Liebesbriefe Ost: Zerfetzt - der himmelblaue Bikini

Liebesbriefe Ost: Zerfetzt - der himmelblaue Bikini

by Jürgen Leidert

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Overview

Liebesbriefe Ost: Zerfetzt - der himmelblaue Bikini by Jürgen Leidert

WANN HABEN SIE IHREN LETZTEN LIEBESBRIEF ERHALTEN? Zu jeder Zeit waren und sind Briefe Abbilder der Gesellschaft. Heutzutage werden sie oft als E-Mail oder sogar mit den sogenannten Messengern verschickt. Aber kann man DAS wirklich noch als Brief bezeichnen? Es sind wohl eher schriftliche Botschaften, bei denen die Texte immer kürzer und Bilder immer wichtiger werden. Das ist in diesem Liebesroman ganz anders: mithilfe von intensiven Briefwechseln beschreibt er auf unterhaltsame und ehrliche Art die Hemmnisse, Wirren und Schwierigkeiten zweier Liebender zu DDR-Zeiten. Konflikte, Probleme und Niederlagen werden von ihnen offen diskutiert und nie kritiklos hingenommen. Die Geschichte dahinter: Während eines Kuraufenthalts an der Ostsee verliebt sich Rongo in die hübsche und selbstbewusste Tanja. Schon bald erwidert sie seine Gefühle und für einen kurzen Moment scheint alles gut. Doch die Realität lässt nicht lange auf sich warten, denn unterschiedliche Wohnorte, Lebensstile und die Tatsache, dass Rongo verheiratet ist, erschweren das Zusammensein der Beiden. Als sich dann auch noch „der Staat“ in Gestalt von Rongos Vorgesetztem einmischt, drängt sich immer mehr die Frage auf, ob es sich wirklich lohnt, für diese Liebe und ein gemeinsames Leben zu kämpfen. Liebesroman in Briefform – kritisch, ehrlich, unterhaltsam

Product Details

ISBN-13: 9783943987607
Publisher: familia Verlag
Publication date: 01/01/2015
Sold by: CIANDO
Format: NOOK Book
Pages: 134
File size: 2 MB
Age Range: 18 Years

About the Author

Zum Autor Jürgen Leidert wurde 1941 in Leipzig geboren, nach der Schulzeit erlernte er den Beruf eines Retuscheurs, arbeitete in der volkseigenen grafischen Industrie, später als Hilfsgrafiker und Retuscheur in einer PGH und einer Grafischen Kunstanstalt. Er studierte an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig figürliches Zeichnen und Malerei. Leidert studierte am Pädagogischen Institut Deutsch und Geschichte, unterrichtete dann in einer pädagogischen Einrichtung Kunsterziehung, Zeichnen und Malen. Seit Mitte der sechziger Jahre arbeitete er in verschiedenen Funktionen in der Grundstoff- und Chemie-Industrie auf den Gebieten Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Kultur und Kunst. An der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin legte er das Staatsexamen ab, wurde in den achtziger Jahren zum Kulturhausleiter berufen und arbeitete seit 1990 als freiberuflicher Maler und Grafiker bis zum Ruhestand. In seinem Roman „Liebesbriefe Ost“ lässt er sein Wissen und seine Erfahrung bezüglich der DDR mit einfließen. So konstatiert er heute, mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, „den perfekten Staat gab und gibt es nicht. Aber in der DDR waren die Menschen aufeinander angewiesen, mehr solidarisch verbunden, weil sie aufgrund von Wirtschaftsstruktur und Wohnungsmangel sowie der politischen Verhältnisse ortsgebunden waren. In der weit aufgespaltenen Gesellschaft des heutigen Deutschland ist hingegen jegliche gewollte Änderung der Lebensgrundlagen möglich, wenn das erforderliche Kapital vorhanden ist.“

Preface

Liebe braucht Worte „Tausend Dank, mein bester Freund, für Deinen allerliebsten Brief, welcher mir soviel Freude verursachte und mich nicht bloß für den Augenblick, sondern die ganze Zeit beruhigt. Du hättest keine größere Wohltat tun können, um mich armes gekränktes Herz zu ermuntern.“ Liebe braucht liebe Worte. Und fehlt die Nähe, diese zu murmeln, küssen oder zu flüstern, müssen andere Kommunikationswege diese Intimitäten ersetzen: Mail, Telefon, Skype, SMS. Doch nichts an Gefühlen kommt dem Liebesbrief gleich. Seit Jahrhunderten bringen ihn Boten oder die Post. Könige schrieben und Prinzen. Die Magd schrieb und der Jüngling mit klopfenden Herzen. Große Frauen und Männer gaben ihren Gefühlen Ausdruck: „Erst heute Abend schreib ich meiner Lotte mit der ich mich diese ganze Zeit im Stillen beschäfftigt habe. Ich wünschte du wärest den ganzen Tag um mich unsichtbar, und trätest Abends wenn ich alleine bin wie aus der Mauer hervor, du würdest fühlen, was ich jetzt mit sovieler Freude fühle, daß ich nur alleine dein bin und dein seyn kann. Wie hoffe ich auf den Augenblick dich wiederzusehn, du hast mich mit allen Banden an dich gebunden“, ließ Goethe Frau von Stein wissen. Arm der, der niemals einen Liebesbrief verfasste. Ärmer noch der, welcher nie einen Liebesbrief erhielt. Jeder liest gern Liebesbriefe, auch wenn sie nicht an einen selbst gerichtet sind. Sammlungen existieren geheim und offiziell. Verlage geben gebunden Liebe gern heraus. „Romeo schreibt Euch, Julia. Wenn Ihr Euch weigert, es zu lesen, so wäret Ihr grausamer als Eure Eltern, deren langwierige Kämpfe sich gelegt haben. Diese schrecklichen Kämpfe werden sicherlich nie wiederkehren. Ich habe Euch wiedergesehn. Die Liebe schien mir zu lächeln. Allein mit Euch auf einer runden Bank sitzend, habe ich gesprochen, habe ich gewähnt, daß sich ein Seufzer Eurer Brust entringe. Eitle Einbildung! Von meinem Irrtum geheilt, sah ich die Gleichgültigkeit mit ruhiger Stirn zwischen uns beiden sitzen. Die Leidenschaft, die mich beherrscht, drückte sich in meinen Reden aus und die Euren trugen den liebenswürdigen und grausamen Stempel der Scherzhaftigkeit. O Julia! Das Leben ohne Liebe ist nur ein langer Schlaf! Die schönste Frau muß fühlen können: glücklich der Sterbliche, welcher der Freund Eures Herzens wird!“ Wer würde nicht liebend gern solch Worte lesen? Zumal, wenn sie an ihn selbst gerichtet sind. Und so existieren mittlerweile Börsen, die für Fremde schöne Worte finden. Doch was nützen sie, wenn sie nicht aus eignem Herzen kommen? Liebesbriefe werden gesammelt und gut versteckt. Manch Dachboden, der solch Geheimnis gut verwahrt und schweigt. Denn auch wenn die Liebe längst erloschen, die Liebelei in der Jugend schnell vorbei, der Liebende erinnert sich und erlebt seine Liebesgeschichte gern wieder und wieder: „1982 hatte ich mich bei einem Jugend-Orchesteraustausch in einen jungen Franzosen verliebt. Da ich nicht Französisch und er nicht Deutsch sprechen konnte, verständigten wir uns mehr oder weniger auf Englisch. In dieser Zeit erreichten mich diese Briefe aus Italien und Kanada, die er Bekannten mitgegeben hatte, welche in diese Länder reisten, so dass ich seine Liebeserklärungen aus aller Welt erhielt – immer mit einem anderen Anfangsbuchstaben meines Vornamens versehen. Noch nach fast 30 Jahren berührt es mich, diese kleinen Botschaften ab und zu anzuschauen.“ Neben all der Liebe zeugen diese auch von der Zeit, in der sie geschrieben wurden, sind ganz nebenbei ein Abbild der Gesellschaft. „Liebesbriefe Ost“ verweisen auf den einen Teil des Landes. Doch läse man sie jenseits der Neiße, wären’s Liebesbriefe West. Eine Frage des Standpunkts. Ob die Geschichte wahr, erdacht oder auf einem Boden gefunden, weiß der Verfasser. Darum sollte sich kein Leser Gedanken machen, denn jeder liest gern Liebesbriefe und lässt sich dabei auch etwas vormachen bis hin zur großen Enttäuschung. Hauptsache: die Gefühle, sie sind echt. Und das sind sie hier, ohne Zweifel. Darauf einen Seufzer. Henner Kotte

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