte Evans hinüber zu dem Toten, der auf dem Brunnenrand lag.

"Verdammter Mist. Das ist Bob Cummings."

"Niemand Geringere. Irgendjemand hat sich verdammt viel Mühe gegeben, dass wir diesen hier nicht einfach still und leise abhandeln können."

"Heilige Scheiße. Bob Cummings. Das Police Department wird durchdrehen, wenn die das hören."

Evans wusste, wovon er sprach. Abgesehen davon, dass Cummings New Yorks populärster Nachrichtensprecher gewesen war, hatte er selbst mal zur New Yorker Polizei gehört. Genau wie Evans.

Er beugte sich vor und warf einen etwas genaueren Blick auf das Ende des zusammengerollten Stoffstücks, das dem Toten aus dem verdrehten Hals ragte. "Ist das hier die Todesursache?"

"Möglich", sagte Wagner. "Der Gerichtsmediziner ist auf dem Weg. Die Verstümmelung wurde ihm vermutlich nach dem Tod zugefügt; wie bei den anderen auch." Wagner wies mit dem Kinn auf den grob ins Fleisch geschnittenen Schmetterling.

"Nicht ganz wie bei den anderen, oder?", wandte Evans ein und deutete auf die Reihe von Blutergüssen in Cummings' Gesicht. "Aus dem hier hat er erst mal die Scheiße herausgeprügelt."

"Ja", stimmte Wagner zu. Die anderen Opfer hatten, abgesehen von den Verstümmelungen, kaum Anzeichen von Gewalteinwirkung aufgewiesen. "Ich bin mir noch nicht sicher, was das zu bedeuten hat."

"Hmm." Evans grunzte und beugte sich zum blutverschmierten Kiefer der Leiche hinab. "Was zum Teufel ist das?"

"Ich hab nicht die geringste Ahnung. Sieht nach einer Art Tuch aus. Aber er hat 'ne Menge davon geschluckt." Wagner deutete auf den freiliegenden Bauch des Opfers, der sich auffällig nach außen wölbte.

"Was zum Teufel!"

"Was auch immer es ist, es ist ungefähr einen Meter lang, und wir können es überhaupt nur sehen, weil der Killer es keinen Millimeter weiter hineinstopfen konnte."

"SAC Wagner?", rief ein junger Agent von den Stufen herüber, die in den Garten führten. Wagner wandte den Kopf nach ihm um. "Direktor Matthews ist hier. Er fragt nach Ihnen."

"Bin ich froh, nicht in deiner Haut zu stecken", sagte Evans.

"Immer noch besser als in seiner", erwiderte Wagner und deutete auf Cummings' Leiche. Obwohl er sich nicht hundertprozentig sicher war, ob das stimmte.

"Hey, Pete", begrüßte Wagner seinen Chef, als er in die Lobby des Museums trat. Er versuchte, den Ton der Begegnung gleich ein wenig lockerer zu gestalten. Dem Blick nach zu urteilen, den Direktor Matthews ihm zuwarf, war die Mühe allerdings vergeblich.

Helle rote und blaue Lichter flackerten durch die milchigen Glasbausteine, die den Eingang zum Museum umsäumten. Am Ende der Auffahrt vor dem Gebäude standen so viele FBI-Fahrzeuge herum, dass man hätte meinen können, das Bureau hätte seinen Fuhrpark hierher verlegt. Jenseits der Autos und der Absperrungen testete eine gierige Horde Reporter die Toleranzgrenze der New Yorker Polizei.

"Das ist ein beschissener Start in den Tag, Joseph", sagte Matthews und starrte zu den Journalisten hinüber. Er war genauso groß wie Wagner und ähnlich gebaut, trotzdem hatte Joe in Gegenwart seines Vorgesetzten immer das Gefühl, der Kleinere zu sein.

"Das glaub ich Ihnen, Sir."

"Sie haben mir versprochen, dass ich es nicht bereuen werde, diesen Fall nicht an die große Glocke zu hängen. Erinnern Sie sich?"

Und wie Wagner sich erinnerte. Vor sechs Wochen hatten ein paar Jugendliche am Rande des Central Parks die erste verstümmelte Leiche gefunden – ein unbekannter Maler ohne nennenswerte Feinde. Wagner hatte angenommen, dass der Killer den jungen Mann nur zufällig ausgewählt hatte. Dass der Fundort der Leiche dem Täter wichtig war und die Aufmerksamkeit, die er damit erregen konnte. Warum der Killer unbedingt Aufmerksamkeit wollte, war zu dem Zeitpunkt unwichtig gewesen.

Wagner war überzeugt gewesen, dass der Killer irgendeinen Fehler machen würde, wenn sie ihm die Anerkennung und die Aufmerksamkeit vorenthielten. Vielleicht einen frustrierten Anruf bei der Polizei oder ein Brief an die Zeitungen.

Irgendetwas.

Aber wie sich herausstellte, ging der Mörder äußerst methodisch vor. Und er hatte Geduld. Mehr Geduld als Matthews offenbar, dachte Wagner.

Es wäre ein Leichtes gewesen, den Fall der New Yorker Polizei zu überlassen und nach Hause zu fahren. Aber einer der Teenager, die die Leiche gefunden hatten, war Wagners Sohn gewesen.

Das hatte Wagner stinksauer gemacht, und als er herausfand, dass das Opfer in Teilzeit für die Post gearbeitet hatte und damit Staatsdiener war, hatte er diesen Umstand ausgenutzt und den Fall zu sich ins FBI geholt. Aber das Schlimmste daran war, dass er seinen alten Freund Matthews vorgeschickt hatte, sich die Zuständigkeit zu angeln.

Der zweite Mord hatte sich vor drei Wochen ereignet, diesmal war das Opfer Inhaber einer Kunstgalerie gewesen. Wieder hatten sie keine erwähnenswerten Feinde in seinem Umfeld gefunden. Die einzigen Verbindungen zwischen den beiden Opfern waren ihr Bezug zur Kunstszene gewesen und das grausige Symbol, das ihre Leichen zierte.

Der Galerist war an irgendeinem unbekannten Ort ermordet und dann mitten in der St. Patrick's Cathedral an der Madison Avenue aufgehängt worden, die Arme ausgestreckt, als wäre er an ein unsichtbares Kreuz genagelt. Ihm war derselbe grobe Schmetterling ins Fleisch geschnitten worden wie dem ersten Opfer.

Noch immer von seiner Taktik überzeugt, hatte Wagner alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Mord aus den Zeitungen rauszuhalten, was bei diesem Fundort noch schwieriger geworden war. Nur widerstrebend hatte Matthews sich bereit erklärt mitzuspielen und sogar seinen Einfluss beim Erzbischof geltend gemacht. Das war keine Kleinigkeit gewesen.

Und jetzt das hier.

"Wir sichten die Videoaufnahmen des Museums und die aller Verkehrskameras in der Umgebung, aber ..."

"Aber Sie werden nichts finden. Genau wie bei den anderen", unterbrach Matthews ihn.

"Nein, Sir. Vermutlich nicht. Wenn das hier derselbe Kerl ist, weiß er, was er tut. Die Tatsache, dass er keinen Alarm ausgelöst hat, beweist das."

"Sie tun sich gerade keinen Gefallen, Joseph", brummte Matthews. Er drehte sich um und sah seinen Special Agent direkt an. Er war wenigstens zehn Jahre älter als Wagner und bereits dessen Mentor gewesen, als Joe noch ein Frischling an der Akademie gewesen war. Aber die Unterschiede im Dienstrang und ihren Methoden hatten einen Keil zwischen sie getrieben, lange bevor dieser Fall seinen Schatten auf sie geworfen hatte.

"Geben Sie mir einen Lagebericht. Danach muss ich zum Erzbischof, der mir den Arsch dafür aufreißen wird, dass ich die Versprechen gebrochen habe, die ich ihm nach dem letzten Mord gemacht habe."

Wagner verzog das Gesicht, während er den Stand der Dinge übermittelte. Er wusste, dass Matthews sich auf die Anstrengungen bezog, mit denen er den Bischof dazu gebracht hatte, das Mordopfer in seiner Kathedrale zu verschweigen. Er hatte ihm versprochen, dass er es nicht bereuen würde, so wie Wagner es Matthews versprochen hatte. Zweimal sogar.

Er erzählte Matthews, wo die Leiche lag, beschrieb ihm den Tatort und gab Benoits Bericht darüber wieder, wie die Leiche entdeckt worden war. Matthews nickte weder, noch blinzelte er auch nur, während er zuhörte.

Wagner war sich sicher, dass es seinem Chef alle Selbstbeherrschung abverlangte, ihn nicht mit einem kräftigen Schlag zu Boden zu schicken, dafür, dass er ihn in diese Lage gebracht hatte. Er hoffte nur, dass Matthews' Karriere durch diese Sache keinen permanenten Schaden erlitt. Der Mann war für den Posten des Direktors geboren. Wenn Wagner an seiner Stelle gewesen wäre, hätte er vermutlich direkt bei der Begrüßung zugeschlagen.

"Das Opfer ist Robert Cummings, der Nachrichtensprecher. Er war der Cop, der vor einigen Jahren von den Korruptionsvorwürfen freigesprochen wurde."

"Ein öffentlicheres Opfer hätte unser Täter sich nicht aussuchen können", murrte Matthews.

"Nein, Sir. Aber das ist noch nicht alles", begann Wagner, als er seinem Chef alles über die kleinen Care- Pakete erzählte, die die Redaktionen der Stadt erhalten hatten. Matthews' Auge zuckte bei den Neuigkeiten, und Wagner bereitete sich auf den unausweichlichen Schlag vor.

"Holt. Mir. Diese. Frau."

"Sie ist bereits auf dem Weg. Ich hab die Polizei losgeschickt, sie herzuholen."

"Nein, nicht hierher. Alles, was wir hier tun, wird landesweit in den Medien breitgetreten. Beseitigen Sie dieses Chaos und schließen Sie hinter sich ab. Ich will, dass dieses Museum morgen früh wieder öffnen kann. Der Erzbischof ist schlimm genug, ich brauche nicht noch eine Meute reicher Kunstliebhaber, die mir durch ihre Anwälte ihre Jammerbriefe zukommen lassen. Bringen Sie die Frau direkt in die Gerichtsmedizin."

(Continues…)



Excerpted from "Der Monarch"
by .
Copyright © 2016 HarperCollins in der HarperCollins Germany GmbH.
Excerpted by permission of HarperCollins Germany GmbH.
All rights reserved. No part of this excerpt may be reproduced or reprinted without permission in writing from the publisher.
Excerpts are provided by Dial-A-Book Inc. solely for the personal use of visitors to this web site.

Customer Reviews