Trinity - Brennendes Verlangen

Trinity - Brennendes Verlangen

by Audrey Carlan, Christiane Sipeer

NOOK Book(eBook)

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Product Details

ISBN-13: 9783843714877
Publisher: Ullstein Ebooks
Publication date: 09/08/2017
Series: Die Trinity-Serie , #5
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 320
File size: 2 MB

About the Author

Audrey Carlan schreibt mit Leidenschaft heiße Unterhaltung. Ihre Romane veröffentlichte sie zunächst als Selfpublisherin und begeisterte damit eine immer größere Fangemeinde, bis Waterhouse Press sie unter Vertrag nahm. Ihre Serien "Calendar Girl" und "Trinity" stürmten auch in Deutschland die Bestsellerlisten. Audrey Carlan lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Kalifornien.

Read an Excerpt

CHAPTER 1

KATHLEEN

Unerfüllte Wünsche hinterlassen ein Gefühl der Traurigkeit. Nach dreißig Jahren auf dieser Erde habe ich mehr zu betrauern, als ich an Fingern und Zehen abzählen kann, und das meiste davon hat mit einem einzigen Mann zu tun. Den ich verjagt habe. Jetzt bin ich allein. Ohne Mann, ohne Kinder, ohne Hoffnung auf mehr.

Es heißt, Einsamkeit sei eine Entscheidung, und wahrscheinlich stimmt das auch. Menschen schwirren in mein Leben herein und wieder hinaus wie summende Bienen und bedienen sich so lange an meinem süßen Nektar, bis nichts mehr übrig ist und ich mich leer fühle. Diese Lücke hat er einmal mit Freude gefüllt, mit Lachen und mit etwas, was ich für Liebe gehalten habe. Ich habe sogar daran geglaubt. Bis es fort war. Jetzt existiert nur noch eine leere Schale, die Hülle der Frau, die ich einmal war. Eine Frau, die ich so gern wieder sein würde.

Mein Therapeut meint, dass ich wegen des Brandes im Theater und der Verletzungen, die ich dabei erlitten habe, unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leide, und vielleicht hat er recht. Die Menschen um mich herum scheinen die Lösung für meine Probleme zu kennen, aber ich bin es, die in der Hölle gefangen ist. Die jede Nacht aufwacht, weil der Schmerz mir in die Seite, durch den rechten Arm und in die Fingerspitzen schießt. Dann wird mir jedes Mal aufs Neue bewusst, wie allein ich wirklich bin. Kein Mann wird neben mir wach, hält mich im Arm, flüstert mir liebe Worte ins Ohr, bis ich friedlich wieder einschlummere.

Die Zeiten, als ich darauf bauen konnte, dass ein Mann mich voller Wärme umarmt, sind vorbei. Eines der vielen Dinge, die ich betrauere. Trotzdem würde ich meine Entscheidung nicht rückgängig machen. Ohne mich ist er besser dran. Zumindest ohne die kaputte, leere Hülle, die ich jetzt bin.

Aber darauf kommt es eh nicht an. Er hat mich schon nicht geliebt, als ich körperlich und geistig perfekt war. Jetzt könnte er mich erst recht nicht lieben. Warum schaffe ich es dann nicht, ihn zu vergessen? Ihn aus meinem Kopf, meinem Herzen und meinem Leben zu verbannen. Wieso hängt mein Glück von jemandem ab, der nicht mehr da ist?

Drei Jahre sind eine lange Zeit, um jemandem hinterherzutrauern, den man absichtlich aus seinem Leben vertrieben hat. Drei lange Jahre voller Verbrennungsbehandlungen, Transplantationen, Reha und Therapie. Therapie. Was für ein Witz. Dr. Madison kann mir nicht helfen. Nichts und niemand kann das. Jeder neue Eingriff weckt in mir die Hoffnung, dass ich wieder so aussehen kann wie vor dem Abend, an dem sich mein ganzes Leben veränderte. Und dass ich mich dann wieder wie früher fühle. Aber so ist es nie. Manchmal bekomme ich ein paar glattere Hautstellen. Einige Narben weniger hier, dafür einige neue da. Die Transplantationen hinterlassen ebenfalls Narben, wenn auch weniger auffällige. Trotzdem bin ich nicht mehr ich.

Kathleen Bennett, die echte Kat, wurde in dem Feuer bildlich gesprochen zu Asche verbrannt. Alles, was mich ausmachte, was mich zu der Frau machte, auf die ich stolz war – unbeschwert, verliebt in das Leben, verliebt in Carson Davis ... Diese Frau ist gestorben. An ihre Stelle ist eine verbitterte, vernarbte Frau getreten, die Komplexe hat und sich am liebsten in Luft auflösen würde.

Vielleicht sollte ich verschwinden und jemand anderes werden. Aber sie könnte ich niemals verlassen. Meine Seelenschwestern sind mein Lebensnerv. Sie sind die Wurzeln, dank derer dieser Baum hier zu etwas werden konnte, auf das ich einmal stolz war. Jetzt kommt mir dieser Baum meines Lebens vor wie eine verschrumpelte Masse aus abgestorbenen Blättern und dürren, hässlichen Ästen. Trotzdem reichen die Wurzeln, die mich mit diesen drei Frauen verbinden, tiefer, als Außenstehende es sich vorstellen können. Unsere Verbindung ist aus Liebe, Lachen, Entbehrungen, Not, Schmerz und Wiedergeburt erwachsen. Meine Seelenschwestern verstehen mich, selbst mein neues, verkorkstes Ich. Und sie versuchen, den Menschen wieder zum Vorschein zu bringen, der ich einmal war – und der sich unter den Wunden verbirgt.

Jetzt sind drei Jahre vergangen und ich habe diesen Menschen noch nicht gefunden. Ich fürchte, das werde ich auch nicht mehr.

»Kathleen, bist du fertig?«, ertönt die Stimme, auf die ich mich inzwischen voll und ganz verlasse. Der einzige Mensch, dem gegenüber ich völlig ehrlich sein kann. Chase Davis, der Mann meiner Seelenschwester Gillian, klopft an meine Schlafzimmertür. »Bist du angezogen? Wenn du nicht fertig bist, kommen wir noch zu spät.«

»Immer mit der Ruhe. Und ja, ich bin angezogen. Komm rein.« Ich seufze und puste mir gegen den Pony in meiner Stirn. Ist im Grunde völlig egal. Mich schaut eh keiner an. Und wenn doch, sieht er nur ein entstelltes Monster.

Chase tritt auf die Schwelle zum Zimmer und drückt die Tür weiter auf. Sein marineblauer Anzug sitzt ihm wie auf den Leib geschneidert. Dafür habe ich gesorgt. Meine neue Herrenmodekollektion nimmt langsam Gestalt an. Wenigstens diese eine Sache in meinem Leben läuft gut, und das, obwohl ich mit der rechten Hand nicht mehr anstellen kann, als in der Therapie einen Stressball zusammenzudrücken. Zugegeben, die Hand wird allmählich stärker, aber ich werde nie wieder die Feinarbeiten ausführen können, für die ich in meinem früheren Leben als Kostümbildnerin bekannt war. Der Zug ist längst abgefahren und er kommt auch nicht wieder.

»Kathleen, du stellst meine Geduld auf die Probe.« Chase hebt den Arm und tippt stumm auf seine Rolex.

Ich lächele und greife mit der linken Hand nach meiner Handtasche auf dem Nachttisch. »Und deine Frau und die Kinder nicht?«

Er runzelt die Stirn, aber seine Mundwinkel zucken nach oben. Chase muss immer lächeln, wenn er über Gillian spricht. Er kann nicht anders. Meine temperamentvolle, rothaarige beste Freundin und die süßen Zwillinge sind sein Ein und Alles, und er genießt jeden Augenblick mit ihnen.

Immer noch leicht lächelnd, spitzt er die Lippen. »Wie dem auch sei, wir müssen los, sonst bekommen wir die Testergebnisse nicht rechtzeitig. Ich bin schon gespannt zu erfahren, was diese neue Technologie zu bieten hat.«

Chase Davis, mein Optimist. Seit dem Brand im Theater hat er sich zum Ziel gesetzt, mich wieder hinzukriegen. Na ja, nicht nur mich, alle Seelenschwestern seiner Frau. Er fühlt sich persönlich dafür verantwortlich. Hat Bree sogar mit ihrem Yogastudio und Maria das erste Jahr mit ihrem Apartment geholfen, bis sie und Eli zusammenkamen. Aber für mich ist er noch mehr gewesen. Mein privater Held, auch wenn ich ihm das nie gesagt habe. Meistens tue ich so, als würde mich alles nerven, was Chase macht. Dann muss ich mir nicht eingestehen, was ich wirklich empfinde.

Erleichterung.

Er ist in einer Weise für mich da, die ich bei meinen Freundinnen nicht zulassen kann. Ich weiß nicht, wieso. Chase hat sich langsam, aber sicher an meiner zerstörten Seite festgesetzt, und ihm gestatte ich diese Invasion. Den Mädels nie im Leben. Sie sollen mich als die starke Frau sehen, für die sie mich halten. Die Illusion von Stärke ist so ziemlich das Einzige, was mir noch geblieben ist.

Am Anfang, als ich gerade aus der Verbrennungsklinik kam, habe ich Chase' Hilfe abgelehnt und wollte alles allein schaffen. Bis ich merkte, dass ich es nicht konnte. Nach der zweiten Behandlungsrunde suchte er mich in meiner Bruchbude am anderen Ende der Stadt auf. Zum Glück. Er fand mich auf dem Boden liegend, unfähig, mich zu bewegen. Die Schmerzen in meinem Arm und der ganzen Seite waren unerträglich. Ich war immer wieder bewusstlos geworden. Später stellte sich heraus, dass sich eine der transplantierten Stellen entzündet hatte. Chase hob mich auf, brachte mich ins Krankenhaus und blieb dort, bis ich wieder gehen durfte. Bei meiner Entlassung erfuhr ich, dass Chase in der Zwischenzeit kurzen Prozess gemacht hatte. Er hatte mich gegenüber dem Gebäude einquartiert, in das eigentlich Maria einziehen sollte, nachdem ihr Ex ihre Wohnung verwüstet hatte. Letzten Endes brauchte sie das Apartment gar nicht, weil sie mit ihrem neuen Mann, Elijah Redding, zusammenzog.

Chase Davis, Milliardär, Alphamann und erbitterter Beschützer aller Menschen, die er zu seiner »Familie« zählt, hatte mein Leben in die Hand genommen. Er überließ mich nicht einfach mir selbst. Zu der neuen Wohnung gehörten auch ein paar nagelneue Krankenschwestern, die mehrmals am Tag vorbeikamen, um mir die Verbände zu wechseln, Masseure zur Muskeltherapie und wöchentliche Termine bei Dr. Madison, meinem Seelenklempner. Zu demselben Psychiater waren auch Gillian und Chase gegangen, während der Irre sie heimgesucht hatte, der Stalker, dem ich meine jetzige Situation zu verdanken habe.

»Ach Chase, die werden uns auch nichts Neues zu erzählen haben. Das Gewebe ist zu stark beschädigt. Sie hatten zu viele Operationen, Ms Bennett. Da ist nicht mehr viel, mit dem wir arbeiten können. Blablabla. Vielleicht noch ein paar mehr Tests, weitere Versuchsreihen ...«, imitiere ich irgendjemanden und gestikuliere mit der gesunden Hand.

Chase fasst meinen Ellbogen, führt mich aus meiner Wohnung und schiebt mich in die Limo. Die ganze Zeit hält er mich unnachgiebig fest. Er ist verärgert. Na so was. Wie immer.

»Hey, Austin, wie geht's?«, frage ich den Leibwächter, der die Tür der glänzenden schwarzen Stretchlimousine aufhält.

»Ganz hervorragend, Ms Bennett«, sagt er in seinem freundlichen Südstaatenakzent und nickt mir förmlich zu.

Ich kichere, steige in den Wagen und rutsche hinüber, um Chase Platz zu machen.

»Wo ist Jack?«, frage ich.

Chase richtet seine Manschettenknöpfe und zupft sich die Hemdsärmel zurecht. »Bei meiner Frau. Spielverabredung.«

Ich schnaube und huste gleichzeitig. »Du hast deine Frau und die Kleinkinder mit dem Linebacker zum Spielen geschickt?« Ich kann das Lachen kaum zurückhalten, das mir in der Kehle hochsteigt.

Chase dreht den Kopf zu mir, und eine dunkle cappuccinofarbene Haarsträhne fällt ihm hübsch ins Gesicht. Erinnert mich an die blonden Strähnen, die ich Carson immer aus der Stirn gestrichen habe. Chase' blaue Augen halten meinen Blick fest. Eine Spur von Aufrichtigkeit funkelt in ihnen. »Das überrascht dich? Nach all den Jahren?«

Ich schüttele den Kopf. »Eigentlich nicht. Ich meine ja nur. Seit Jahren wurde keiner von uns mehr bedroht, aber du benimmst dich, als wären wir immer noch im Belagerungszustand.«

Er schlägt die langen Beine übereinander. Seine schwarzen Lederschuhe von Salvatore Ferragamo sind perfekt poliert. Sogar seine Socken sind schick.

Socken. Hmm. Vielleicht sollte ich Socken zu den Anzügen anbieten, damit die Männer welche finden, die perfekt passen? Ich zücke mein Diktiergerät und schalte es ein. »Passende Socken zu den Anzügen. Stoffe und Farben für die aktuelle Kollektion aussuchen.«

Chase' Mund zuckt, als er auf sein Handy schaut.

»Weißt du, du musst mich nicht zu diesen Terminen begleiten. Das ist nicht dein Job, und ich bin auch nicht mehr dein Wohltätigkeitsprojekt. Ich verdiene gutes Geld mit meinen Modeentwürfen, und das Geschäft mit Chloe hat meiner Karriere sehr geholfen.« Genau diese Diskussion hatten wir bestimmt schon zehnmal.

Er steckt sein Handy ein, seufzt laut und dreht sich zu mir. Dann legt er seinen langen Arm auf meine Rückenlehne. »Kathleen, du bist kein Wohltätigkeitsprojekt für mich. Du bist meine Freundin. Abgesehen von Carson meine beste Freundin.«

Carson. Schon allein den Namen meines Exfreundes, der Liebe meines Lebens, zu hören, lässt mich zusammenzucken.

»Außerdem will ich mein Versprechen halten«, fügt er feierlich hinzu.

Ich runzele die Stirn. »Versprechen? Wovon redest du? Das hast du nie erwähnt.«

Chase presst die Lippen zusammen und wendet sich wieder von mir ab. »Egal. Wir schauen nach vorne und kriegen das hin.«

Ich packe ihn am Oberarm. Hart wie Stahl. Meine Güte, der Mann trainiert wohl ordentlich. Er ist nicht so muskelbepackt wie Marias Eli, aber er ist auf jeden Fall gut gebaut und kann einer Frau ästhetisch und körperlich bestimmt sehr viel Freude bereiten. Und da er meine beste Freundin schon wieder geschwängert hat, kommt sie offensichtlich regelmäßig in den Genuss dieser Attribute. Die Glückliche.

»Erzähl mir von dem Versprechen.«

Chase fährt zu mir herum. »Vielleicht eines Tages. Aber jetzt hoffen wir erst mal das Beste ...«

»Und rechnen mit dem Schlimmsten. Ja, ja, ich weiß. Das hast du die letzten drei Jahre sicher hundertmal gesagt. Trotzdem fällt es mir nicht leichter zu hören, dass ich für den Rest meines Lebens entstellt bleiben werde.«

Sanft drückt Chase meine rechte Hand und schließt die Augen. Es ist tröstlich, dass er keine Angst davor hat, mich zu berühren, auch wenn es nur platonisch ist, als wäre er mein Bruder. Wie die Mädels hat er keine Scheu vor meinen Narben und sieht mich auch nicht anders an als vorher. Aber er weiß natürlich, dass ich mich anders sehe, und das will er unbedingt in Ordnung bringen.

»Weißt du, eines Tages wirst du akzeptieren müssen, was uns passiert ist. Bree, Phillip, Maria, deiner Frau, deiner Mom und dir. Du kannst nichts dafür. Danny McBride war ein kranker, gestörter Mensch, der uns alle unwiderruflich verletzt hat. Aber er ist tot, Chase. Tot.«

Chase seufzt. »Genau wie Thomas, die Yogapraktikantin und noch viele mehr nach der Explosion im Fitnessstudio. Natürlich bin ich nicht schuld daran, dass er eine solche Besessenheit für meine Frau und ihre Freunde empfand, das ist mir klar, aber ich verstehe, warum er so war. Ich bin genauso besessen von Gillian. Ich würde alles für sie und unsere Kinder tun.«

Ich lächele, weil ich weiß, wie tief seine Zuneigung ist. »Liebe ist eine gesunde Form der Besessenheit, und davon hast du mehr als genug. Aber du kannst dich nicht für die Taten anderer verantwortlich machen.«

»Wenn ich ihn früher hätte aufhalten können ...«, fängt er wieder an, aber diesmal unterbreche ich ihn, indem ich seine Hand drücke.

Er blickt auf unsere verschränkten Hände hinunter und grinst.

»Chase, hör auf ...«

»Das habe ich gespürt«, sprudelt er los und schneidet mir das Wort ab. »Du hast mir gerade richtig heftig die Hand gedrückt!« Seine blauen Augen funkeln vor Aufregung.

Ich schaue nach unten und merke, dass ich ihn immer noch festhalte. Meine vernarbte Hand umklammert seine goldenen, makellos manikürten Finger.

Jetzt muss ich grinsen. »Das habe ich tatsächlich, oder?«

Er nickt. »Und wie. Siehst du, der Tag wird schon besser. Gillian wird sich freuen.«

Ich lasse seine Hand los, hebe den Arm und balle die Hand zur Faust. Die Haut spannt sich unnatürlich straff über den Vertiefungen und Erhebungen der transplantierten Stellen, aber ich schaffe eine komplett geschlossene Faust. Zum ersten Mal seit drei Jahren ist mir das gelungen.

»Meine Beweglichkeit hat sich verbessert«, sage ich atemlos.

»Anscheinend wirken die Medikamente, die das Gewebe, die Beweglichkeit der Gelenke und die Muskelkraft wieder aufbauen sollen. Das sind wirklich gute Neuigkeiten.«

*
Und es gab noch mehr gute Neuigkeiten. Der Arzt meinte, dass ich meine Beweglichkeit mit dem neuen Medikament in den letzten sechs Monaten um zwanzig Prozent gesteigert hätte. Vielleicht gewinne ich die feinmotorischen Fähigkeiten der Hand nie wieder völlig zurück, aber Dinge wie ein Glas Wasser halten, einen Teller in die Spülmaschine stellen oder ein Baby auf den Arm nehmen sind auf jeden Fall möglich – Dinge, die für die meisten selbstverständlich sind, die ich bisher aber nicht konnte. Jedes Mal, wenn ich Gillian oder Bree verscheuchte, weil sie mir ihre Kinder reichen wollten, musste ich an all das denken, was ich verloren hatte. Aber jetzt bekomme ich vielleicht doch noch eine neue Chance.

»Wahnsinn. Das müssen wir feiern.« Chase zückt sein Handy. »Baby, Kathleen hat tolle Nachrichten. Sag Bentley, dass er ein Abendessen für alle herrichten soll.«

Ich lege ihm die Hand auf die Schulter und schüttele den Kopf. »Heute Abend nur wir, okay? Ich will in den Mädels keine falschen Hoffnungen wecken.« Ich tätschele ihm den Unterarm.

Chase lässt die Schultern sinken. »Kommando zurück, nur ein Extragedeck. Ja, Kathleen erklärt es dir, wenn wir da sind. Nein, du sollst Maria und Bree nicht anrufen. Noch nicht zumindest. Ich weiß, dass sie sich auch über gute Nachrichten freuen würden, aber wir lassen Kat das Ganze so handhaben, wie sie es für richtig hält ...« Er wirft mir einen Seitenblick zu.

Ich weiß, es stimmt ihn traurig, dass ich nicht feiern will. Es sind ja auch gute Neuigkeiten. Aber wir wissen noch nicht genug, um es schon weiterzuerzählen. Bree und Maria wären total aus dem Häuschen, wenn sie es hörten, und ich kann keine weitere Enttäuschung verkraften. Nicht jetzt. Nicht, wo Maria gerade geheiratet hat und voller Glück die Flitterwochenphase ihrer Ehe genießt, und Bree und Phillip sich ganz auf die Einrichtung ihres neuen Zuhauses konzentrieren.

(Continues…)



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