Das Flüstern der Gefahr: Liebesroman

Das Flüstern der Gefahr: Liebesroman

by Linda Howard

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Overview

Er lässt keinen seiner Leute zurück. Schon gar nicht die Frau, die er liebt. Jinas Stimme bringt ihn um den Verstand. Dabei muss sich Levi Butcher konzentrieren. Er ist als Teamleader für seine Eliteeinheit verantwortlich. Wenn er im Einsatz ist, ist er mit Jina über Funk verbunden. Aber er kann kaum an etwas anderes denken als an ihre sinnlichen Lippen und heißen Kurven. Als sie im Einsatz sind und plötzlich das Basislager attackiert wird, reißt der Kontakt zu Jina ab. Was ist mit ihr passiert? Levi muss sie finden, bevor es zu spät ist.

Product Details

ISBN-13: 9783955767112
Publisher: MIRA Taschenbuch
Publication date: 12/03/2018
Sold by: Readbox
Format: NOOK Book
Pages: 416
File size: 895 KB

About the Author

Seit Linda Howards Karriere als vielfach beachtete Autorin begann, hat sie mehr als 25 Romane geschrieben, die weltweit eine begeisterte Leserschaft gefunden haben und millionenfach verkauft wurden. Zahlreiche Auszeichnungen sprechen für den internationalen Ruhm, den sie durch ihr Schaffen erreicht hat. Zusammen mit ihren Mann und zwei Golden Retrievers lebt sie in Alabama.

Read an Excerpt

CHAPTER 1

»Sie bekommen alle einen neuen Aufgabenbereich«, sagte MacNamara knapp.

Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen drängten sich in MacNamaras Büro, das für ihn als Chef erstaunlich winzig und bescheiden war. Jina Modell gehörte nicht zu den Glücklichen, die als Erste hereingekommen waren und sich einen der beiden Besucherstühle hatten schnappen können, weshalb sie mit den übrigen sieben Kollegen zusammengepfercht in unbequemer Haltung herumstand.

Ihre erste Reaktion auf MacNamaras Ankündigung war Erleichterung. Niemand von ihnen hatte gewusst, weshalb die Versammlung einberufen worden war, und sie hatte befürchtet, dass sie alle ihre Jobs verlören. Sie hatte sich bereits mental auf das Schlimmste vorbereitet, nämlich die fristlose Kündigung, denn eine Mittelstreichung war immer möglich, sogar bei Geheimprojekten wie den ihren, die aus eher dubiosen, unbekannten Geldquellen finanziert wurden.

Offensichtlich war sie nicht die Einzige, der solche Gedanken durch den Kopf gingen, denn erleichtertes Seufzen summte durch den kleinen Raum.

Dann aber runzelte Jina die Stirn. Klar, es war gut, auch weiter einen Job zu haben. Aber ihr bisheriger gefiel ihr wirklich gut. Sie arbeitete im Kommunikationsbereich, was viel Spaß machte, und bekam gutes Geld. Nicht zu vergessen der Coolness-Faktor, den der Job mit sich brachte, denn selbst für D. C. war er echt cool. Was für eine Befriedigung, Terroristen durch GO-Teams fertigmachen zu können, ohne den wohltemperierten Computerraum zu verlassen. Das bequeme klimatisierte Leben gefiel ihr. Es war also vielleicht gar nicht so gut, wenn sich ihr Aufgabenbereich änderte.

»Was passiert?«, erkundigte sie sich daher, nachdem einen Moment Schweigen geherrscht und niemand diese Frage gestellt hatte.

MacNamara würdigte sie keines Blickes. »Die Teams«, sagte er stattdessen und nahm ein Blatt Papier in die Hand, auf das er so missmutig starrte, als gefiele ihm nicht, was dort stand. Obwohl er es als Leiter der Dienststelle wahrscheinlich selbst verfasst hatte. »Donnelly, Sie kommen in Kodaks Team. Ervin, Sie sind bei Snowman, Modell bei Ace.« Er las weiter die Liste vor, nach der sie einzelnen Teams zugeordnet wurden, doch niemand wusste, was zum Teufel das hieß.

»Ace« war der Spitzname für Levi Butcher. Sie hatte von ihm gehört, ihn oder Agenten aus seinem Team aber nie persönlich getroffen. Ace stand in dem Ruf, einen der härtesten Jobs durchzuziehen. Was, zum Teufel, sollte sie dort machen?

Jina hatte hart daran gearbeitet, erst nachzudenken, bevor sie etwas sagte, das war in diesem Metier wichtig. Niemand aus ihrem Umfeld wusste, was sie tatsächlich tat oder wo genau sie arbeitete. Also bemühte sie sich, zu schweigen und nachzudenken – allerdings nur eine Sekunde lang, denn ein paar Fragen drängten sich einfach auf, und niemand sonst öffnete den Mund. Offensichtlich waren alle durch MacNamaras fiesen Ruf eingeschüchtert.

Sie hob die Hand. MacNamara musste die Bewegung aus dem Augenwinkel beobachtet haben, denn er stoppte mit dem Vorlesen der Liste und hob den Kopf. »Was ist?«, bellte er.

»Was werden wir denn in diesen Teams machen?«, fragte sie. Sie bemerkte, dass er kurz überrascht ihrer Stimme lauschte, während ihm gleichzeitig klar zu werden schien, dass sie auch die erste Frage gestellt hatte, nicht einer der Männer. So war ihre Stimme nun mal, diese Reaktion war sie gewohnt. Was sie viel mehr interessierte, war ihre aktuelle Situation. Von den anderen wusste sie es nicht, aber sie selbst hatte nicht die geringste Ausbildung für das, was die GOTeams taten. Und das könnte im Prinzip einer Selbstverstümmelung gleichkommen.

»Darauf werde ich schneller zu sprechen kommen, wenn Sie mich nicht ständig unterbrechen«, keifte MacNamara.

»Ich habe nur einmal unterbrochen.« Bildete sie sich das nur ein, oder rückten die Kollegen ein kleines Stück von ihr ab, als wollten sie MacNamara freie Schussbahn verschaffen? Tatsächlich, das war keine Einbildung.

»Jetzt zum zweiten Mal.«

Da hatte er recht. Jina presste die Lippen zusammen, und eine Sekunde später las er weiter. Nachdem jedem ein Aufgabenbereich zugeteilt worden war – beziehungsweise ein Team, denn sie wussten immer noch nicht, was sie eigentlich machen sollten –, lehnte sich MacNamara in seinem Stuhl zurück. »Sie sind die zehn Mitarbeiter mit den besten Testergebnissen in räumlicher Orientierung und Reaktionsvermögen ...«

Jina presste wieder die Lippen zusammen. Was für Testergebnisse? Sie hatte an keinen Tests teilgenommen. Und soweit sie wusste, auch die anderen nicht.

»Was für Testergebnisse?«

Verdammt. Sie konnte einfach nicht den Mund halten.

MacNamara warf ihr wütend einen tödlichen Blick zu, und in dem kleinen Raum herrschte erneut knisterndes Schweigen. Er begann, mit dem Kugelschreiber in wildem Takt auf seinen Schreibtisch zu klopfen. Sein Gesichtsausdruck signalisierte, dass er ihr am liebsten den Hals umdrehen und sie irgendwo entsorgen würde. Jina konnte sich vorstellen, dass es ihm ein Leichtes wäre, das umzusetzen.

Aber dann sagte er nur barsch: »Die Computerspiele im Pausenraum.«

Aha. Ein leises Raunen ging durch die Reihen. Vor einigen Monaten war die Spielkonsole installiert worden. Einige Mitarbeiter hatten sich sofort damit vertraut gemacht und sich in den Pausen Partien geliefert, waren gegeneinander angetreten und hatten um die höchsten Punktzahlen konkurriert. Jina, die viel Erfahrung mit solchen Spielen hatte, hatte bei diesen Wettstreits mitgemacht. Da sie ständig in Führung lag, fühlten sich ein paar Typen echt angepisst, die vorher große Sprüche darüber geklopft hatten, dass Mädchen keine Ahnung von solchen Spielen hätten. Aber sie hatte es ihnen gezeigt. Die Spiele waren ziemlich kompliziert und sehr lebensecht, viel anspruchsvoller als alles, was man auf dem freien Markt kaufen konnte, und besaßen einen Spaßfaktor, der alles übertraf. Offensichtlich galt das auch für die Überwachung.

Wieder hob sie die Hand. Zur Hölle noch mal, war sie die Einzige hier, die einen Mund hatte? Warum meldete sich denn niemand anders, war keinem was aufgefallen?

MacNamara kniff sich in den Nasenrücken und brummelte etwas Unverständliches vor sich hin.

»Ich bin nicht für die Arbeit in den GO-Teams qualifiziert.« Es war ihr ein bisschen peinlich, das Offensichtliche auszusprechen, aber es war nun mal die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Egal wie viele Punkte sie bei Computerspielen gemacht hatte: Die Mitglieder der GO-Teams waren alles Supermänner. Sie schwammen und liefen kilometerweit und absolvierten ein hartes Training. Sie konnten aus weiter Ferne eine Eichel aus der Krone einer Eiche schießen. Jina wusste, dass auch kampferfahrene Frauen in den Teams waren, aber zu diesen Frauen gehörte sie nicht. Sie konnte zwar schwimmen und ging manchmal joggen, war aber kein Fitnessfreak.

»Das sind Sie alle nicht«, bellte MacNamara. »Deshalb erhalten Sie ein spezielles Training. Im Nahkampf werden Sie bei den Operationen ohnehin nicht eingesetzt.«

»Aber was sollen wir dann ...?«, begann Jina und wurde durch eine wirsch erhobene Hand MacNamaras zum Schweigen gebracht.

»Ich darf Sie als Erstes daran erinnern, dass Sie eine Verschwiegenheitsverpflichtung bezüglich allem, was mit Ihrer Tätigkeit hier zu tun hat, unterschrieben haben. Die Antwort ist, dass die Teams über ein außergewöhnliches Situationsbewusstsein verfügen, was aber auch Risiken bringt. Zu registrieren, dass ein Ziegenhirte auf sie zuläuft, und abzuschätzen, zu welchem Zeitpunkt er bei ihnen ankommen wird, lenkt die Agenten von ihrer eigentlichen Aufgabe ab. Zwar in Grenzen, denn hier ist die Rede von Leuten, die gut genug sind, in einem GO-Team zu arbeiten, aber trotzdem – jede Sekunde zählt. Tausende von Analysen haben uns gezeigt, dass es in jeder Situation von Vorteil ist, wenn eine Wachperson, ein sogenannter Onsite Operator, das Timing und die Situationseinschätzung übernimmt. Dieser Operator beobachtet die Umgebung über eine computergesteuerte Drohne. So erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Mission um drei Prozent. Die Rate von Unglücksfällen in den Teams reduziert sich um zwei Prozent. Ein kleiner, aber wichtiger Prozentsatz.«

Vor allem für die Betroffenen, dachte Jina trocken. Okay, sie verstand, warum so etwas wichtig war. Was sie aber nicht verstand, war, wie sie selbst in einen solchen Einsatz passte. Sie war nicht ... Nun, sie besaß keine außerordentlichen Fähigkeiten. Weder war sie besonders sportlich noch sehr mutig oder mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet. Also wie zum Teufel sollte sie wissen, welche Richtung der Ziegenhirte einschlagen würde? Außerdem hatte sie nie den Ehrgeiz besessen, sich in diesem Bereich besonders zu profilieren. Sie erreichte zwar hohe Punktzahlen bei Computerspielen, aber das war alles.

Das würde niemals funktionieren.

»Das wird nicht klappen«, sagte sie.

MacNamara ließ den Kopf sinken und fuhr sich mit den Händen durch die Haare, als wollte er sie sich ausrupfen. Vielleicht stellte er sich aber auch vor, wie er Jina den Schädel zerschmetterte.

»Natürlich nicht«, sagte er an seine Schreibtischplatte gerichtet. »Wir wissen nämlich nicht, was wir tun. Wir haben auch nicht alle Eventualitäten und potenziellen Hindernisse einkalkuliert und alle zehn Leute hier im Raum so intensiv analysiert, dass wir über Sie besser Bescheid wissen als Sie selbst. Wir dachten einfach, wir schicken Sie alle mal so aus Spaß und guter Laune ins Feld und schauen, wie schnell Sie alles versauen.«

Es gefiel ihr nicht, dass sie ohne ihr Wissen analysiert worden war. Das fühlte sich an, als würde irgendein Perverser durch ein Guckloch Frauen im Badezimmer hinterherspionieren. Andererseits wusste sie, dass die Analytiker zu den Besten ihres Fachs gehörten, was sie wiederum beruhigte, wenn auch nicht überzeugte.

»Was ist, wenn einige von uns nicht daran interessiert sind?«, wollte sie wissen, denn immer noch gab kein anderer im Raum einen Ton von sich – diese Feiglinge. Offensichtlich war sie hier die Einzige, die Eier hatte. Und das obwohl sie faktisch als Einzige keine besaß. Also saßen sie bei ihr sozusagen im Kopf. Kopfeier, das war echt krass.

»Dann sollten sie ihre Sachen packen und sich einen anderen Job suchen.« MacNamara starrte sie drohend an. »Leute, die kneifen, sind unerwünscht. Für Ihre bisherigen Stellen wurden bereits Nachfolger angeheuert.«

Endlich – endlich! – meldete sich jemand anders zu Wort. »Wenn wir das Training also nicht packen oder uns beim Einsatz verletzen, stehen wir auf der Straße.«

MacNamara presste die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen, und seine furchterregenden Augen funkelten, aber glücklicherweise blitzten sie jemand anders an. »Ich kümmere mich um meine Leute«, knurrte er. »Wenn Sie verletzt sind, bekommen Sie die gleiche Behandlung wie alle anderen Teammitglieder. Sie werden ärztlich versorgt, versetzt, bekommen Rente – was auch immer notwendig ist. Leute, das ist ein harter Job. Von allen, die sich an diesen Spielen beteiligt haben, hatten Sie genügend Punkte, um in die Auswahl zu kommen. Ich hätte diese Entscheidung nicht getroffen, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass sich das Risiko auszahlt. Sie werden sich nicht direkt im Aktionsfeld bewegen, es sei denn, es geht etwas schief. Aber Sie brauchen trotzdem eine gute Kondition und genug Training, um kein Hindernis für die Agenten im Einsatz darzustellen. Noch Fragen? Wohl eher nicht. Also, räumen Sie Ihre alten Schreibtische aus, und melden Sie sich morgen früh um sieben im Erdgeschoss. Bitte ziehen Sie Sportsachen an. Sie werden an einen anderen Ort gebracht, wo Ihr PT dann beginnt.«

PT, Personal Training. Was für eine Freude, dachte Jina. Das ist mein Ende.

Die Bremsen quietschten, und das Getriebe ächzte, als der rostige klapprige Ford Transit mit fünfzehn Sitzen zum Stehen kam. Der Zustand des Busses war schon vor langer Zeit aus der Kategorie »altersschwach« zu »könnte-jederzeitauseinanderfallen« gerutscht. Die Sitze waren abgewetzt und zerrissen, und im Boden des Wagens befand sich ein Loch, durch das Jina den Asphalt vorbeirauschen sah. Der Motor hustete wie ein fünfzigjähriger Kettenraucher, die Stoßdämpfer verdienten ihren Namen nicht mehr, und die Lenkung protestierte bei jeder Kurve. Es hätte sie nicht überrascht, wenn sie das Gefährt bis zu ihrem Ziel hätten schieben müssen.

Aber der Bus hatte es geschafft, wenn auch nicht ohne Gebete und gedrückte Daumen. Der Mann auf dem Beifahrersitz öffnete die Tür, und die Zehnergruppe stieg aus. Der Letzte schloss die Autotür wieder, und kaum war das Schloss eingeschnappt, gab der Fahrer Gas und zischte mit Getöse dahin zurück, wo die Blechkiste stand, wenn sie nicht gebraucht wurde.

Sie sahen sich um. »Wo zum Teufel sind wir hier?«, fragte sich ein Typ laut.

Am Arsch der Welt, dachte Jina, hielt aber den Mund. Sie hatte sich so weit wie möglich den Weg gemerkt und wusste, dass sie sich irgendwo in Virginia befanden. Der Bus hatte sie am Rand eines riesigen offenen Feldes ausgeladen, auf dem Berge von Heuballen lagerten. Dicke geknotete Seile hingen an Bretterwänden, Stacheldrahtgewirr und anderes Zeug, dessen Nutzen nicht auf den ersten Blick ersichtlich war, lag herum. Offensichtlich war es für irgendwelche Folterungen gedacht – für sie. Das ganze Areal war von einem Trampelpfad umgeben, der irgendwo am anderen Ende in den Wald führte, und nicht einmal dieser Weg schien ohne Hindernisse. Er war mit Böschungen und Hügeln, Sandflächen und Matschlachen bestückt. Was es hier nicht zu geben schien, war irgendein Hinweis auf Zivilisation, etwa ein Café oder so was.

In der kurzen Zeit, die sie hier standen, bemerkte sie schon, wie der Staub der roten Erde ihr in Kehle und Nase drang. In Georgia hatte sie jede Menge dieses roten trockenen Staubs gesehen; er jagte ihr nicht unbedingt Angst ein, aber sie war auch nicht glücklich darüber. Sie hatte nichts übrig für Staub, Schmutz, Schwitzen und diese ganze Situation.

Trag's mit Fassung, Schätzchen. Schwitzen war besser als Arbeitslosigkeit – fürs Erste jedenfalls. Morgen sah sie das vielleicht schon anders.

Sie zählte mindestens dreißig Männer, die sich auf dem Trainingsfeld herumtrieben und sich in nicht nachvollziehbaren Bahnen bewegten. Die Typen machten verschiedene Übungen, die sicher kein normaler Mensch fertigbekam. Als plötzlich die schnell aufeinanderfolgenden Schüsse einer Schnellfeuerwaffe zu hören waren, zuckte sie zusammen und blickte sich hektisch nach dem Schützen um. Doch sie konnte weder ihn noch irgendwelche installierten Zielscheiben entdecken. Der scharfe Geruch von Schießpulver stieg ihr in die Nase, die Schüsse kamen also aus der Nähe. Dicht zusammengedrängt beobachtete die kleine Gruppe schweigend die Männer bei den lebensgefährlichen Übungen, an denen sie jetzt offensichtlich ebenfalls teilnehmen sollten. Was gab es da zu sagen? Entweder sie ließen sich darauf ein oder sie konnten sich einen neuen Job suchen. Sie versuchte sich Mut zu machen und zuversichtlich zu denken.

Die Sonne brannte auf sie herunter, und sie schwitzte wie der Teufel. Dieser höllische Staub hatte aus ihrer Kehle die Sahara gemacht. Es dauerte, bis endlich jemand von ihnen Notiz nahm – oder beschlossen hatte, dass sie nun lange genug ausgeharrt hatten, denn sie bezweifelte, dass man ihren kleinen Trupp übersehen konnte – und ein Muskelprotz mit rasiertem Schädel, tief gebräuntem Teint und grauem Stoppelbart sich auf den Weg zu ihnen machte. Er trug ein schweißdurchtränktes olivgrünes T-Shirt, Kakishorts und sandfarbene Boots. Der Typ war von oben bis unten mit einer feinen Staubschicht bedeckt, bis auf die Stellen, wo kleine Rinnsale von Schweiß einen Schmutzstreifen über seine Haut zeichneten. Er wirkte auf sie wie eine Wand von Muskeln, die sich auf sie zubewegte. Als er nahe genug war, sagte er: »Ihr seid die FNGs, oder?«

Die Neulinge, die »Fucking New Guys«. Zum Glück hatten sie dort, wo sie arbeiteten, alle etwas vom allgemein verbreiteten Militärslang aufgeschnappt, und niemand brauchte die peinliche Frage zu stellen, was die Abkürzung FNG zu bedeuten hatte. Stattdessen nickten einige von ihnen unbehaglich.

»Ich bin Baxter.« Er erklärte nicht, ob es sein Vor- oder Familienname war, aber das war auch egal. »Okay. Wir fangen so an, als wärt ihr neu beim Militär. Zuerst werdet ihr laufen. Wir müssen abchecken, wer einigermaßen in Form ist und wer nicht. Mir nach.«

(Continues…)


Excerpted from "Das Flüstern Der Gefahr"
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Copyright © 2018 Linda Howington.
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